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Mein 50. Geburtstag

Von Feierabend-Mitglied 16.01.2022, 14:10

Mein 50. Geburtstag stand an, er fiel auf einen Dienstag und die Eltern meiner Kindertagesstätte hatten mir für diesen Tag freigegeben. Mit der Familie wollte ich erst am Wochenende feiern, da wir ja noch alle berufstätig waren. Dankbar aber auch etwas zwiespältig nahm ich dieses Angebot an, obwohl ich mich auch gefreut hätte, diesen Tag mit meinen Zwergen gemeinsam zu feiern. Das konnte ich ja später nachfeiern, so war ich doch froh über einen freien Tag, ganz für mich allein. Die 50 war für mich schon etwas Besonderes, heute kümmert mich die Zahl der Jahre nicht mehr.

Am besagten Tag klingelte um 11 Uhr mein Telefon, die Heilsarmee war dran. Sie sagten, sie hätten den Auftrag bekommen, mir einen Strauß Blumen vorbei zu bringen, ob ich zu Hause wäre. Ich war vorsichtig, weil ich noch nie gehört hatte, dass dieser Verein so etwas macht, aber sie beruhigten mich, ein Kindergarten hätte sie beauftragt und sie wären in einer Stunde da. Merkwürdig dachte ich, warum schicken sie es nicht über Fleurop.

Um kurz vor 12 Uhr klingelte es an der Haustür und ich öffnete. Ich wohnte in der 4. Etage und es dauerte, bis es an der Wohnungstür schellte. Die Kleinen waren so leise die Treppen hochgeschlichen, dass ich bis zum Schluss völlig ahnungslos war.

Als ich öffnete schaute ich in viele strahlende Kindergesichter, all meine Zwerge standen mit einer Blume in der Hand da und streckten sie mir entgegen, während sie mir ein Geburtstagslied sangen. 4 Mütter lachten und sagten, sie hätten in einem schönen Restaurant im Grunewald einen Tisch bestellt und gehen jetzt mit mir und allen Kindern gemeinsam essen. Mir liefen vor Rührung die Tränen runter, aber Katrin tröstete mich: " Du bist zwar jetzt richtig alt,50 Jahre, aber du brauchst nicht zu weinen, wir haben dich trotzdem lieb." Und Lars meinte:" Jetzt kriegst du keinen Mann mehr, aber du hast ja uns." Sie traten alle in meine Diele, während meine 5 Katzen irritiert durch die Wohnung rasten und ein gutes Versteck suchten. Eine Mutter erklärte, dass sie das mit der Heilsarmee doch sagen mussten,damit es eine echte Überraschung wurde und dann schenkten sie mir ein dickes Märchenbuch mit wunderschönen Illustrationen.

Ich zog mich an und so fuhren wir mit 4 Privatautos in das Restaurant mitten im Wald mit einem großen Spielplatz. Herrliches Wetter und wir konnten im Garten sitzen. Beim Essen wurde soviel geschnattert, gelacht, pure Lebendigkeit, dann rannten die Zwerge johlend zum Spielplatz und wir Erwachsenen waren für uns. Später brachte mich ein Mutter mit dem Auto nach Hause. So hatte ich mir diesen Tag nicht vorgestellt, es war ein wunderschöner Nachmittag mit soviel Freude, Zuneigung und Wärme, einfach unvergessen.

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