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Schulalltag, nachbarlich erlebt

Leider ist unser Mitglied Hatsch_43 im September 2014 verstorben. Wir sind sehr traurig, dass wir in Zukunft auf seine humorvollen, pointierten und hintergründigen Texte verzichten müssen.
Doch seine Alltagsbeobachtungen und Kolumnen bleiben aktuell und wir schätzen sie nach wir vor sehr. Deshalb kannst Du sie auch weiterhin auf unseren Seiten lesen.

Schulalltag, nachbarlich erlebt

Unsere örtliche Grundschule befindet sich schlappe 400 Meter entfernt. Das wohlvertraute Kinderlachen und das coole Straßenvokabular unser Kiddies dringt so täglich schmeichelnd ans Ohr, - na ja, manchmal auch das Schreien einiger davon mit Tinnitus-Garantie … Diese seien die sogenannten Schreikinder, hat man mich aufgeklärt, stimmliche Powerkinder, die das Schreien erst in der Pubertät ablegen, oder noch später beim Psychologen auf der Couch


Herrlich wie die Buben sich ihre Kenntnisse über die Automarken um die Ohren hauen, oder der ganzen Straße erzählen, was Papa gestern im Pay TV gesehen hat - ganz schön pikant diese Schlüssellochberichte. Einige Mütter rasen, kaum sind die eigenen kleinen Racker hinter sicheren Mauern verstaut, mit quietschenden Reifen durch die 30er Zone - was schert da schon Nachbars verträumtes Lieselchen, was über die Straße trödelt -, aber Verständnis bitte, Mutti hat nach der Ablieferung des Nachwuchses sicher ihren Tennistermin. Diese Raserei spaltet allerdings auch die Gemeinde der Mütter.


Und das bisschen Arbeit für mich als Anwohner, na wozu hab ich denn grad Kehrwoche: Meine Forsythien sind nun schon lange nicht mehr gelb, dafür schön bunt: An dem einen Ast hängt ´ne leere Chipstüte, am nächsten leuchtet mir Mars macht mobil entgegen. Macht sich gut so’n Strauch als Werbeträger; der Abfallkorb 20 Meter weiter an der Bushaltestelle gähnt mir leer entgegen. Aber lieb von den Kleinen, dass sie immer an unsere hungernden Vögel denken; so macht sich ein Rabenpärchen über ein dickbelegtes Salamibrot am Boden her.


Ich bin ja ein nachdenklicher Mensch. Es ist schon erstaunlich, was so ein Schulranzen neben Büchern und Schulheften - oder hat man heute ein Diktafon zur Wissensmitnahme? - alles fasst. Ganze „Tüten-Konzerne“ verstauen Süßes und Saures in diesem Behälter. Ein Getränkevorrat ist zu sehen, als wäre der Heimweg eine Marathonstrecke. Aber wer wollte auch, dass unseren zukünftigen Pisa-Prüflingen das Hirn austrocknet?


Wie auch immer, wenn die bunte Zwergerl-Karawane lärmend und lamentierend täglich am Haus vorbeiziejt, da zaubert sie mir doch manch knitziges Lächeln ins Gesicht.


Mit verbindlichem Gruß,
Euer
hatsch_43 ;-))

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