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Eine Apotheke geht auf Tour. Nicht wirklich, oder?

Von tastifix Dienstag 20.10.2020, 16:51

Wir kennen auf antik getrimmte oder modern gestylte, große und kleine Apotheken. Sie alle haben einen festen Standplatz, vorzugsweise in der Haupteinkaufsmeile der Stadt. Doch nun informiert ein in den Briefkasten flatterndes Reklameblättchen darüber, dass einem solchen, um unsere Gesundheit stets bemühten Haus die Sorge um uns Menschen keine Ruhe mehr lässt und es plant, seine gesunden, leicht maladen oder vielleicht auch sehr siechen Kunden daheim zu betreuen.

Ich fühle mich immens umsorgt und schwebe im sechsten Himmel des Selbstwertgefühls. Während ich mich noch dort verlustiere, beschert mir mein Verstand allerdings einen energischen Dämpfer.
„Bilde Dir bloß keinen Schwachsinn ein!“
Gegen diese Gemeinheit protestiert meine Fantasie extrem fantasievoll und rät ihm, über jenen Ja-doch-überhaupt-nicht-Schwachsinn mal gründlich nachzudenken. Meine Argumente dabei sind dies jedenfalls unbedingt wert.

Sie zu sammeln beschert mir heftige Kopfschmerzen, die ich aber aushalten muss, weil ja noch kein Pillen-Pflaster-Institut zur Stelle ist.
Angenommen, jenes befindet sich mitnichten an der Hauptstraße, sondern stattdessen in einer engen Dorfgasse: Wie bitte quetscht sie sich dann dort durch? Denn auch eine Dorfapotheke ist eher vollschlank. Na ja, zu ihrem Glück kennt sie sich ja aus und nutzt garantiert eine der von namhaften Medizinern angepriesenen Drei-Minuten-Diätkuren. Geschafft! Danach tritt sie die Reise zu mir entweder als Mobilhaus auf einem dafür vorgesehenen Anhänger an oder lässt sich selber etwas einfallen.

Sie entscheidet sich fürs Letztere. Der hektische Straßenverkehr verunsichert zwar ein wenig, doch weiß sie sich zu helfen. Die Straßenverkehrsregeln in einer geradezu infamen Weise missachtend, ernennt sie vier Fast-zum-Umfallen-Beruhigstabletten zu Rädern. Infolge beeindruckt sie das verrückte Fahrzeuggewimmel nicht mehr. Auch die vorgeschriebene Mindestgeschwindigkeit ist ihr total egal. Jede Schnecke wäre schneller.

Immerhin bleibt ist sie wach genug, um das von ihr verursachte Verkehrschaos wenigstens noch vage registrieren zu können. Also geht sie dagegen an. Eine ganze Packung Energie-sofort-zurück-Dragees hilft rasch. Dementsprechend wieder viel munterer kollert sie, die Hoffnung hegend, mir, einem bestimmt besonders hilfsbedürftigen Menschen den gesamten Tablettenvorrat andrehen und damit das beste Geschäft ihres Daseins abschließen zu können, fröhlich leicht schwankend die schmale Straße zu meinem Haus entlang. Derweil verpasst sie einigen korrekt am Fahrtbahnrand parkenden Autos mehrere eindrückliche Schrammen und klebt dann leuchtend bunte Kinderriesenheftpflaster - die mit den strahlenden Smilíes - darüber. Dies besänftigt garantiert die Besitzer der Luxusschlitten sofort und sämtliche Kratzer werden verziehen. Denn jene kleinen Gesichter werden überall geliebt.

Nach der letzten Kurve um die Garage herum legt sie noch den Fahrradständer vorm Haus um und macht danach, weil die Dragees-Kraftreserven verbraucht sind, vor meinem Hauseingang endgültig schlapp. Bester Gesundheit, zudem allerbester Laune und mit dem festen Vorsatz, nur eine Packung Tempos zu erstehen, öffne ich die Tür. Vor mir steht schwankend die Apotheke und hält sich kaum mehr aufrecht.
„M..Mein Kr..Kreislauf!“, stöhnt sie.
Alarmiert springe ich herzu:
„Moment!! In welcher Deiner Schubladen liegen denn die ... ?“

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