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Nino Haratischwili: Juja

"Juja" ist Nino Haratischwili erster Roman. Ihre Sprache ist nicht episch, sie zieht dennoch - so reduziert wie sie ist, so karg und wütend und klar - den Leser in ihren Bann. Ganz deutlich wird bei diesem Buch, welche Kraft Literatur entfesseln kann.

Im Mittelpunkt steht das Buch "Die Eiszeit". Dessen Autorin ist unbekannt und wird gleichermaßen ein Mythos und eine Märtyrerin. Getrieben von Depression, Hass und Wut, hat sie nach einem quälenden Kampf mit ihren Gedanken und Geistern den Freitod gewählt. Verstörend: Nach der Lektüre nehmen sich insgesamt 14 junge Frauen das Leben. Eine davon lernt der Leser näher kennen: Olga ist Studentin und liest das Buch innerhalb weniger Stunden durch, danach ist sie nicht mehr dieselbe, vernachlässigt ihr Studium und sich selbst bis sie sich schließlich vor einen Zug wirft.
Ein paar Jahrzehnte später, in der Gegenwart, machen sich einige Menschen auf, um das Geheimnis zu enträtseln. Wer war die Verfasserin von "Die Eiszeit", was hat sie getrieben? War sie überhaupt real?

"Juja" spielt mit dem Werther-Effekt und beschwört, zumindest in den Kapiteln, in denen die Autorin von "Die Eiszeit" zu Wort kommt, eine düstere apokalyptische Stimmung herauf. Das Buch besteht aus mehreren Handlungssträngen, die zu unterschiedlichen Zeiten spielen, aber im Verlauf eine zusammenhängende Geschichte ergeben. Dieser Kniff sorgt für zusätzliche Spannung.

Ein großartiges Debüt, surreal und düster, doch mit vereinzelten Hoffnungsschimmern.

Ullstein
Taschenbuch
Broschur
288 Seiten
ISBN-13 9783548287928

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