Das Geheimnis des Todes - Khalil Gibran
Von
EwigerBrunnen01
22.11.2020, 09:45 – geändert 22.11.2020, 09:57
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EwigerBrunnen01
22.11.2020, 09:45 – geändert 22.11.2020, 09:57
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Dann sprach Almitra: "Jetzt würden wir gerne etwas über den Tod erfahren.“
Und der Prophet antwortete:
"Ich weiß, das Geheimnis des Todes würdet Ihr gern kennen. Es gibt nur einen Weg es zu finden; schaut in euer Leben.
Die Eule, die mit ihren Nachtaugen am Tag blind ist, kann das Geheimnis des Lichts nicht ergründen. Blind seid ihr ebenso für das Geheimnis des Todes; es zu schauen müsst ihr eure Herzen weit öffnen, damit das Leben einziehen kann. Denn Leben und Tod sind eins, wie der Fluss und das Meer.
In euch, doch wie in Meerestiefe, liegt stille Kenntnis vom Jenseits, eingebettet in eure Hoffnungen und Sehnsüchte. Und wie Samenkörner träumend unter Schnee verborgen, so ist eure Hoffnung vom neuen Leben. Nehmt diese Träume an, sie sind das verborgene Tor zu Ewigkeit.
Eure Angst vor dem Tod gleicht dem Zittern eines Hirten, dem der König die Hand auflegen wird, um ihn auszuzeichnen. Ist das Zittern denn nicht Ausdruck seiner Freude, dass er das Ehrenzeichen des Königs tragen wird? Doch empfindet er im Zittern nicht noch mehr als dies!
Ist doch sterben wie nackt im Wind zu stehen und zu vergehen wie Schnee in der Sonne.
Ist doch das Erlöschen des Atems wie das befreit sein vom rastlosen Dahintreiben, damit das Leben emporsteigt, sich entfaltet, um unbelastet Gott zu schauen.
Erst, wenn du vom Fluss der Stille getrunken hast, wird dein Gesang erklingen; erst wenn du den Gipfel des Berges erreicht hast, wirst du aufsteigen, und erst wenn die Erde deine Glieder gefordert hat, wirst du wahrhaft tanzen."
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Diese Gedanken sind einzigartig und auch sehr tröstend. Was Generationen jahrhundertelang als selbstverständlich angenommen haben, so wird der Tod in unserer Gesellschaft immer sehr weit nach hinten verdrängt, obwohl er täglich allgegenwärtig ist. Jedes geborene Kind trägt in sich schon sein Vergehen, der Tod sollte als Bestandteil des Lebens bzw. als Abschluss betrachtet werden.
Und obwohl die christliche Lehre von einer Auferstehung der Toten spricht mußte Paulus seine Zuhörer trösten indem er sagte dass sie beim Tod ihrer Lieben nicht traurig sein sollten wie diejenigen die keine Hoffnung haben.
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Selig sind die Toten,
die in dem Herrn sterben,
von nun an.
Ja, der Geist spricht,
daß sie ruhen von ihrer Arbeit;
denn ihre Werke folgen ihnen nach.
(Johannes Brahms - Ein deutsches Requiem)