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Mode im Wandel der Zeit

Heute nennt sich alles "Retro", was man schon einmal gesehen hat. Ob es sich dabei um Mode oder moderne Technik in nostalgischem Gewand handelt, ist nebensächlich. Die modischen Trends von heute berufen sich häufig auf das, was die heute Fünfzig- und Sechzigjährigen schon getragen haben. Nur war es damals hip und neu. Es war sogar so neu, dass es Skandale auslösen könnte.

Frau in Hotpants mit Rollschuhen

Viele Ältere erinnern sicher noch, was für einen Medienaufruhr allein die "Hot Pants" auslösen konnten. Wer sich über Modetrends echauffieren wollte, fand und findet in jeder Zeit Gründe.

Die elegante Mode der Fünfziger

Frau im Etuikleid

Irgendwie konnte man sich in dieser Dekade nicht recht entscheiden zwischen hautengen Bleistiftröcken und weiten Petticoats. Dann propagierte Christian Dior den "New Look" und kombinierte ausgestellte Röcke mit figurnah geschnittenen Blusen. Frauen trugen keine Hosen, sondern Kostümchen. Beinkleider durften nur als Caprihose an Frauenbeinen auftauchen und bestenfalls in der Freizeit getragen werden. Man kleidete sich dem Status gemäß. Wer wohl bestallt war, trug Hut und Handtasche. Tagsüber galten Twinset oder Faltenrock als Nonplusultra der Damenmode, abends das Cocktailkleid. Die Wespentaille rang vielen Frauen den Zwang zum Hüfthalter ab. Pumps mit Pfennigabsätzen entpuppten sich als Horrorvision für Hausfrauen, die einen Linoleumboden pflegen mussten. Das Geklimper vieler Metallarmreifen kündigte damals unüberhörbar das Eintreten einer Frau an. Zu den Stilikonen, die damals die Mode prägten, gehörten neben Audrey Hepburn auch Monacos Grace Kelly, Marilyn Monroe oder Romy Schneider. James Dean und Marlon Brando waren die modischen Vorbilder der Männer.

The Beat goes on: Die wilden Sixties

Junge Frau scherzt  mit ihrem Baby

In den Sechzigerjahren wurde es modisch bunt und unkonventionell. Man hielt als Jugendlicher in dieser Zeit nicht allzu viel von Etikette, sondern wollte sich aus den starren Korsetts der Konventionen befreien. Die Jugendkultur nahm der Kleidung das Elitäre. Stattdessen dokumentierte man seine politische Einstellung. Psychedelische Muster und bunte Farben, Pop und Op-Art sind Schlagworte dieser modischen Ära. Die Befreiung von Zwängen zeigt sich auch darin, dass Frauen Hosen tragen durften. Der Aufreger dieser Periode war der Minirock. Bei den Frisuren dominierte der Trend zum "Beehive", einem hoch aufgetürmten, bienenkorbartigen Dutt. Die Taille blieb schlank und wurde durch Gürtel noch betont. Der Schnitt der Kleidung wurde durch weit geschnittene Ärmel oder Schlaghosen gekennzeichnet. Designer wie Yves Saint Laurent, Pierre Cardin, Paco Rabanne oder Mary Quant prägten die Mode auf den Laufstegen. Was Twiggy, Uschi Obermeier oder Jacky Kennedy trugen, schaffte es bis in die Klatschpresse. Die Sixties waren modisch ebenso vielseitig wie die nachfolgenden zehn Jahre - und viele Retro-Rückgriffe beziehen sich auf diese Zeit.

Die Flower-Power-Zeit der Siebziger

Hippies

Blumiges, Peace-Zeichen überall, Fransentaschen und Schaffelljacken kennzeichnen die Siebziger. Der Protest gegen Vietnam prägte den Zeitgeist mehr als alles andere. Die Ölkrise erinnerte die Menschen an den Bezug zur Natur. Folglich schwenkte die Mode auf Selbstgestricktes und Gehäkeltes ein. Der Trend zum Handgemachten machte auch vor der Dekoration der Wohnung nicht Halt. Prompt entwirft die Mode-Designerin Sonia Rykiel feminine Strickmode. Sie macht sie zum damaligen Markenzeichen. Schon damals gab es Retro-Mode, aber man nannte sie Folklore- oder Nostalgie-Stil. Längere Röcke liegen im Trend. Der Minirock hat vorerst ausgedient. Stattdessen wallen die Kleider und Folklore-Röcke bodenlang durch die Straßen. Bell Bottoms liegen im Trend.

Spießermode wollen sich die Punks nicht bieten lassen. Sie kreieren die Anti-Mode schlechthin. Rasierklingen an der Kette, bunt gefärbte Irokesenfrisuren und die Sicherheitsnadel als Ohrschmuck werden zum Kult. Modedesignerin Vivienne Westwood entdeckt die Anti-Styles für sich und bringt sie auf den Laufsteg. Protest webt sich auch in die damalige Military-Mode ein. Man kauft sie gebraucht und versteht sie als modische Protestnote gegen den Militarismus. Die modische Vielseitigkeit der Sechziger setzt sich auch in den Siebzigern fort. Die Disco-Mode ist die vierte Modeströmung, die Fuß fassen kann. Musik- und Tanzfilme wie "Saturday Night Fever" haben Hochkonjunktur. Man trägt silberne Plateauschuhe zu eigenhändig erweiterten Schlaghosen und fühlt sich modisch ganz groß. Die Spießer unter den Männern tragen braune Cordhosen oder Hosenanzüge. Ihre Haartracht ist von breiten Koteletten und halblangen Haaren geprägt. Batikklamotten sind in.

Die Stilikonen der damaligen Zeit sind so unterschiedlich wie die Mode. Die Palette der modischen Vorbilder reicht vom Anzug eines John Travolta bis zum Rastafari-Look eines Bob Marley. Skandalträchtig sind in dieser Zeit die knapp sitzenden "Hot Pants" der jungen Damen.

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