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Babenhausen – ein oberschwäbischer Marktflecken

Unlängst, bei einem gemütlichen Beisammensein in Biberach - nach dem Schwimmen im Jordanbad- haben Elisabeth/Aisling, Erhard/Wief und Emmy/Wiefe festgestellt, dass sie vor Jahrzehnten schon mal gemeinsam in Babenhausen gelebt haben.

Elisabeth ist dort geboren, Emmy und Erhard waren 1946 als Vertriebene in Babenhausen gestrandet, haben dort geheiratet und wollten nun wissen, ob der eine oder andere noch lebt, ob das Gedinghaus noch steht und zeigten uns, wo sie als Kinder gespielt-, wo die Schule stand, das Krankenhaus war und wo sie gewohnt haben. Mit dabei war noch Elisabeth’s FA Freundin Karin/Blumenkarin aus dem hohen Norden. Sie war gerade bei ihr zu Besuch.

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Über dem Ort, in imposanter Größe steht das Schloss der weltbekannten Fuggerfamilie mit seinen Giebeln und Türmen, sowie der St. Andreaskirche.
Wir verabredeten uns am Eingang/Torbogen des Fuggermuseums zu einer 1,5 Std. Führung.

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Die Fugger hatten eine einflussreiche Stellung in Wirtschaft, Politik und Kultur und prägten die Geschicke Europas maßgeblich im 15. und 16. Jahrhundert.
Unser Führer warf mit Jahreszahlen nur so um sich und redete ohne Punkt und Komma.
Als ich den Fotoapparat zückte und knipsen wollte, sagte er „photographieren verboten!“ Schade – was war da geheim?
( deshalb gibt es zu meinem Bericht leider keine Bilder aus dem Museum)
Egal – wir haben viel über die Fuggerfamilie gehört und erfahren, die hier im Schloss Babenhausen den wertvollen Schatz der letzten Jahrhunderte hütet. Die Fürstinmutter ist inzwischen 94 Jahre alt und lebt im Schloss sehr zurückgezogen. Ihr Sohn Hubertus nutzt das Schloss als Wochenenddomizil. Wenn er anwesend ist wird die Fahne gehisst.
Hier herrscht die Tradition, die besagt, dass nur der 1. Sohn den Besitz erbt von dem er dann gnädigerweise an Geschwister etwas abgeben kann, wenn er möchte. Manche der Erstgeborenen der vergangenen Generationen waren zwar verheiratet, hatten aber keine Nachkommen. So ging das Erbe an Bruder oder Neffen weiter.
Aus dem ganzen Stammbaum der Fugger sind ca 500 – 600 Familien in der Welt verteilt noch am Leben, jedoch verarmt.
Die Fugger in Babenhausen, Oberkirchberg und Augsburg leben heute noch von dem, was ihre Vorväter erwirtschaftet haben.
Nach der Führung im Erdgeschoss durften wir in den 1. Stock. Eine alte dunkle Holztreppe führte uns in den Saal, in dem auch Konzerte und Feierlichkeiten stattfinden. Der Fuggerclan trifft sich dort mit geladenen
Gästen zu privaten Feiern.

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Als wir nach draußen kamen, waren wir durchgefroren, denn die dicken Mauern und der Steinboden der ehemaligen Wirtschaftsräume jetzt Museum waren klamm und kalt.

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So ging es schnurstracks ins Gasthaus „Rössle“, wo wir in schönem Ambiente (getäfelte Decke) und gutem Essen das Gesehene und Gehörte verarbeiteten.

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Danach spazierten wir die Wege und Straßen an dem kleinen Bach Günz entlang. Elisabeth, Emmy und Erhard schwelgten in Erinnerungen, ließen die Schul- und Kinderzeit Revue passieren und erzählten von dem harten Leben, Arbeit und Schulzeit, als der Pfarrer noch Ohrfeigen austeilte und die Jugend sich am Dorfplatz unter der Linde traf.

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Inzwischen sind viele Häuser Denkmal geschützt, renoviert und mit Erinnerungstafeln versehen, auf denen man lesen kann, welche Persönlichkeiten hier einmal gewohnt haben.

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Der bekannte Pfarrer Kneipp hätte liebend gerne in Babenhausen seine Wasseranwendungen und seine Heilmethoden verbreitet, doch das wurde ihm wegen Kurpfuscherei untersagt und so verließ er Babenhausen und ging auf Umwegen nach Bad Wörishofen.

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Elisabeth und Emmy trafen noch ein paar Passantinnen ihres Alters. Sie erfuhren, wer noch lebt und was aus dem einen oder anderen geworden ist.

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Nun hatten wir aber Kaffeedurst. Elisabeth führte uns in das Fahrenschon – ein Künstler Cafe. Es wird von der freischaffenden Malerin, Gretel Salzgreber und ihrem Mann, dem Schweizer Schauspieler Fred Strittmatter geführt.
Hier in schöner Kaffeehausatmosphäre saßen wir inmitten alter Möbel bei selbstgebackenem Kuchen.

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Elisabeth hatte noch ihren Cousin mit Frau ins Cafe geladen, die konnten uns dann noch mehr über verschiedene VIP´s wie Claudia Roth, erzählen.

Im Cafe werden Ausstellungen/Vernissagen, Literaturabende und Vorlesungen angeboten, alles kostenlos.
Die Malerin hat im Nebenraum ihr Atelier und betreibt eine Kunstschule. Hier konnten wir ihre Bilder bestaunen.

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Nach einem unterhaltsamen und schönen Tag, der um 9.00 Uhr begann
und um 18.00 Uhr endete fuhren wir wieder zurück nach Ulm.

Bericht/Foto: Birgit/Tukuyu

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