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Jagdschloss Kranichstein & Waldspirale.

Am Donnerstag, 01.10.2020 besuchten wir auf Einladung von Ulf "SeutenJunge" das Jagdschloss Kranichstein, die Waldspirale von Hundertwasser und die "Gemüseplantagen" im Prinz-Georg-Garten in Darmstadt.
Für die Führung im Jagdschloss wurden wegen Corona zwei Gruppen mit 8 Personen gebildet.
Nach einem längeren Fußmarsch begann um 14:00 Uhr die Führung.

Das Jagdschloss Kranichstein.

Das um 1580 erbaute Jagdschloss Kranichstein mit seinem idyllischen Schlosspark liegt innerhalb einer malerisch gestalteten Jagdlandschaft mit Wäldern, Wiesen und Teichen. Kunstvoll angelegte Sichtschneisen, Jagdhäuser, Saufanghäuschen sowie Flur- und Naturdenkmäler dokumentieren 400 Jahre fürstliches Jagdvergnügen und Repräsentationsbedürfnis der Landgrafen und Großherzöge von Hessen-Darmstadt.

1917 ließ Großherzog von Ernst Ludwig durch seinen Großmarschall Cuno Graf von Hardenberg das Museum Jagdschloss Kranichstein mit der jagdhistorischen Sammlung seines Hauses einrichten. Ab 1939, bedingt durch die Kriegsereignisse, führte man die Gebäude vorübergehend einer sozialen Nutzung und Ausbildungszwecken zu, bis die Stiftung Hessischer Jägerhof das Schloss 1952 von Ludwig Prinz von Hessen und bei Rhein übernahm und kurz darauf das Museum wieder aufleben ließ.
Mehr über das Schloss hier.

An dieser Kutsche sind die schlichten angenagelten Bretter, die einen verlorengegangenen Spritzschutz ersetzen sollen, nicht zu übersehen. Anhand der Bearbeitung der Bretter, der Holzqualität und den verwendeten Befestigungstechnik kann man die Ergänzung eindeutig an den Anfang des 20.Jh. datieren. Es ist anzunehmen, dass der Schlitten seither nicht mehr zum Einsatz kam.

Der eiserne Ansatzbügel für das Zuggeschirr verrät uns, dass der Schlitten ursprünglich von nur einem Pferd gezogen wurde.

Dieses Parforcehorn hat schon einiges mitgemacht. Zuerst als Instrument im Besitz eines am Hofe von Hessen-Darmstadt angestellten Parforcejägers und dann als Sammelobjekt des Großherzoglichen Jagdmuseums.
Dort wurde es entsprechend den Vorstellungen damaliger Kuratoren angemalt, poliert und hergerichtet.
Vor zwei Jahren wurde es von einem Blechblasinstrumentenrestaurators konserviert.

Einsatz von Parforcehörnern:

Ursprünglich wurden Parforcehörner bei den Hetzjagden eingesetzt, damit die berittenen Jäger sich auch über weitere Distanzen – Parforcejagden finden auf sehr großen, kilometerweiten Landschaftsflächen statt – untereinander über Signale verständigen konnten, während sie der Hundemeute folgten. Der Klang der Signalhörner ist durchdringend und trägt weit.

Jagdsignale, Hubertusmessen und Bläsergruppen:

Auch heute werden Parforcehörner noch zum Blasen traditioneller Jagdsignale eingesetzt, sie werden aber darüber hinaus auch in Fanfarenzügen und Bläsercorps geblasen. Bei Hubertusmessen – der hl. Hubertus ist der Schutzpatron der Jagd und die Hubertusmesse eine Art Erntedankfest der Jäger – spielen in Es gestimmte Parforcehörner eine tragende Rolle. In B gestimmte Parforcehörner werden häufiger zusammen mit Fürst-Pless-Hörnern geblasen.

Jagdhornblasen in Kranichstein

Die Trappe ist der größte flugfähige Vogel Europas und stark bedroht. Lebten vor 100 Jahren noch 4.000 Trappen in Deutschland, so sind es heute nur noch 172. Nur in zwei Bundesländern - in Sachsen-Anhalt und Brandenburg - lebt die Trappe noch. In Sachsen-Anhalt wird sie in einem 143 ha großen umzäunten Schutzgebiet vor den Prädatoren - allen voran dem Fuchs - geschützt. Jäger unterstützen den Schutz der Trappe durch gezielte Fangjagd. Nur mit Hilfe der Fallen lassen sich ausreichend viele Füchse fangen. Neben der Fangjagd, spielt der Gelege- und Kükenschutz eine herausragende Rolle. Die Maßnahmen führen bereits dazu, dass die Population der Trappen wieder steigt.
Mehr Info über die Großtrappe

Nach der Jagdschlossführung hatte Ulf "SeutenJunge" die Waldspirale von Hundertwasser auf dem Programm.
Nach einem etwas längeren Spaziergang durch den Wald fuhren wir mit der Straßenbahn zur Waldspirale.
Ulf erzählte uns, dass die "Waldspirale" zwischen 1998 und 2000 erbaut wurde. Die revolutionäre, farbenfrohe und von irregulären Formen geprägte Architektur des berühmten Friedensreich Hundertwasser zeigt sich hier in ihrer ganzen Pracht.
Keine zwei Fenster dieses von goldenen Zwiebeltürmen überragten Gebäudes mit 105 Appartements gleichen sich.
Natürliche Kennzeichen der Landschaft werden dargestellt: beispielsweise spiegeln sich die unterhalb des Gebäudes vorgefundenen Bodenschichten in der farblichen Gestaltung der Fassade wieder.

Das Dach des mit Recycling-Beton errichteten, zwölfstöckigen Gebäudes ist mit Linden, Buchen und Ahornbäumen bepflanzt. Ein Spielplatz und ein künstlicher Fluss sind Teil des Gartens im Inneren.

Hundertwasser starb im Februar 2000, wenige Monate vor Vollendung des Gebäudes.

Als dritte Station standen die Gemüseplantagen im Prinz-Georg-Garten auf dem Programm.
Hier teilte sich die Gruppe, da es leicht anfing zu regnen.

Am nordöstlichen Ende des Herrngartens, von einer Mauer umgeben, liegt der Prinz-Georg-Garten. Im Gegensatz zu der wechselvollen Gestalt des "großen Bruders" ist der Prinz-Georg-Garten noch heute in seinem ursprünglichen Zustand erlebbar; eine Anlage typisch für das Rokoko mit Rasenflächen, Rabatten, Fontänen und Sonnenuhren. So könnte der frühere Herrngarten ausgesehen haben, als dieser noch ganz traditionell die Lust- mit der Nutzgartenfunktion vereinte. Gut ein Dutzend Gärtner haben hier das ganze Jahr über zu tun; es wachsen Kartoffeln, Möhren und Kohlrabi, Minze und Lavendel blühen und die einwandfreien Erträge können in der Gärtnerei gekauft werden.

Die Anlage geht zurück auf die Zusammenlegung zweier benachbarter Gärten im Jahr 1748, des Palaisgarten im Norden mit dem Prettlackschen Garten im Süden. Das neu entstandene Anwesen schenkte Ludwig VIII. seinem Sohn, dem Prinzen Georg Wilhelm 1764 und machte ihn auch zum Namenspaten.

Abschluss des erlebnisreichen Tages war wie schon so oft in letzter Zeit das Braustüb´l in Bahnhofsnähe.
Hier gilt unser Dank noch einmal Ulf "SeutenJunge" für die Organisation und Durchführung des Programm´s.

Bis zur nächsten Veranstaltung
Hans-Rüdiger

Text, Fotos und Layout Hans-Rüdiger (lahnelster)

*** Zur Diashow von Hans-Rüdiger "lahnelster" ***

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