Glauben und Zweifeln
Von ehemaliges Mitglied Mittwoch 04.11.2020, 10:28
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Die Weltreligionen tun sich weiterhin schwer mit der Toleranz.
Die schönsten Papstsätze zum Lieblingsstreitthema seiner Kirche sind nun auch schon fünf Jahre alt.
Über die außereheliche, also im Sinne der Glaubenslehre nonkonforme Sexualität sagte Franziskus 2015 : "Weh euch, Rechtsgelehrte, die ihr den Schlüssel der Weisheit versteckt ! Ihr denkt, wer alle Gebote befolgt, ist erlöst, und wer das nicht tut, ist verdammt. Ihr begrenzt den Horizont Gottes und verwandelt seine Liebe in etwas sehr, sehr Kleinliches "!.
Denn Kirche, so der Papst, sei nicht zum Moralisieren da, sondern zum Hüten und Begleiten aller, auch der unverheirateten Paare, der Patchworkfamilien, der Homosexuellen.
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Auszug aus einem anderen Artikel dazu :
Es wird aber bis zur Wahl von Papst Franziskus dauern, bis der erste Papst sich dafür entschuldigt, was die Kirche homosexuellen Menschen angetan hat. noch seine Vorgänger, Benedikt XVI und Papst Johannes Paul II., haben Homosexualität als widernatürlich verdammt.
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"Wir müssen die Vielfalt familiärer Situationen anerkennen ", erklärte er 2015, es war ein vatikan-diplomatisch formulierter Befehl zu mehr Toleranz. Für alle Bischöfe, die ihn partout nicht hören wollten, präzisierte der Chef in dem apostolischen Schreiben "Freude der Liebe"; Die übertriebene Idealisierung der Ehe habe diese "nicht erstrebenswerter und attraktiver gemacht, sondern das Gegenteil bewirkt".
Doch man sollte sich nichts vormachen : Westliche Toleranz in Fragen der Sexualmoral wird weltweit von den meisten Gläubigen noch immer abgelehnt.
Das zeigte sich eben erst auf brutale Weise in Dresden, wo ein junger syrischer Islamist ein schwules Paar angriff und einen der Männer tötete. Die Wahl des Opfers war wohl kein Zufall. Sie lenkt den Blick darauf, dass Homophobie kein Vorrecht aller Mullahs oder geharnischter Evangelikaler, sondern ebenso in jenen Communitys verbreitet ist, die der Westen oft nur als Diskriminierte sieht. Das gilt für Muslime wie für Jesiden, für schwarze Baptisten wie für katholische Latinos. Und deshalb hilft es, dass der 83-jährige Papst jetzt vorangeht. Auch wenn er ein bisschen spät dran ist.
Artikel von Evelyn Finger DIE ZEIT Nr. 45