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Rose Tremain: Adieu, Sir Merivel

Sir Robert Merivel ist ein recht trauriger Held: Einstmals war er Leibarzt der königlichen Hunde, hat den Herrscher immer wieder zum Lachen bringen können und mit dessen Mätresse eine Scheinehe geführt. Der Lohn war ein kleines Landgut, das er nun, im Alter von 57 Jahren, zusammen mit seiner 17-jährigen Tochter Margaret bewohnt. Aber die Freunde sind alt geworden und sterben, sein König, Charles II, ist des Regierens müde, sein treuer Diener William ist kaum noch in der Lage, seinen Pflichten nachzukommen und Sir Merivel selbst leidet unter Depressionen. So beschließt er, nach Paris zu fahren, und dort am Hof des Sonnenkönigs sein Glück zu suchen.

Doch die Reise nach Paris erweist sich als Enttäuschung. Trotz des Empfehlungsschreibens von Charles II gelingt es ihm nicht, den Sonnenkönig auch nur von weitem zu sehen, seine Unterkunft ist mehr als dürftig und schnell geht ihm das Geld für den täglichen Bedarf aus. Da lernt er die faszinierende Louise de Flamanville kennen, und sie verlieben sich ineinander. Es scheint endlich aufwärtszugehen im Leben von Sir Merivel. Doch dann treffen ihn wieder einige Schicksalsschläge …

Ein Buch, das oft schmunzeln lässt, aber auch ein wenig wehmütig macht. Sir Robert Merivel ist eigentlich ein fähiger Arzt, hat aber sein Leben von der Gunst eines wankelmütigen Königs abhängig gemacht. Mit Ende 50 hält er Rückschau und ist nicht immer glücklich, mit dem, was er da sieht – er ist, wie man heute sagen würde, ein „Loser“. Doch gelingt es der Autorin Rose Tremain diesem seelenverwundeten Helden eine so nette, liebevolle und zärtliche Persönlichkeit zu verleihen und ihm so viel Selbstironie mit auf den Weg zu geben, dass man ihm alles verzeiht und ihn am liebsten in den Arm nehmen und trösten möchte.

Suhrkamp 2013,
Gebunden, 445 Seiten
ISBN: 978-3-458-17563-6

D: 19,95 €
A: 20,60 €
CH: 28,50 sFr

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