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Verlorener Glaube?

Von EwigerBrunnen01 Samstag 12.12.2020, 09:51 – geändert Samstag 12.12.2020, 09:53

Bildquelle: Pixabay kostenlos

Bei der Dichtkunst früherer Jahrhunderte ist mir aufgefallen, dass die jeweiligen Autoren scheinbar gottesfürchtiger waren als es die heutige Generation ist. Oft kommt eine Dankbarkeit und Ehrfurcht vor der Schöpfung zum Ausdruck die ich bei modernen Gedichten vermisse.

Wie kann man es erklären dass Menschen des 20./21. Jahrhunderts den Glauben an Gott verloren haben? Wissenschaftliche Erkenntnisse, Kriege, neue Entdeckungen des Weltalls? Ist der heutige Mensch klüger als vergangene Generationen?

Winternacht (1819)
J. v. Eichendorff

Verschneit liegt rings die ganze Welt,
ich hab' nichts, was mich freuet,
verlassen steht der Baum im Feld,
hat längst sein Laub verstreuet.

Der Wind nur geht bei stiller Nacht
und rüttelt an dem Baume,
da rührt er seinen Wipfel sacht
und redet wie im Traume.

Er träumt von künft'ger Frühlingszeit,
von Grün und Quellenrauschen,
wo er im neuen Blütenkleid
zu Gottes Lob wird rauschen.



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