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Der Garten im Zeichen des Klimawandels

Laut Prognosen der Klimaforscher werden Perioden mit Hitze, Starkregen, Stürme und weitere Wetterkapriolen zunehmen. Viele Hobbygärtner haben in den langen trockenen Sommern der letzten Jahre bereits einen Vorgeschmack darauf bekommen, was dies für Blumen, Sträucher, Rasen und Bäume bedeutet. Denn Wassermangel ist in den heißen Sommern zum Problem geworden. Zeit also, den heimischen Garten den neuen Bedingungen anzupassen.

Pflanzen im Garten gießen

Freud und Leid der Gartenbesitzer
In Deutschland ist es deutlich wärmer geworden. So manch ein Gärtner freut sich über die Möglichkeit, jetzt Palmen und andere mediterrane Pflanzen kultivieren zu können. Anderswo frieren bei spät im Frühjahr plötzlich eintretenden Frösten die Triebe der Obstbäume und anderer wertvoller Pflanzen einfach ein wie in diesem Jahr in weiten Teilen Südeuropas und Deutschland geschehen.

Starkregen im Mai spülte so manch einem Gärtner die letzten Jahre das frisch angepflanzte Gemüsebeet davon oder förderte eine Schädlingsinvasion. Während der ausgedehnten Hitzeperioden im Frühjahr und Sommer trockneten Rasenflächen ein und mancherorts sogar Bäume.

Klimaforscher geben wenig Hoffnung auf Normalisierung der Lage. Vielmehr müssen sich Pflanzenfreunde und Gartenbesitzer auf den Klimawandel einstellen.

Welche Möglichkeiten der Anpassung gibt es?

Verluste durch Wetterextreme kann ein Gärtner niemals völlig ausschließen. Verbrennt die Sonne jedes Jahr den Rasen oder wird das Erdreich immer an derselben Stelle weggespült, sollte man jedoch besser reagieren. Selbst für empfindliche Gemüsebeete gibt es Schutzmöglichkeiten und sogar gewinnbringende Anpassungen.

Blatt im Sonnenlicht

Starke Sonneneinstrahlung
Die Intensität der Sonne nimmt zu. Manche Pflanzen passen sich an, andere verbrennen, Rasenflächen leiden und Gärtner brauchen mehr Zeit und Geld für Wasser. Um starker Sonneneinstrahlung und Hitzeperioden mit Dürren zu begegnen, eignen sich diese Maßnahmen:

  • Auch Pflanzen wie Tomaten und Äpfel können einen Sonnenbrand bekommen. Es empfiehlt sich daher, sie durch sogenannte Schattiernetze oder auch einen Sinnenschirm oder -segel zu schützen.

  • Mittelfristig bis langfristig lohnt es sich, Stauden und Bäumen zwischen kleinere Pflanzen und neben Beete zu setzen. So ist auf natürliche Weise für mehr Schatten gesorgt. Auch Rasenflächen können so besser beschattet werden.

  • Humus verwenden: Er hilft nicht nur dabei, die Qualität des Bodens zu verbessern. Er ist auch in der Lage, Wasser zu speichern und es peu à peu wieder an die Pflanzen abzugeben. Am besten man legt dazu einen Komposthaufen im Garten an.

  • Den Boden bedecken: Neben Humus hilft auch eine dicke Mulchschicht vor Austrocknung des Bodens. Diese kann z.B. aus Ernteresten oder Rasenschnitt bestehen. Außerdem verdunstet weniger Wasser aus der Erde, wenn man Gründünger aussät.

  • Mischkultur spart Wasser: Wer die Fruchtfolge beachtet und Gemüse, Kräuter und weitere Pflanzen zusammen, als in einer Mischkultur anbaut, fördert eine gesundes Wachstum. Auf diese Weise wird Wasser auch aus tieferen Schichten hervorgeholt.

  • Regenwasser nutzen: Das Sammeln von Regenwasser in oberirdischen Tanks oder unterirdischen Zisternen stellt kostenloses Wasser zur Verfügung. Auch ein kleiner Teich kann als Sammelstelle und Tränke für Vögel und andere Tiere dienen.

  • Intelligente Bewässerungssysteme mit Sensoren helfen dabei, die Wassermenge auf die Bodenfeuchte und Temperatur abzustimmen. Pflanzen erhalten so die richtige Menge Wasser zum richtigen Zeitpunkt und man kann wertvolles Trinkwasser sparen.

Große Gartenschnecke im Regen

Maßnahmen gegen Starkregen
Plötzlich niedergehende Wassermengen spülen lockeres Erdreich einfach weg oder lassen Pflanzen ertrinken, wo der Ablauf nicht gesichert ist. So können Gärtner entgegenwirken:

  • Das Öffnen versiegelter Flächen (geschottert, mit Platten belegt oder betoniert) fördert den natürlichen Abfluss des Wassers. Und auch bei Hitze hat dies den Vorteil, dass die Verdunstung feuchter Erde die Umgebung kühlt.

  • Eine dichte Bepflanzung und Artenvielfalt kommen mit plötzlichen Wassermengen besser klar, als Monokulturen und viel freies Erdreich.

  • Wo sich regelmäßig Wasser sammelt, helfen professionelle Drainagen.

  • Gewächshäuser schützen vor Starkregen, Frösten, Winden und zum Teil auch Schädlingen.

Wenn Sturm die Bäume umstürzen lässt
Aus Angst vor Sturmschäden sollten Bäume nicht übereilt gefällt werden. Vielmehr empfiehlt es sich, sie auf Schwachstellen wie morsche Äste kontrollieren zu lassen. Professionelle Baumpfleger begutachten Bäume und schätzen deren Sicherheit sehr zuverlässig ein. Sie prüfen das Wachstum, die Gesundheit und die Ausrichtung der Krone. Spezielle Schnitte sorgen für Standfestigkeit und eine winddurchlässige Krone.

Mildere Winter, aber auch mehr Schädlinge
Die milderen Temperaturen im Winter bieten Chancen für neue Pflanzen, fördern aber auch das Wachstum von Schädlingen. Verantwortungsbewusste Gärtner greifen nicht gleich zur chemischen Keule. Natürliche Mittel können ebenfalls hervorragend gegen Schädlinge wirken.

  • Backsoda und Pflanzenjauche sind effektive und verträgliche Mittel gegen Blattläuse, Mehltau & Co. Wo sie ins Erdreich gelangen fördern sie sogar den pH-Wert und damit weiter die Resistenz der Pflanzen.

  • Insekten wie Bienen oder Hummeln aber auch Vögel vertilgen oder vertreiben Schädlinge. Insektenhotels, bienenfreundliche Pflanzen und natürliche Bepflanzungen fördern die natürliche Regulationsfähigkeit des Gartens.

Hausgarten mit Beeten und Bäumen

Umdenken und geschickt planen

Wer positiv bleibt, kann den Wetterveränderungen auch etwas Gutes abringen. Gärtner können jetzt neue Anpflanzungen vornehmen, den Garten umgestalten und neue Impulse ins Leben bringen. Grundsätzlich lohnt sich die Rückbesinnung auf natürliche und robuste Pflanzen. Billige Hybriden aus Massenvermehrungen sind weniger resistent als Pflanzen, die in regionalen Baumschulen gezogen wurden.

Inspirationen aus mediterranen Regionen können den heimischen Garten ebenfalls bereichern. Dort leben Menschen seit Jahrhunderten mit Hitze, Trockenheit und starken Regenfällen – und haben trotzdem schöne Gärten mit einer beeindruckenden Pflanzenvielfalt.

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