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Rundgang am 18. August 2008 durch das historische Babelsberg
Potsdam ist nicht nur Park und Schloss Sanssouci, sondern hat noch mehr zu bieten. Zum Beispiel Babelsberg.
Um Babelsberg näher kennenzulernen, haben wir uns entschlossen, einen Rundgang durch das historische Babelsberg gemeinsam mit der Akademie 2. Lebenshälfte zu unternehmen. In altbewährter Weise stand Herr Gladitz schon bereit, uns viel Neues und Interessantes zu erzählen.
Das Wetter wollte anfangs nicht so richtig in Gang kommen, aber dann wechselte es sich mit Regen und Sonne ab. Wir, das heißt:
nahmen es mit Humor und Schirm und lauschten den kleinen Geschichten über die große Historie dieses Stadtteils.
Unser Rundgang begann auf dem Neuendorfer Anger. Die Restaurierung der kleinen Kirche wurde durch viele Firmen unentgeltlich unterstützt.
Weiter ging es zur Glasmeisterstraße. Auch der kurze Regenguß konnte uns nichts anhaben. Wir lauschten alle gespannt den Ausführungen:
Der Große Kurfürst ließ im 18. Jh. in Neuendorf eine Glashütte bauen, wo der berühmte Alchimist Johann Kunckel(1630 - 1707)das für Potsdam bekannte Rubinglas erfand. Die Ergebnisse seiner Arbeit, das Potsdamer Rubin- und Goldrubinglas, das weltberühmt und noch im 19 Jh. nach geheimen Rezepturen hergestellt wurde, waren dann 300 Jahre später der Beginn der Industriestadt Babelsberg. Der Name Kunckels geriet in Vergessenheit. Allein die Glasmeisterstraße in Babelsberg erinnert noch an diese vergangene Zeit.
Eigentlich hat Babelsberg drei Rathäuser. Das Neuendorfer Rathaus, das alte Nowaweser Rathaus und das bereits erwähnte, das unter Rathaus Babelsberg bekannt ist.
Die Nowaweser Gemeindeverwaltung ließ 1898 /99 ein Rathaus im Stil der märkischen Backsteingotik mit einem achteckigen Turm nach Plänen von Otto Kerwien bauen. Am 1. April 1939 wurde Babelsberg nach Potsdam eingemeindet. Das Rathaus verlor damit seine Funktion als Verwaltungssitz. In den Zeiten des 2. Weltkrieges wurde es als Reservelazarett, Bibliothek und Sparkasse genutzt.
Die Nowaweser Gemeindeverwaltung ließ 1898 /99 ein Rathaus im Stil der märkischen Backsteingotik mit einem achteckigen Turm nach Plänen von Otto Kerwien bauen. Am 1. April 1939 wurde Babelsberg nach Potsdam eingemeindet. Das Rathaus verlor damit seine Funktion als Verwaltungssitz. In den Zeiten des 2. Weltkrieges wurde es als Reservelazarett, Bibliothek und Sparkasse genutzt.
Der dreieckige Weberplatz im Herzen der historischen Webersiedlung war das ursprüngliche Zentrum von Nowawes. Er ist einer der schönsten Plätze von Potsdam. Für die Dreiecksform des Platzes gibt es mehrere Deutungen, so dass die Form des Platzes in Folge der dreieckigen Anlage des ersten Siedlungsabschnitts entstanden ist. Eine mögliche Erklärung wird auch in der Rezeption des Weltbildes von Comenius gesehen, in dessen Zentrum die Klarheit-Vernünftigkeit-Mäßigkeit und in die Kirche im Mittelpunkt als Auge Gottes stehen.
Böhmische Emigranten siedelten sich am Weberplatz an. Aus dieser Zeit stammen die kleinen Weberhäuser am Weberplatz und in der näheren Umgebung. Viele der den Platz prägenden Häuser erzählen Geschichten über die fleißigen Weber und Spinner.
In der Nummer 23 befand sich die Weberinnung. Von hier brachten die Planwagen die Webwaren nach Berlin.
Böhmische Emigranten siedelten sich am Weberplatz an. Aus dieser Zeit stammen die kleinen Weberhäuser am Weberplatz und in der näheren Umgebung. Viele der den Platz prägenden Häuser erzählen Geschichten über die fleißigen Weber und Spinner.
In der Nummer 23 befand sich die Weberinnung. Von hier brachten die Planwagen die Webwaren nach Berlin.
Das Ende des Rundganges ist gekommen. Noch ein Blick auf die 100jähriger Bürgel-Schule. Das alte Weberhaus wird gerade rekonstruiert. Herr Gladitz verabschiedete sich, alle haben interessiert zugehört und trotz Regen und Sonne durchgehalten.
Wir haben wieder viel Interessantes über Potsdam-Babelsberg erfahren.
Vielen Dank für diese Führung. Bestimmt bis zum nächsten Mal.
Nun können wir uns eine Pause genehmigen. Hanne hat schon die Gaststätte "Unicat" gefunden.
Wir haben wieder viel Interessantes über Potsdam-Babelsberg erfahren.
Vielen Dank für diese Führung. Bestimmt bis zum nächsten Mal.
Nun können wir uns eine Pause genehmigen. Hanne hat schon die Gaststätte "Unicat" gefunden.
Sicher ist der "kleine" Bericht über unsere Wanderung durch das historische Babelsberg wieder sehr lang geworden. Aber, die ich alles interessant fand, wollte ich es keinem vorenthalten.
Hinweis:
Klickt auf die Bilder, denn vergrößern sie sich.
Hinweis:
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Einiges zur Geschichte:
Babelsberg ist der größte Stadtteil von Potsdam.
1. April 1907
Vereinigung der Gemeinden Nowawes und Neuendorf unter dem Namen Nowawes.
1. April 1938
Eingemeindung von Neu-Babelsberg und Umbenennung der Stadt in Babelsberg.
1. April 1939
Eingemeindung von Babelsberg nach Potsdam. Das Rathaus verlor damit seine Funktion als Verwaltungssitz.
Die Alte Kirche auf dem Neuendorfer Anger. Schon bald war das neogotische Bauwerk, trotz des Einbaus einer zweiten Empore, zu klein, weshalb direkt daneben im Jahre 1899 von Ludwig von Tiedemann die Bethlehemkirche errichtet wurde. Während diese im Krieg (erst 42 Jahre nach ihrer Erbauung) stark in Mitleidenschaft gezogen und später komplett abgetragen wurde, blieb die Alte Kirche nur leicht beschädigt erhalten und konnte wieder restauriert werden.
Langzeitsegler/Christel und Regiopoint/Sieglinde sind ganz bei der Sache.
Jedes Detail wird bewundert und "besprochen".
Theodor Christlieb Jonathan Hoppe (1846 - 1934)wurde 1879 zum Pfarrer und Vorsteher des Diakonissenmutterhauses Oberlinhaus in Nowawes berufen. Hinter ihm lag ein halbes Jahrhundert unermüdlichen Engagements für behinderte Menschen, die der medizinischen, pädagogischen und seelsorgerischen Hilfe bedurften.
Die Friedrichskirche auf dem Weberplatz wurde von Friedrich dem Großen in Auftrag gegeben und 1753 von Jan Boumann erbaut. Sie fasst 900 Menschen und wurde zwei Jahre nach der Gründung der Kolonie Nowawes fertiggestellt. Bis 1809 wurden hier Gottesdienste in zwei Sprachen abgehalten, auf tschechisch für die Einwanderer und auf deutsch. Die Orgel mit klassizistischem Prospekt stammt von der Potsdamer Firma Schuke (1953).
Am 21.11.1995 wurde die Bronzefigur des tschechischen Reformpädagogen Jan Amos Comenius (1592 bis 1670) von dem mährischen Künstler Igor Kitzberger, vor der Friedrichskirche auf dem Weberplatz, enthüllt.
Am 21.11.1995 wurde die Bronzefigur des tschechischen Reformpädagogen Jan Amos Comenius (1592 bis 1670) von dem mährischen Künstler Igor Kitzberger, vor der Friedrichskirche auf dem Weberplatz, enthüllt.
1780-1781 pflanzte die Forstverwaltung hier Maulbeerbäume zur Seidenproduktion. Diese waren in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts schon sehr dezimiert, als der Hofgärtner Hermann Sello den Platz mit Wegen, einer Baumgruppe und Ziersträuchern neugestaltete. Ein letzter Maulbeerbaum steht an der Ecke Lutherstraße.














