Neu hier? Werde gleich Mitglied! Lies hier über die Vorteile.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

Bequem mit Facebook einloggen:

facebook login

Für Gestaltung und Inhalt dieser Regionalseiten sind ausschließlich die jeweiligen Regionalbotschafter verantwortlich. Die von den Regionalbotschaftern eingegebenen und heraufgeladenen Inhalte unterliegen grundsätzlich weder einer Kontrolle durch Feierabend, noch nimmt Feierabend hierauf Einfluss. Hiervon ausgenommen sind werbliche Einblendungen und Beiträge die von Feierabend direkt eingestellt wurden und als solche gekennzeichnet sind.

Marmormuseum Villmar & Burg Runkel

Ein Klick auf die Bilder, und sie vergrößern sich

Am 15.09.2017 besuchten wir das Lahnmarmormuseum in Villmar.
20 FA´ler sind meiner Einladung gefolgt. Ich glaube sie haben an diesem Tag wieder etwas neues, vor allem über die Entstehung des Lahnmarmors dazugelernt.
Danach fuhren wir nach Runkel in das bekannte Altstadtcafé und anschließend besuchten wir Burg Runkel mit einer kleinen Führung.

Helmut Hübinger, unser Museumsführer, begrüßte uns in der Halle des neuen Lahnmarmormuseums, das am 20.03.2016 nach langer Planung und einigen Verzögerungen eröffnet wurde.
Von 2005-2016 war das Marmormuseum am Brunnenplatz in einem alten Fachwerkhaus untergebracht.

Hier an der Schauwand erklärt uns Herr Hübinger die Vielfalt und die Entstehung des Lahnmarmors.

Entstanden ist der Lahnmarmor vor rund 380 Millionen Jahren. Weite Teile Deutschlands waren zu dieser Zeit von einem Meer bedeckt. Durch Vulkantätigkeit im devonischen Meer wurden Schalsteinsattel ausgebildet, die bis knapp unter die Wasseroberfläche reichten. Darauf entstanden Riffe, die sich hauptsächlich durch Stromatoporen aufbauten, eine zwischen Schwämmen und Korallen angesiedelte, mittlerweile ausgestorbene Art von Meereslebewesen. Aber auch Korallen, Muscheln und Schnecken beteiligten sich am Aufbau der Riffe. Diese Tiere benötigten eine durchschnittliche Wassertemperatur von 24° C. Da der heutige Kontinent Europa zu dieser Zeit durch die Verschiebung der Kontinentalplatten auf Äquatorhöhe lag, waren diese Voraussetzungen gegeben. Im Laufe der Erdgeschichte wurden die entstandenen Riffe durch Druck bei der Gebirgsbildung mit Überdeckungen von bis zu 1000 Metern verfestigt.
So entstand der schöne Lahnmarmor, der geologisch gesehen kein Marmor, sondern Massenkalk ist.

Er fand vielfache Verwendung an "prominenter" Stelle, so z.B. in den berühmten Epitaphien des Mainzer Doms, beim einzigen Apostelgrab nördlich der Alpen in der Abtei St.Matthias in Trier, zu der Villmar gehörte. Lahnmarmor wurde verwendet im barocken Marmorbad des Weilburger Schlosses, an den Altären der Mannheimer Jesuitenkirche, in der Klosterkirche Amorbach, im Berliner und Würzburger Dom, in der Eremitage in St.Petersburg und im Kreml, in der Eingangshalle des Empire-State-Building in New York, im Wiesbadener Kurhaus und im Palast des Maharadjas von Tagore in Indien.

An dieser Wand sind die Gesteinsarten die rund um Villmar vorkommen, zu sehen. Wie der Schiefer von Langhecke, Basaltlava Mayen, Marmor aus Schupbach, Dolomit aus Hahnstätten, usw.

Um die schweren Marmorplatten zu bewegen wurden sie auf Holzrollen gelegt, wie hier auf dem Bild zu sehen.

Hier wird uns eine Hebevorrichtung gezeigt.
In den zu hebenden Block wird ein rundes Loch gebohrt in das ein nach unten breiter verlaufender Bolzen eingeführt wird. Durch Zuführung von Quarzsand kann der Bolzen nicht mehr aus dem Loch.
Nun kann mittels Kran der Marmorblock gehoben werden.

Seilsägetechnik


Die Seilsäge diente zur Gewinnung von Marmorblöcken aus dem anstehenden Fels. Sie zerteilte die großen Blöcke aber auch die vom Kunden gewünschten Maße.
Eine Seilsäge besteht aus einem stationären Antrieb mit Transmissionen, einer Seilspannvorrichtung und zahlreichen, auf Stahlmasten montierten Seilrollen.
Eine ständige Zufuhr von Wasser und Quarzsand war nötig, denn das Seil alleine konnte den Kalkstein nicht schneiden.
Mit dieser Technik wurden Schnittlängen von ca. 10-15 Meter und Schnitttiefen von 3 Meter realisiert. Die am Tag erreichte Schnittleistung betrug abhängig von der zu schneidenden Gesamtfläche nur einige Zentimeter. Im Unica-Bruch mit etwa 15 Meter Schnittlänge waren dies 5cm.

lahnelster_14
Seilsägerad aus dem Steinbruch Bongard

Hier ist ein Modell eines Derrickkran zu sehen.
Einzelkräne dieser Bauart können bis zu 10 Tonnen schwere Lasten heben,größere fest verankerte Kräne Lasten bis zu 20 Tonnen.

Auch in meinem Heimatort Aumenau gab es drei Marmorbrüche. Hier auf dem Bild 3 Sorten geschliffen und polierter Marmor.

Der Löwinwürger wurde 2003 von Karl Matthäus Winter aus Limburg gefertigt.
Seit Mai 2008 ist der Löwinwürger eine Dauerleihgabe an den Verein "Lahn-Marmor-Museum" in Villmar.

Von Samstag, 19. August bis Sonntag, 24. September, ist eine neue Sonderausstellung im Lahn-Marmor-Museum zu sehen, die wir uns auch anschauen konnten.

Herzstück der Kunstausstellung ist die in Lahnmarmor ausgeführte Meisterarbeit des Steinbildhauers Eugen Tomme. Die großformatige Skulptur zeigt Gaia, die personifizierte Erde, in Verbindung mit den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft.

Gerne hätte ich mit der Gruppe noch den Unica-Bruch besucht. Da wir aber noch nach Runkel zur Burg wollten hat die Zeit nicht gereicht.
Im Natur- und Kulturdenkmal Unica-Bruch in Villmar kann man in die Zeit vor 380 Mio. Jahren zurückblicken, als marine tropische Korallen und Schwammriffe das Material bildeten, das im letzten Jahrhundert als Lahn-Marmor Weltruhm erlangte und weltweit verbaut wurde.
Aus dem Devonmeer stiegen die ersten Wirbeltiere an Land; seine Temperatur konservieren wir bis heute in unserem Blutkreislauf.

Der hohe Kalkgehalt des Devonmeeres begünstigte das Wachstum von Muscheln, Krebstieren und Schnecken sowie der Riffbildner: Schwämme, Stromatoporen und Korallen. In flachen Lagunen verrottete ein reicher Pflanzenwuchs; der im Faulschlamm entstehende Kohlenstoff färbte den sich bildenden Kalkstein schwarz und grau. Eine lebhafte vulkanische Tätigkeit ließ eisenhaltiges Wasser über den sich bildenden Kalkstein fließen und in ihn eindringen - es färbte ihn hell- und dunkelrot, braun und gelb. So entstanden die vielen Varietäten des Lahnmarmors, vom schwarzen, weiß- oder goldgeäderten Schupbacher bis zum schwarz-rot-geflammten Unica und zum hellrot geschleierten Bongard in Villmar.

Villmarer Marmorbrücke


Auf dem Weg nach Runkel fuhren wir über die Villmarer Marmorbrücke.
Die Brücke, die den Ort Villmar mit dem Villmarer Bahnhof auf der rechten Lahnseite und dem dahinter liegenden Naurdenkmal Steinbruch Unica verbindet, wurde in den Jahren 1894/95 errichtet. Drei Brückenbögen mit einer Länge von jeweils 21,5 Metern ruhen auf zwei Pfeilern, die im Flussbett der Lahn stehen. Die Pfeiler und die Verkleidung der Brücke bestehen aus diversen Lahnmarmorsorten.
Die Brücke wurde 1985 unter Denkmalschutz gestellt. 1994/95 erfolgte eine grundlegende Sanierung. Als Erinnerung an die vielen Vertriebenen, insbesondere aus Böhmen, die nach dem Ende des zweiten Weltkrieges in Villmar und Umgebung eine neue Heimat fanden, wurde vom Villmarer Bildhauer Walter Schmitt eine Skulptur des böhmischen Schutzpatrons – Johannes von Nepomuk – aus Wirbelauer Marmor geschaffen. Diese wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung im Sommer 1996 als Brückenfigur der Öffentlichkeit übergeben.

König Konrad Denkmal

Zwischen Villmar und Runkel befindet sich das König Konrad Denkmal. Wegen starkem Regen konnten wir leider nicht auf den Felsen.
Dieses an König Konrad I. erinnernde Denkmal befindet sich nicht in Weilburg, sondern auf dem Bodenstein (Bodensteiner Lei), einem fast senkrecht zur Lahn abfallenden Felsen, über den die Straße von Villmar nach Runkel führt. Es ist demnach kein "Weilburger" Denkmal, soll hier aber doch erwähnt werden wegen der Person König Konrads I. und der ursprünglichen Planungen für den Standplatz dieses Denkmals. In Weilburg gibt es seit Juni 2005 ein König-Konrad-Denkmal.

Mehr über das König Konrad Denkmal hier

lahnelster_2_21
Gruppenbild von unserer Tour am 28.04.2012

Vor der Besichtigung der Burg Runkel um 15:30 machten wir noch eine Kaffee & Kuchenrast in dem bekannten Altstadtcafé.
Die Torten und der Kuchen sind aber immer sehr gut.

Nach einer kurzen Begrüßung durch unsere "Burgführerin" Andrea Stöhr begann die sehr interessante Führung. Jeder von uns bekam noch einen Flyer als schriftliche Burgführung.
Hier möchte ich mich noch einmal im Namen aller Mitglieder der Regionalgruppe Westerwald die dabei waren, für die Führung bedanken.

Die Geschichte der Burg Runkel

Einer Sage nach soll ein Ritter Karls des Grossen im Jahr 778 den Entschluss gefasst haben, auf dem Rücken des Felsens eine Burg zu bauen. Er benannte sie nach dem Gebiet von Roncesvalles (französisch: Roncevaux) in den Pyrenäen in Erinnerung an den dortigen Kampf gegen die Mauren. Aus dem Namen Ronkeval wurde dann Runkel.

Tatsächlich wurde Burg Runkel zur Sicherung des Lahnübergangs errichtet und im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert.
Urkundlich wird Runkel erstmalig 1159 im Zusammenhang mit einem Siegfried von Runkel genannt, der als Bürge und Zeuge für die Gräfin Beatrix von Laurenburg bei ihrer Belehnung mit der Burg Nassau durch Erzbischof Hillin von Trier erwähnt. Er dürfte als Sachverwalter des Reiches für die Erbauung der Burg Runkel in Frage kommen. Höchtswahrscheinlich haben wir in der Burg eine Gründung des Hohenstauferkaisers Friedrich Barbarossa zu sehen.
Im Jahr 1634 wurde die Kernburg durch Kroaten (österreichische Truppen) unter der Führung des Grafen Isolani zerstört.

Mehr Info über die Burg Runkel hier

lahnelster_2
Die Burg Runkel mit der 1448 erbauten Lahnbrücke. Im Hintergrund rechts Burg Schadeck.

Zwischen dem äußeren rund bogigen Tor befinden sich zwei Rundtürme. Im Obergeschoss ist später eine Wohnung eingebaut worden. Über dem Tor befindet sich das Wiedsche Wappen mit den Initialen des Grafen Johann Adolf zu Wied, Herr zu Runkel und Isenburg 1714.

Die Fallbrücke zeigt Ursprünglich ein nach hinten offenen gotischen Tor Turm, nach außen durch ein Doppeltor gesichert.
Der Abstand zwischen den Toren wurde später überbaut, der Turm hinten geschlossen und ein runder Treppenturm angebaut.

Das Wohn-und Stallgebäude von 1701 besteht im Erdgeschoss aus Bruchsteinmauerwerk, darüber Fachwerk.
In der Mitte trägt dass Gebäude einen achteckigen Treppenturm mit Glockenhaube. Der Speicher zur Kornlagerung hat drei Stockwerke, die heute privat genutzt werden.

Im ersten Raum befindet sich ein Modell von Burg und Ort im Mittelalter.

Der Weinkeller im untersten Raum der Burganlage diente im Mittelalter zur Herstellung des begehrten "Runkeler Rothen". Der Wein war wesentlicher Bestandteil der Versorgung der Bevölkerung in Notzeiten, insbesondere bei einer Belagerung.

Die Burgherren waren zum Schutz der Bevölkerung verpflichtet.
Neben der Verteidigung bei Angriffen gehörte auch die Jagd dazu, Schutz der Landwirtschaft, da bei starken Wildschäden und Missernten den Landwirten eine Hungersnot drohte.
Die Sammlung von den Waffen und Geräten gibt ein Zeugnis des damaligen Lebens.

Der Schadecker Turm war zur Verstärkung der Nordseite gegen Angriffe der gegenüberliegenden Burg Schadeck der verwandten Grafen zu Leiningen-Westerburg. Vermutlich nach 1228 in die Giebelwand mit fünfeckigem Grundriss eingebaut. Im unteren Bereich massiv. Nur oben zwei übereinander liegende Räume mit spitzbogigen Tonnengewölben und Plattform über der Mauerkrone.

Mit mir sind noch 14 Mitglieder auf den Turm gestiegen. Von hier oben hat man einen schönen Rundblick bis zum König-Konrad Felsen und gegenüber zur Burg Schadeck.
Auch den Großen Feldberg im Taunus kann man von hier oben sehen.

lahnelster_155
Der mittlere Burgturm ist begehbar. Von hier hat man eine herrliche Aussicht bis zum Feldberg im Taunus.

Für unseren Abschluß der Veranstaltung hatte ich das Lokal "Amalfi" in Runkel ausgesucht.
Ich hoffe, das Essen hat allen geschmeckt.
Hier möchte ich dem "Amalfi Personal" noch einmal danken für die gute Bewirtung.

Text, Fotos und Layout Hans-Rüdiger (lahnelster)

*** Zur Diashow von Hans-Rüdiger ***

Artikel Teilen


Artikel bewerten
5 Sterne (24 Bewertungen)

Nutze die Sterne, um eine Bewertung abzugeben:


Artikel kommentieren