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Autor: Feierabend-Mitglied

Das Hüttenwerk in Rothe Erde

Viele Straßen und Plätze tragen zeugen heute noch unter anderem von Vergangenen Zeiten oder berühmte Persönlichkeiten durch den Straßennamen. So auch in Aachen Rothe Erde. Hier in der Hüttenstraße erinnert der Namen der Straße an Zeiten, als Rothe Erde noch ein Hüttenwerk hatte.
Um 1845 wurde von Aachener Fabrikanten das Piedbouf et Co AACHENER Walz und Hammerwerk gegründet und ein Gründstück in Aachen Rothe Erde gekauft. Das Hüttenwerk Aachen Rothe Erde entstand und wurde 1847 in Betrieb genommen. 1888 wurde das Verwaltungsgebäude gebaut, was noch heute erhalten ist. Der belgische Ingenieur Jules Magéry und Adolf Kirdorf aus Mettmann brachten das Hüttenwerk zu ihrer Blüte. Aachen Rothe Erde wurde der größte und modernste Stahlproduzent in Deutschland.

Die Bevölkerung in der Region hatte Arbeit gefunden, schnell stieg die Mitarbeiterzahl auf über 5000 Mitarbeiter. Das Thomaswerk Aachen entwickelte sich schnell zu einem führendem Stahlwerk in Deutschland. Auch der Stadtteil Aachen Rothe Erde hatte durch das Hüttenwerk ein Bevölkerungswachstum zu verzeichnen. Da sehr viele Arbeiter aus der Umgebung kamen, und ihren Arbeitsplatz nur zu Fuß oder mit dem Rad aus bis zu 30 Kilometer Entfernung erreichen konnte, baute das Hüttenwerk im Jahre 1870 kleine Arbeiterhäuser, die für 12 Mark im Monat gemietet werden konnte. Dieses Geld wurde vom kargen Lohn abgezogen. Die Häuser verfügten über3 Zimmer, Küche, Stall und Gemüsegarten. Bei einem Wochenlohn von 18 Mark, war es auch in dieser Zeit nicht wenig. Aber die Arbeiter hatten den Fußweg bei Wind und Wetter gespart.

Zu dieser Zeit gab es noch keinen Arzt in Rothe Erde der die Verletzungen behandeln konnte. Deshalb entschloss man sich, Heilgehilfen einzustellen. Für die beiden Heilgehilfen Friedrichs und Endres wurde ein Heilgehilfenhaus gebaut, wo beide mit ihren Familien leben konnten. Dadurch war sicher gestellt, das es eine Heilversorgung gab im Hüttenwerk. Beide hatten reichlich Arbeit zu dieser Zeit.

Die Bevölkerungsanzahl im Stadtbereich stieg entsprechend weiter und man entschloss sich, auch eine Kirche zu bauen. Die meisten Einwanderer sind Katholiken, das Hüttenwerk trägt einen Großteil der Kosten, der Rest wird durch Spenden finanziert. Bei der Grundsteinlegung am 13. Mai 1900 mauern die Arbeiter mit der Gründungsurkunde auch Fotos des Hüttenwerks, katholische Tageszeitungen und einen Stein aus der Katakombe des Hl. Calixtus in Rom in die Kirche ein. Schutzpatronin wurde die Hl. Barbara, Schutzpatronin der Bergleute. Die Inneneinrichtung, d.h. Hochaltar, Kommunionbank, Beichtstuhl und Stühle wurden vom Hüttenwerk gestiftet.

Durch die steigende Bevölkerungszahl, musste auch eine Schule gebaut werden. Diese wurde 1875 gebaut, die erste Klasse konnte unter dem Lehrer Wilhelm Josef Stein eröffnet werden. Der Ortsteil Rothe Erde erlebte eine Blütezeit. Durch die kriegswirren des Ersten Weltkrieges, hatte das Hüttenwerk einen großen Einbruch zu verzeichnen. Am 17. Juli 1926 wurde der Betrieb des Hüttenwerkes eingestellt, das Gelände an die Stadt Aachen verkauft. Viele Gebäude wurden abgerissen, wenige blieben stehen, wo später bekannte Firmen ihre Produktion aufnahmen. Zum Beispiel Uniroyal, die heute noch in Rothe Erde produziert. Auf dem ehemaligem Gelände des Hüttenwerkes entstanden neue Arbeitsplätze, so auch durch die Fa. Phillips, die jahrzehntelang ein großer Arbeitgeber in der Region hier war.
Aachen Rothe Erde hat mit dem Hüttenwerk ein Stück Geschichte geschrieben. Nur der Straßennamen erinnert an diese Zeit



Seit Oktober 2007 ist am Umschaltwerk dieses Bild zu finden.

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