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Harper Lee: Gehe hin, stelle einen Wächter

 Harper Lee Gehe hin, stelle einen Wächter - Buchcover von DVA

Harper Lees „Wer die Nachtigall stört“ (spielt in den 30er Jahren) ist ein Klassiker amerikanischer Literatur. Der Überraschungsfund von 2014 „Gehe hin stelle einen Wächter“ rehabilitiert die Autorin vom Verdacht, ein sogenanntes One Hit Wonder zu sein. Interessanter Fakt dabei: „Gehe hin stelle einen Wächter“ spielt zeitlich gesehen zwar nach dem Klassiker, entstand aber davor.

Die Geschichte umfasst keine lange Zeitspanne und verändert doch so viel für die junge Jean Louise Finch, genannt Scout, die ihren Vater Atticus stets auf einem Podest stellt, nicht zuletzt wegen seines Einsatzes als Anwalt für den Farbigen Tom; damals war Scout ein Kind. Tom wurde fälschlicherweise angeklagt, eine weiße Frau vergewaltigt zu haben.Atticus, als sein Pflichtverteidiger, setzte alles daran, seine Unschuld zu beweisen, trotzdem die Bevölkerung ihm unmissverständlich zu verstehen gab, dass man keinen anderen Schuldigen ausmachen wolle. (Plot aus „Wer die Nachtigall stört“).

„Gehe hin stelle einen Wächter“ spielt zwanzig Jahre nach dem spektakulären Fall. Scout ist erwachsen, lebt im weltoffenen New York. Sie kehrt zurück ins fiktive Maycomb/Alabama. Doch trifft sie dort auf einen tolerierten Rassismus, ihre Welt und ihr Verhältnis zu ihrem Vater gerät ins Wanken. Es ist die Zeit, in der die NAACP, eine der ältesten und einflussreichsten schwarzen Bürgerrechtsorganisationen der USA, sich dafür einsetzt, dass Farbigen die gleichen Möglichkeiten wie Weißen offen stehen.

Scout muss miterleben, wie ihr Vater bei einer Ratsversammlung einem Aufrührer gegen die schwarze Bevölkerung eine Plattform gibt. In der kleinen Stadt ist der Gedanke, dass Schwarze und Weiße gleichgestellt sind, noch immer absurd und mit Gefahr verhaftet. Diffuse Ängste werden vom Klu Klux Klan getriggert. Scout, die ihr ganzes Bewusstsein auf die liberale Einstellung und Erziehung ihres Vaters gründet, ist fassungslos, enttäuscht und sofort bereit, mit allem zu brechen.

Harper Lees Sprache ist außergewöhnlich klar und schafft es trotzdem, die emotionale Seite Scouts ganz ohne hysterische Zwischenrufe zu vermitteln. Ein lesenswertes „Debüt“!


DVA
€ 19,99 [D]
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-421-04719-9

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