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Feierabend-Scout "Neustadter" auf Teneriffa

Da war ich schon sehr überrascht, als im Januar 2017 während einer Küstenwanderung auf Mallorca mein Handy klingelte: „Hier ist die Redaktion von Feierabend – herzlichen Glückwunsch – Sie haben gewonnen und reisen als Feierabend-Scout nach Teneriffa!“ Nachdem einige Tage später die Bestätigung von Wikinger-Reisen mit dem genauen Reiseprogramm eintraf war ich noch mehr überrascht: Nicht nur wandern mit Gleichgesinnten auf der Insel des ewigen Frühlings – sondern auch diverse Gesundheitsangebote, Anwendungen, Massagen, ein Inselvortrag usw standen auf dem Programm dieser Reise mit dem Titel: „Natürlich gesund auf Teneriffa“ Nun, bis zum Beginn der Reise Mitte Oktober musste ich mich noch etwas gedulden.


Die Eckdaten meiner Reise vom 14.10.-21.10.2017:

  • Flug in der Economyclass nach Teneriffa Süd und zurück
  • Alle Transfers auf Teneriffa ab/bis Flughafen
  • 7 Übernachtungen im Einzelzimmer mit Bad/WC
  • Halbpension
  • Wikinger-Programm inkl. 4 Wanderungen, 2 Massagen, 3 Aquafitness-Einheiten, Angebot „Aktives Erwachen“ am Morgen
  • deutschsprachiger, qualifizierter Wikinger-Gesundheitswanderführer
  • Reisedetails auf www.wikinger-reisen.de

Los ging es dann an einem Samstag im Oktober ab Frankfurt mit TUIFly – im Vorfeld hatte ich mir über das Internet noch einen bequemen Sitzplatz mit Beinfreiheit und ein warmes Essen bestellt. So genoss ich den knapp fünfstündigen Flug und kam am Abend am Flughafen Teneriffa-Süd an. In der Empfangshalle stand dann schon Johanna – unsere Wanderreiseleiterin von Wikinger – und dann ging es auch schon mit einem Transferbus einmal quer über die Insel vom Süden in den Norden in den kleinen Ort Los Silos, wo sich das Standorthotel „Luz del Mar“ von Wikinger Reisen befindet.

Die Transferzeit nutzte ich, um einen Teil meiner Mitreisenden kennen zu lernen – wir waren zu sechst in diesem Bus. Die Stimmung von Anfang an sehr entspannt und gelöst – formlos stellte sich jeder den anderen Teilnehmern kurz vor - ohne Umschweife gingen wir sofort zum unkomplizierten „Du“ über – das ist so üblich unter Wikinger Reisegästen und ich fand es sehr symphathisch.

Nach Ankunft im Hotel – inzwischen war es dunkel geworden – kurz im Zimmer frisch gemacht – und dann ging es zum Abendessen. Auf der Terrasse, bei Kerzenschein, dezenter Musik mit Blick auf den großzügigen Pool der Anlage genossen wir ein leckeres 4-Gänge-Menü.

Anschließend trafen sich alle Teilnehmer noch im Nebenraum der Hotelbar und Johanna stellte uns das Programm der nächsten Tage vor und wir lernten bei dieser Gelegenheit auch noch die anderen Mitreisenden kennen, die im Laufe des Tages von unterschiedlichen Flughäfen aus Deutschland früher angereist waren. Insgesamt waren wir 16 Wanderwillige aus ganz Deutschland – 3 Paare und 10 Singles – im Alter zwischen Mitte 30 und Ende 60. Einige der Teilnehmer hatten schon mehrere Wanderreisen mit Wikinger unternommen – es waren aber auch Neulinge da-bei – so wie ich. Nun, dann konnte es ja endlich losgehen.

Als der Wecker am nächsten Morgen kurz nach 7 Uhr klingelte war es noch stockduster. Wenige Minuten später traf ich mich mit einigen anderen Teilnehmern zum „Aktiven Erwachen“ auf dem Bouleplatz. Unter Anleitung von Johanna unternahmen wir leichte Bewegungs- und Atemübungen, um unseren Körper etwas in Schwung zu bringen. Dazu kamen Bewegungsabläufe entlehnt aus dem fernöstlichen Qigong – die Elemente Holz, Feuer, Metall, Wasser und Erde dienen alter Tradition zufolge der Stabilisierung des Energiehaushaltes des Körpers.

Nach diesen Übungen – zwischenzeitlich war es hell geworden – schwamm ich erst einmal einige Runden im herrlich großen Hotelpool – mit 27 Grad angenehm warm. Dieses Ritual sollte nun in den nächsten Tagen jeden Morgen stattfinden.

Ein wirklich tolles Frühstück schloss sich an – frische, lokale Produkte, frisches Obst, Vollkornbrot, Eierspeisen – der richtige Start in den Tag.

Um 9 Uhr gings dann los: Ein Kleinbus stand bereit und brachte uns zum Ausgangspunkt unserer ersten Wanderung. Vom Berdorf Erjos im Teno Gebirge aus ging es Richtung Westen zur Ortschaft El Palmar. Zunächst ging es auf breiten Wirtschaftswegen erst bergan, und dann durch Wälder ein längeres Stück ebenerdig voran. Insgesamt wanderten wir an diesem Tag gute 10 Kilometer, die reine Wanderzeit betrug etwa 2,5 Stunden.

Auf halber Strecke lud Johanna uns zu einigen Bewegungsübungen ein – wir machten Streck- und Dehnübungen und lockerten unsere angespannten Glieder. Die anschließende Ruhepause nutzten wir, um unsere mitgenommenen Brotzeiten zu genießen – dann ging es weiter. Es folgte ein etwas schwierigerer Abschnitt, wo man auch schon einmal die Hände zu Hilfe nehmen musste.

Am Ende der Wanderung wartete bereits unser Wikinger Bus – und es ging die Serpentinen wieder hinab zum Küstenort Buenavista de Norte. Zielstrebig steuerten wir dort das nette Restaurant El Burgado an – direkt am Meer gelegen, dort gab es kühle Getränke, Tapas für den kleinen Hunger, Paella in verschiedenen Varianten und natürlich fangfrischen Fisch. Hier sollte ich in den nächsten Tagen noch zweimal einkehren – die Garnelen in Knoblauch und der passende Rosado – das passt!

Einige aus der Wandergruppe hatten ihre Badesachen dabei – die Wellenbedingungen und auch die Wassertemperatur erlaubten es, dass man den Sprung in den Atlantik wagen konnte.

Zurück im Hotel blieb noch Zeit für eine entspannte Runde im Pool, zum Besuch des Fitnessstudios oder der Saunen.

Wie bereits am Vorabend fand das Abendessen auf der Terrasse statt – ich fand es schön, dass die Teilnehmer an jedem Abend andere Plätze einnahmen, so dass man während der Reisewoche auch wirklich alle anderen Reisenden kennen lernen konnte.

Nach dem Essen trafen sich noch einige Teilnehmer in der benachbarten Bar El Carmen – bei einem guten Landwein saßen wir dort und ließen den Tag Revue passieren.

Am zweiten Tag unseres Aufenthaltes ließen wir es etwas entspannter angehen. Wir starteten unsere Küstenwanderung direkt am Hotel und wanderten zum Küstenort Garachico Richtung Nordosten. Die Hälfte des Weges verlief unmittelbar am Meer entlang – tosende Brandung begleitete uns. Wir passierten die Ansiedlung Casa Amarilla, dort konnten wir Surfer beobachten, die sich mit ihren Brettern weit ins Meer hinaus wagten, um dann dort eine passende Welle zu erwischen, auf der sie dann eine Weile mit hoher Geschwindigkeit Richtung Strand „reiten“ konnten.

Wir verließen die Küste und wanderten etwas landeinwärts, vorbei an riesigen Bananenplantagen, vorbei am Weiler Las Cruces und kamen dann nach Garachico. Dieser Ort war seit dem 15. Jahrhundert ein blühender Hafenort, bis der Ausbruch des Vulkans Montana de Trebejo im Jahre 1706 dem ein abruptes Ende setzte. Der Hafen und ein Großteil des Ortes wurden unter der Lava begraben – noch heute kann man sehr deutlich die erkalteten Lavaströme erkennen.

Garachico hat einen sehenswerten Ortskern – unsere Gruppe verteilte sich auf diverse Tapasbars und wir genossen eine schöne Zeit, bis wir mit dem Linienbus wieder zurück nach Silos gefahren sind.

Unsere Wandertour am dritten Aufenthaltstag startete erneut im Teno Gebirge, der Weg verlief über den Cumbre de Bolico, die Wetterscheide zwischen dem grünen Norden und dem trockenen Süden. Leider war es an diesem Tag etwas trübe, dennoch konnten wir die kleine Schwesterinsel La Gomera erblicken. Unser heutiges Pensum zusammengefasst: Gute 8 Kilometer, 150 Meter ging es bergan und etwa 470 Meter bergab, reine Wanderzeit etwa knapp 3 Stunden. Die Tour endete oberhalb von Masca, einem Bergdorf inmitten der schroffen Bergwelt mit fantastischen Ausblicken auf das blaue Meer. Am Ende der Tour wartete ein nettes Cafe auf uns – neben dem Traumblick ins Tal gab es auch hier den guten Inselwein sowie verschiedene Spezialitäten mit Ziegenkäse – einfach ein Genuß!

Nach drei herrlichen Wandertagen stand der vierte Aufenthaltstag ganz im Zeichen der Muße und Entspannung. Das Programm heißt ja "Natürlich gesund auf Teneriffa" – also konnte ich an diesem Tag eine herrliche Massage genießen, dazu gab es Wassergymnastik im Pool. Insgesamt waren 3 solcher Aqua-Fitness-Einheiten sowie 2 Massagen im Reiseprogramm inkludiert – und das machte für mich ja auch den Reiz dieser besonderen Reise aus: Nicht nur die Bewegung in toller Natur während der Wanderungen, sondern auch Entspannung und Wohlfühlen.

Am fünften Tag ging es dann ganz hoch hinaus: Unser Transferbus brachte uns auf das Teide Plateau – in den gewaltigen Krater Canadas del Teide. Seit 1954 ist dieses Gebiet ein Nationalpark, der mächtige Pico del Teide ragt mit seinen 3.718 m hoch auf. Er ist der höchste Berg Spaniens – im Winter oft mit Schnee bedeckt. Die Transferzeit ins Wandergebiet nutzte unsere Reiseleiterin Johanna wie an den Vortagen für kleine Vorträge über Land und Leute. So erfuhren wir eine Menge über die vielgestaltige Flora in den unterschiedlichen Vegetationszonen und bei der Durchquerung der weiten Bergregionen sahen wir immer wieder ausgedehnte Gebiete, in denen Bananen, Tomaten, Kartoffeln und andere Erzeugnisse angebaut werden.

An diesem Tag unternahmen wir 2 Kurzwanderungen – bei strahlend blauem Himmel und fast hochsommerlichen Temperaturen. Wir lernten diese einzigartige Vulkanlandschaft zu Füßen des Teide kennen und umrundeten zunächst die mächtigen Vulkankegel Roques de Garcia. Auch hier waren die Wanderwege wie überall auf Teneriffa vorbildlich ausgeschildert. Die zweite Tour führte uns unterhalb des Vulkans Chio entlang. Wir liefen oberhalb der Baumgrenze durch verschiedene Lavazonen – an der jeweiligen Vegetation kann man Rückschlüsse auf das Alter der Lava schließen - je länger die Lavaströme erkaltet sind, desto mehr Vegetation kann sich in dieser kargen Bergwelt entwickeln.

Der letzte Aufenthaltstag stand wieder ganz im Zeichen der Entspannung: Wassergymnastik, Yoga am Pool und meine gebuchte Massage. Dazu ruhige Stunden am Hotelpool, die ich mit Lesen verbracht habe. Einige Wanderer aus unserer Gruppe hatten sich an diesem Tag noch zu einer Extra-Tour verabredet: Mit einem Taxi fuhren Sie nach Masca, um dann dort die legendäre Mascaschlucht zu durchwandern. Am späten Nachmittag kamen sie wohlbehalten am Hotel wieder an. Ich bin an diesem Nachmittag noch einmal zum Strandlokal El Burgado gefahren – wegen der Knoblauchgarnelen, die mir vom ersten Besuch noch so positiv in Erinnerung waren.

Mein Fazit der Reise:

Es war sehr schön, vielseitig und es wurde eine Menge geboten: Angefangen vom Hotel Luz del Mar, schöne, geräumige Zimmer mit allem Komfort, ein netter, sehr freundlicher Service, neben dem bereits erwähnten tollem Frühstück gab es jeden Abend ein mehrgängiges Menü. Ein Abend stand ganz im Zeichen von Tapas – verschiedene kalte und warme Kleinigkeiten - die geschickt kombiniert waren, es war ein echtes Highlight! Dann gab es noch einen „Kanarischen Abend“ mit lokalen Inselspezialitäten, der durch eine fünfköpfige Musikergruppe angenehm begleitet wurde.

Es war meine erste Gruppenreise mit Wikinger – und auch hier war ich sehr angenehm überrascht. Wir waren eine tolle Gruppe, haben uns super verstanden, auch bei den Wanderungen hat es prima harmoniert - gegenseitige Rücksichtnahme und auch Hilfestellung war oberstes Prinzip. Die Gespräche während der Abendessen wurden nahezu jeden Abend an der Dorfbar El Carmen fortgesetzt, sie entwickelte sich schnell zu unserem „Stammlokal“.

Gerade auch für Alleinreisende ist diese Reiseform ideal: Ungezwungen lernt man sich schnell kennen und kann viel mit den anderen Reiseteilnehmern unterneh-men – man kann aber auch seine Ruhe haben, wenn man es möchte. Und wenn man dann noch das Glück hat, dass jemand ein Musikinstrument dabei hat – richtig toll! Eine Teilnehmerin hatte ihre Ukulele dabei und ihr Liedrepertoire versetzte nicht nur mich in Erstaunen. Neben kanarischen Volksweisen und hawaianischen Liedern fehlte auch deutsches Liedgut nicht. So manche Busstrecke wurde durch den gemeinsamen Gesang unserer Gruppe angenehm verkürzt.

Unsere deutsche Reise- und Wanderleiterin Johanna war ein echter Gewinn: Eine Kennerin der Insel, die seit Jahrzehnten in einem Bergdorf auf Teneriffa lebt, kenntnisreich, gewitzt, allzeit ansprechbar, offen für Vorschläge aus der Gruppe – wirklich einmalig – an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön!

Für die Teilnahme an dieser Reise ist meines Erachtens eine gewisse Grundfitness und auch Trittsicherheit erforderlich – die Gehzeiten an den Wandertagen lagen zwischen 2,5 und 3,5 Stunden bei mäßigen Anstiegen zwischen 80 bis 400 Metern. Unterschätzen sollte man keinesfalls die Witterung: Es kann an einem Tag neblig und kühl sein, am nächsten Tag strahlend blauer Himmel und die Sonne brennt vom Himmel – hier ist für ausreichenden Schutz zu sorgen.

Ich bin jedenfalls gut erholt und tiefenentspannt nach Hause gekommen mit dem festen Vorsatz, das Motto der Reise „Natürlich gesund auf Teneriffa“ auch ein wenig in meinen Arbeitsalltag zu integrieren.

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