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Unmögliches möglich machen - 1988

Von Feierabend-Mitglied Dienstag 16.11.2021, 09:03

Einige meiner Kinder waren im Sommer mit dem Flugzeug im Ausland. So wurde viel erzählt und gemalt über Flugzeuge, Rollbänder, Starten und Landen. Da kam mir der Gedanke, mit 16 Kindern den Flughafen Berlin-Tegel zu besuchen. Es stand nur eine Praktikantin zur Verfügung und wir hätten zwei Mal umsteigen müssen. Das war den Eltern zu riskant. Also bearbeitete ich weiterhin mein Gehirn und suchte nach einer kreativen Lösung.

Ich rief bei der Polizei an und erzählte dem Beamten, dass wir z.Zt. das Projekt "Kind und Polizei" vorbereiten und wir dazu den Kontakt zu Beamten in Uniform suchen, und fragte nach einem Vorschlag. Ich wusste allerdings schon sehr genau, was ich erreichen wollte.

Der Beamte schlug vor, mit den Kleinen den Fuhrpark der Polizei zu besuchen, Autos, Wasserwerfer und einen Panzer zu besichtigen. Das war nicht das, was ich wollte. Ich sagte ihm, meine Zwerge hätten noch Angst vor einer Uniform und dass dies ein zweiter Schritt wäre. Er fragte mich, ob ich eine Idee hätte.

Nun kam mein Part, ich erzählte ihm, dass wir den Flughafen Tegel besuchen wollen, es wäre doch toll, wenn man uns mit einem Mannschaftswagen abholen und dort hinbringen würde. Durch so einen unbefangenen Kontakt könnten die Kinder ein erstes Vertrauensverhältnis aufbauen. Schweigen.... Er versprach, am nächsten Tag zurückzurufen, er müsse mit seinen Kollegen darüber sprechen. Einen Tag später rief er mich an mit einer Zusage, der Termin war in 3 Wochen.

Ich jubelte innerlich, und an besagtem Tag stand um 9 Uhr ein Mannschaftswagen (man sagt bei uns grüne Minna) vor unserer Tür und hupte laut. Aufgeregt liefen meine Zwerge raus, die Beamten halfen ihnen freundlich lachend in den Wagen, Sie hatten sogar eine pädagogische Fachkraft dabei. Simon rief: "Mama in so einem Auto warst du noch nie!" Ich stieg mit meinem Akkordeon ein und los ging es.

Nach eine längeren Stadtrundfahrt mit Musik und vielen Fragen kamen wir am Flughafen an. Dort empfingen uns Flughafenmitarbeiter, beim Sicherheitscheck wurde alle Kinder abgepiepst, dann ging es mit 5 kleinen Autos auf das Rollfeld. Wir fuhren unter einer Maschine durch und meine Kleinen zogen den Kopf ein und jubelten. Dann halfen die Beamten den Kindern in die Maschine, und sie wurden nach und nach in das Cockpit geführt. Ich war so überwältigt, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass die Polizei alles vorbereitet. Es war eine riesige Überraschung und meine Kinder hatten vor Aufregung ganz rote Bäckchen. Dann waren wir noch eine halbe Stunde auf der Aussichtsplattform und nun ging es mit der "grünen Minna" wieder nach Hause. Auf der Rückfahrt strahlende Kinderaugen, lautes Geplapper und beim Aussteigen viel Händeschütteln, Dankeschön und Lars fragte: "Warum ist denn der "Kompaktbeamte" nicht mitgekommen?" Er meinte unseren dicken Kontaktbereichsbeamten, der uns öfter im Kindergarten besuchte.

Am nächsten Tag bedankten wir uns mit einem Blumenstrauß und zwei Flaschen Wein. Solch eine Aktion mit Kindern wäre heute völlig undenkbar.

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