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Immer mehr Wölfe in Deutschland - 46 Rudel nachgewiesen

Wolfsrudel im Wald

Ob als Großmutter-verschlingendes Unwesen oder als teuflischer Werwolf – im Märchen und in der Mythologie gelten Wölfe als Räuber und Mörder, als Inbegriff des Bösen. Kein Wunder also, dass das Tier in Deutschland vor 150 Jahren ausgerottet wurde. Doch im Jahr 2000 wanderte erstmals wieder ein Wolfspaar aus Polen ein. Wie das Bundesamt für Naturschutz (BfN/Bonn) mitteilt, sind mittlerweile 46 Rudel, 15 Paare und vier sesshafte Einzeltiere nachgewiesen. „Doch der Mensch ist nach wie vor der größte Feind des Wolfes“, sagt BfN-Präsidentin Professorin Beate Jessel.

Die meisten Tiere leben in Sachsen und Brandenburg, aber auch in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen gibt es welche.

Mensch und Wolf

Wölfe sind in Deutschland streng geschützt, doch – so das BfN - nur 14 der 147 Wölfe, die seit 2000 in Deutschland tot aufgefunden wurden, seien nachweislich eines natürlichen Todes gestorben. Die meisten wurden überfahren oder illegal abgeschossen.

Obwohl Untersuchungen in Nordamerika und Europa zeigen, dass es nur in extrem seltenen Fällen und unter sehr speziellen Umständen (z.B. durch Tollwut infizierte oder durch Fütterung an den Menschen gewöhnte Individuen) zu Übergriffen an Menschen kommt, ist die Angst da. "Deutschland war lange Zeit wolfsfrei und wir müssen erst wieder den Umgang mit diesem Wildtier lernen. Viele Menschen sind unsicher, was sie von der Rückkehr der Wölfe zu erwarten haben und ob von den Tieren eine Gefahr für den Menschen ausgeht“, erklärt die Biologin Ilka Reinhardt von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW).

Wölfe leben heute in der Kulturlandschaft in direkter Nähe zum Menschen und es gehört zu ihrem normalen Verhalten, dass sie gelegentlich auch tagsüber in Sichtweite von bewohnten Gebäuden entlang laufen oder nachts gelegentlich Dörfer durchqueren.

Um die Ängste zu nehmen, haben die Mitarbeiter der DBBW praktische Tipps für die Begegnung mit Wölfen zusammengestellt.

Begegnungen auf einer Entfernung von weniger als hundert Metern finden in der Regel dann statt, wenn Wölfe den Menschen zum Beispiel wegen entsprechender Windverhältnisse noch nicht bemerkt haben. Wenn sie den Menschen wahrnehmen, fliehen die Wölfe meist nicht panisch, sondern orientieren sich zunächst einen Augenblick und ziehen sich dann zurück.

Grundsätzlich gilt, dass man sich bei einer Begegnung ruhig verhalten und Wölfen mit Respekt begegnen sollte. Denn Wölfe sind, wie Wildschweine auch, große wehrhafte Wildtiere. Sollte es zu einer Begegnung mit einem Wolf kommen:
  • Verhalten Sie sich bitte ruhig. Bleiben Sie stehen und halten Sie Abstand.

  • Laufen Sie nicht weg, sondern gehen Sie langsam rückwärts und sprechen Sie dabei laut.

  • Falls der Wolf nicht wegläuft, halten Sie an, schreien Sie ihn an und klatschen in die Hände. Machen Sie sich groß, um ihn einzuschüchtern.

  • Wenn Sie mit Hund unterwegs sind, leinen Sie ihn bitte grundsätzlich an und führen Sie ihn nahe bei sich. Sollte sich ein Wolf trotzdem nähern, rufen Sie laut und klatschen Sie in die Hände, um Ihre Anwesenheit deutlich zu machen.

Wichtig ist auch:
  • Bitte locken Sie keine Wölfe an und füttern Sie diese keinesfalls. So verhindern Sie, dass ein Wolf seine natürliche Scheu vor dem Menschen verliert.

  • Melden Sie Wolfsbegegnungen an die zuständigen Länderbehörden. Auffälliges Verhalten kann so frühzeitig erkannt werden, so dass wenn notwendig entsprechend gegengesteuert werden kann.

Praktische Informationen für Bürger innen und Bürger gibt es unter anderem in dem Faltblatt „Wenn Sie einem Wolf begegnen“, das mit Unterstützung des BfN erarbeitet wurde. Eine aktuelle Version (Dezember 2015) ist unter www.wolfsregion-lausitz.de erhältlich.

Wölfe und Nutztiere

Doch die Hauptkonfliktquelle im Zusammenleben von Wölfen und Menschen sind in vielen Ländern Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere, denn Wölfe unterscheiden bei der Jagd nicht zwischen wilden und domestizierten Huftieren. Insbesondere bei Schaf- und Ziegenherden, die ohne den Schutz von Elektrozäunen und Herdenschutzhunden gehalten oder nachts nicht in den Stall gebracht werden, besteht ein Risiko. Das kann aber durch geeignete Vorsichtmaßnahmen, zum Beispiel Herdenschutzzäune, erfolgreich begrenzt werden. Im Vergleich zu Schafen und Ziegen sind Rinder und Pferde recht wehrhaft, vor allem wenn sie in Herden gehalten werden. Belegte Risse von Rindern oder Pferden durch Wölfe sind selten.

Weitere Informationen

Pressemitteilung des Bundesamtes für Naturschutz.

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