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Abnehmen leichtgemacht

Ach, was muss ich oft vom Abnehmen hören und auch lesen.
Jeder macht das irgendwie, irgendwann im Leben einmal mit.
Oft wird die Fastenzeit zum Anlass genommen. Sie dient zwar einem ganz anderen Sinn und Zweck, nämlich der Erholung der Seele und des Geistesholen können, aber als gestandene Frau kann man ja dies gleichzeitig mit dem Verlust von Pfunden zum Erhalt/Erlangen der Bikinifigur verbinden.

Voriges Jahr habe ich es also auch mal versucht. Damit ich alle Phasen der Gewichtsabnahme minutiös festhalten konnte, kaufte ich ein kleines Heftchen. Am ersten Tag fing ich voller Elan, stets den erhofften Gewichtsverlust vor Augen, mit der Dokumentation an. Hier meine Zusammenfassung:

An Tag 1 kochte ich nach dem Aufstehen zunächst mal eine große Kanne Kaffee. Aus Neugierde sah ich kurz in den Kühlschrank, blieb aber hart und schloss die Tür tapfer, wenn auch leicht vergrämt.
Wild entschlossen nahm ich alsbald eine Banane und kaute lange darauf, damit ich mehr davon hatte. Eine weitere Tasse Kaffee folgte, darauf noch eine
Dazu eine Tasse Kaffee getrunken, noch eine Tasse und dann noch eine Tasse und noch eine …musste Pipi.
Da Kaffee so gut wie keine Kalorien hat (natürlich ohne Zucker und Milch), ließ ich mich nicht entmutigen, sondern kochte gleich wieder Kaffee, um für den Tag gerüstet zu sein.
Um das Knurren meines Magens zu beruhigen (und überhaupt mich selbst) aß ich dann noch eine Banane.
Dieser viele Kaffeegenuss machte mich fertig, das war ich einfach nicht gewohnt. Nach zehn Tassen von dem Gebräu kamm ich mir wie ein Zombie vor, meine Nerven flatterten und mein Puls raste. Vom dauernden Gerenne zur Toilette ganz zu schweigen. Ich holte vier Kasten Wasser, da das sicherlich für mich gesünder war. Obligatorischer Griff zur Banane.
Das Wasser dazu geht runter wie Öl und hatte nun nicht mehr so dramatische Folgen wie der Kaffeegenuss. Nur die Toilettengänge nahmen nicht ab. Aus Verzweiflung ging ich in Bett, denn Schlaf tut immer gut. Leider musste ich fünfmal in der Nacht aufstehen, die viele Flüssigkeit wollte wieder raus aus meinem gepeinigten Körper.

Voller Hoffnung beginne ich Tag zwei. Ich fühlte mich etwas zerknautscht, aß aber brav meine Banane und trank Wasser. Aus lauter Frust und Hunger trank ich immer mehr Wasser. Die Folge: Mein Leben fand praktisch in dem kleinsten Raum meiner Wohnung statt, damit ich bei Bedarf immer schnell handeln konnte. Zeitungslesen und Stricken konnte ich auch da.

Meine Tochter brachte mir zum Trost einen glasklaren Acrylblock mit, in dem sich eine feine Praline befand.
Verzweifelt nahm ich ihn in die Hand und leckte daran herum. Nichts war zu spüren, aber meine Gedanken waren etwas abgelenkt.
Dann kam mir eine gloriose Idee. Ich holte einen Teil meines Geschirrs und der Pfannen aus dem Schrank, leckte daran herum, in der irrwitzigen Hoffnung, dass vielleicht auch nach dem Spülen noch ein klitzekleiner Essensrest, angetrocknet und uralt, zu finden sei.
Ein klein wenig munterte mich dann die Idee auf, mal an den Kochbüchern zu
schnuppern, denen mit vielen Wunschträumen immer noch ein feiner Essensduft hätte entströmen konnte.
Dritter Tag: Ich wurde depressiv, bekam zudem fürchterliche, unbeschreibliche Bauchschmerzen. Hatte ich etwa übertrieben?
Voller Verzweiflung suche ich den kleinen Acrylblock - nichts. Auch ein Kochbuch ist verschwunden, das dünne kleine, mit den Dessertrezepten.
Mir schwante Fürchterliches. Schnell fuhr ich in die Notaufnahme. Dort musste ich sofort operiert werden.
Der Acrylblock war schnell gefunden, aber das Kochbuch hatte sich im Magen etwas quer gestellt und war verkeilt. Drei Wochen musste ich im Krankenhaus bleiben, dabei nahm ich 14 kg ab.
Mission geglückt!

Diese Gewaltkur empfehle ich zwar nicht meinem ärgsten Feind, doch die Bikinifigur stand mir sehr gut.

Autor: Cerlane

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