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Umwege, um anzukommen

Von Feierabend-Mitglied Donnerstag 25.02.2021, 07:20

1985 lag ich mit einer schweren Nierenbeckenentzündung in einem anthroposophischen Krankenhaus und ließ mich naturheilkundlich behandeln, da ich aufgrund von Erfahrungen ein tiefes Misstrauen gegen die Pharmaindustrie hatte. Dieser Aufenthalt war so ganzheitlich und wohltuend, dass ich mich nach meiner Genesung zur Ausbildung als Heilpraktikerin anmeldete. Ich war ganztags berufstätig und so buchte ich einen zweijährigen Kurs, der an jedem Wochenende stattfand. Meine Fachrichtung war die klassische Homöopathie, Kinesiologie und Bachblütentherapie. Ich musste für die Prüfung erst einmal umfangreiche Schulmedizin lernen, für meine Fachgebiete belegte ich Abendkurse.

Das war eine sehr intensive Zeit, tagsüber arbeitete ich mit Kindern und abends saß ich über meinen Büchern. Das Lernen begeisterte mich und erschloss mir einen Überblick über viele Lebenszusammenhänge. Nach 2 Jahren meldete ich mich zur Prüfung an. Drei Stunden vor der Prüfung bekam ich einen Anruf aus einem Krankenhaus, meine Tochter hatte einen Unfall, ich fuhr sofort dort hin und sagte die Prüfung ab. Der nächste Termin war ein halbes Jahr später. Ich bekam kurz vorher eine Gallenkolik und musste auch diesen Termin absagen. Beim dritten Versuch, endlich diese Ausbildung abzuschließen scheiterte auch dieser, weil ich auf dem Weg vor ein Auto lief und ambulant ins Krankenhaus musste.

Nun wurde ich nachdenklich und fragte mich, ob das wirklich mein Weg war. Ich glaube nicht an Zufälle und ich dachte darüber nach, wo der Knoten in mir lag. Nach einiger Zeit und Gesprächen mit Freundinnen fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich konnte den Wunsch zu Heilen, und damit meinen Lebensunterhalt zu verdienen, nicht in Einklang bringen. Die Honorare bei meiner Kalkulation wären so hoch gewesen, dass ich nur Menschen mit gutem Einkommen hätte behandeln können, denn schon Praxisräume anzumieten, die notwendige Ausstattung, Krankenkasse und Versicherungen hätten das notwendig gemacht. Das widersprach meiner tiefen inneren Einstellung, denn ich wollte die Menschen behandeln, die sich eine solche Behandlung nicht leisten konnten. Nun konnte ich diesen Traum loslassen und war dankbar für die Stolpersteine, die mir in den Weg gelegt wurden. Diese Zeit war nicht umsonst, ich habe viel gelernt über die Verbindung von Körper und Seele, von außen und innen und über die Fähigkeit und Stimulierung der Selbstheilungskräfte. Es hat meinen Horizont erweitert.

Ich baute meinen Kindergarten auf, war glücklich, angestellt zu sein und konnte meine Energie und die Liebe zu Kindern mit ganzem Herzen leben. In den 90ziger Jahren machte ich mich selbständig als Musikpädagogin in Kindergruppen und konnte meine Liebe zur Musik mit der Freude an der Kreativität der Kinder wunderbar verbinden. Seit November 2020 ist das durch Corona nicht mehr möglich.

Wenn ich zurückblicke, dann spüre ich dankbar, wie wunderbar ich geführt wurde und wie reich mein Leben ist.

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