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"Guten Appetit, liebe Bakterien!

Von Nordlichter Samstag 26.09.2020, 15:21

Was sind Viren? Sie sind winzig kleine "Etwas"*, was man nicht mal sehen kann, aber die schlimmsten Krankheiten verursachen können.
Nicht alle Viren (von den angenommenen 3000) sind bekannt und gegen ganz wenige von ihnen kann man sich wehren, weil sie keine natürliche (oder künstlich erzeugte/ Medikamente) "Feinde" haben.
Besser gesagt: gehabt haben..

Denn das, was diese Tage entdeckt wurde, scheint - in gewisser Weise - vielversprechend zu sein, auch wenn dies z.Z.noch ganz behutsam gehofft...

Ich versuche euren Samstag nicht mit einem zu langem Text zu verderben, ich mach es so kurz wie möglich, weil wir hier, als Nichtqualifizierte, sondern nur an der Sache an sich Interessierte/ Neugierige, uns nicht so viele technische und wissenschaftiche Details merken müssen. So mein Gefühl...

* Wie erwähnt sind Viren keine Lebewesen. Sie bestehen nur aus eine DNA oder RNA Kette, und einer umschliessenden Proteinkapsel (Membran). Nichts mehr. Und doch sind sie so aggressiv...

Wird man von Bakterien, bzw. baktetiellen Krankheiten, "überfallen", kann man sich mit Medikamenten dagegen wehren. Nicht so im Falle eines Virus.

Neulich wurden bestimmte Bakterien entdeckt, die sich von... Viren "ernähren". Klasse, oder?
Es gibt offensichtlich Lebewesen, die ihre Energie durch das Virenfressen gewinnen. Anfangs als unmöglich gedacht und deswegen wiederholte Male studiert, aber jetzt ist man sicher: Es stimmt!

Die Forscherin Julia Brown und ihr Team vom Bigelow Laboratory for Ocean Sciences (East Bootsbay) hat diese fantastische Entdeckung gemacht und die Ergebnisse ihres Teams in "Frontiers in Microbiology" veröffentlicht.
Es geht um "Viren-hungrige" Bakterien, die selbst winzig-klein sind (Einzeller!), die ihre (Lebens-)Energie durch das Konsummieren dieser Viren gewinnen!

Es wurden zwei Einzeller Arten entdeckt, die sich von Viren "ernähren": die Choanoflagellaten und die Picozoa. Sie gelten ab jetzt als Fressfeinde der Viren. Tolle Sache.

Diese Entdeckung kam allerdings nicht von Ungefähr. Das Team um Julia Brown musste alle anderen möglichen Erklärungen dafür ausschliessen, warum sie "Virenresten" in den Bakterien fanden.

Dafür untersuchten sie 1700 Protisten (mikroskopische Lebewesen) aus dem Mittelmeer und dem Golf of Main, das Meereswasser gefiltert und alle sich dort befindenden Bakterien haben sie unter die Lupe genommen.

Die Ozeanographen entdeckten schliesslich, dass es in bestimmten Bakterien einige Viren gab, aber nicht etwa als "Indadoren".
D.h., die Viren hatten diese Bakterien nicht "beschlagnahmt" , nicht "besetzt", sie also auch nicht als Wirt benutzt (wie so oft in der Natur), sondern wurden tatsächlich von den Bakterien als "Nahrung" benutzt!

Was für weitere wissenschaftliche, medizinische oder/ und ökonomische Konsekvenzen diese tolle Entdeckung haben wird, muss sich erst einmal zeigen.


Im Angesicht einer extrem virotischen und immer gefährlicheren Zeit, in der wir leben müssen, kann ich heute nur ganz bescheiden mit dem Satz von Horaz:

"Quid sit futurum cras, fuge quaerere.."*

enden!


* "Was morgen sein wird, frage nicht!"


Quellen:
Frontiers in Microbiology
spektrum.de
Bigelow Laboratory for Ocean Sciences

Bild: SPAWNS/Getty Images/Istock (Ausschnitt)






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