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Johanna Urban: Lippenstift statt Treppenlift

Lippenstift statt Treppenlift

Mit "Lippenstift statt Treppenlift" ist Johanna Urban ein Erlebnisbericht gelungen, der nicht betroffen macht, aber ein Verständnis für Menschen mit Demenz schafft und mit dem man sich identifizieren kann, wenn man wie Urban das Kind eines Demenzkranken ist.

Die Autorin beschreibt den „Werdegang“ ihrer 80-jähringen Mutter von einer Dame mit Schrullen in eine Patientin mit Demenz. Trotz der Diagnose lässt sich „Oma“ nicht unterkriegen. Das hat gute wie schlechte Seiten. Denn obwohl sie nicht gut hört, weigert sie sich ein Hörgerät zu tragen, denn „Hörgeräte verschlechtern das Gehör“, weiß die alte Dame. Gegen diese Logik muss Johanna erst mal ankommen.

Doch das Buch lebt nicht alleine von der humoristischen Seite, auch das Ausmaß der Diagnose wird beschrieben. Was bedeutet es, sich um eine Person zu kümmern, die partout keine Hilfe möchte, die sich selbst als „lediglich etwas vergesslich“ bezeichnet.

Die Situation kann belastend für die Familie sein. Ihr Ehemann ist verständnisvoll, denn: Auch seine Mutter bedarf einer gewissen Überwachung. Sonst kann es sein, dass sie weder daran denkt zu essen, noch zu trinken. Der Hund der Familie wiederum wird mit Nahrung versorgt, leider mir mehr als im guttut, was mit kleineren bis größeren Katastrophen im Auto auf der Heimfahrt enden kann.

Auf eine andere Härteprobe wird Johanna gestellt, als ihr Vater zurückkehrt, der sie und ihre Schwester als Kinder im Stich gelassen hat. Er hat Krebs, in einem Hospiz kommt sich die Familie wieder nah. Dieses Kapitel ist wunderschön, hier ist kein Platz für Humor.

Überhaupt ist manchmal Witz fehl am Platz. Johanna trifft stets den richtigen Ton, die Erkrankung wird nicht heruntergespielt, sondern angenommen und dann wird das Beste daraus gemacht. Eine Gradwanderung, doch sie ist der Autorin gelungen.


8,99 EUR
Bastei Lübbe
Taschenbuch, 221 Seiten
ISBN: 978-3-404-60733-4

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