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Das kleine blaue Quadrat

Von Feierabend-Mitglied Donnerstag 06.09.2018, 11:38 – geändert Donnerstag 06.09.2018, 11:50

Heute erzähle ich euch eine Geschichte von einem blauen Quadrat. Ich habe ein kleines Büchlein gemacht, in dem ich alle Dinge, die der Zauberer aus diesem Quadrat verwandelte aus Papier gefaltet und eingeklebt habe. Das kann ich hier nicht tun, aber ihr könnt es euch vorstellen.

Das kleine Quadrat
Es war einmal ein kleines blaues Quadrat. Das war ganz traurig, denn niemand wollte mit ihm spielen. „Ach“ seufzte es, “wäre ich doch so rund wie mein Vetter Kreis, das macht Spaß“. „Hätte ich doch die herrlichen Spitzen von meiner kleinen Schwester Dreieck, damit könnte man wunderschön spielen, an mir ist aber auch gar nichts Besonderes, alle meine Seiten sind gleich lang, langweilig....." Und gähnend legte es sich auf die Seite, schloss die Augen und schlief ein.
Im Traum erschien ihm der Zauberer Funkelblut und sprach: „Warum bist du so traurig, kleines Quadrat? Kann ich dir helfen?“ „Oh bitte Herr Zauberer, lass mich nicht länger ein langweiliges Quadrat sein, verzaubere mich doch in ein lustiges spitzes Dreieck“. „Was heißt hier Dreieck, ein Kopftuch sollst du werden. Du kommst mit gerade recht. Ich verschenke dich an meine Freundin, die Hexe Wackelschlurf, vielleicht nimmt sie dann meine Einladung an, mit mir die alte Mühle am See zu durchstöbern. Ich will dort nach einem verborgenen Schatz suchen. Leider will die Hexe so ungern mitkommen, weil es dort so windig ist.“ Und im Nu verwandelte er das Quadrat in ein leuchtend orangefarbenes Kopftuch.
Dann nahm er Feder und Tinte und schrieb der Hexe einen Brief: „Liebste Freundin, erwarte mich beim nächsten Vollmond an der alten Mühle am See!“ „Was soll das!“, rief die Hexe, als sie den Brief las. „habe ich mir nicht im letzten Winter dort einen schlimmen Schnupfen geholt, den ich gar nicht loswerden kann?“ und sie holte sich zum 13.Mal an diesem Tag ein sauberes Taschentuch.
Nachdem sie tüchtig und lange ihre Nase geputzt hatte war ihr erster Gedanke: „Was ziehe ich nur an bei einem solchen Ausflug“, dann durchsuchte sie ihren Schrank. Sie fand einen alten abgetragenen Rock. „Das ist genau das Richtige“ dachte sie, „das hält schön warm“. Sie probierte ihn gleich an und schaute in ihren Spiegel. Sie fand sich hinreißend schön und schön wollte sie für ihren Freund unbedingt sein. Am Abend vor dem nächsten Vollmond briet die Hexe Wackelschlurf einen dicken Fisch, als Nachtisch knabberte sie eine ganze tafel Schokolade. Dann schaute sie durch ihr Fenster. Der Mond stand voll und rund am Himmel, es war Zeit, sich auf den Weg zu machen. Erwartungsvoll schlich sie aus dem Haus.
Am See angekommen hexte sie schnell ein Segelboot, damit segelte sie dem Zauberer entgegen. Da kam er auch schon angesaust, erfuhr ein schnittiges Rennboot. „Hallo alte Freundin, ich bin entzückt, dich zu sehen“ rief Funkelblut, „komm herber in meinen flotten Flitzer“. „Nein, du fährst mir zu schnell, dann spüre ich den nachtwind so stark“, entgegnete die Hexe. Er schwenkte das Kopftuch, da konnte sie nicht wiederstehen. Wackelschlurf stieg um und gemeinsam sausten sie nun zur Mühle. „Hui ist das dunkel hier, ich kann gar nicht richtig sehen“. Sie schlichen sich in die Mühle, konnten sich aber wegen der Dunkelheit kaum zurechtfinden.
Da stolperte Wackelschlurf über eine alte Truhe: „Donner, Blitz und Wolkenbruch! Funkelblut, komm her, schau, was ich entdeckt habe, so hilf mir doch, den Deckel zu heben!“ In der Truhe finden sie einen alten Kelch und einen kostbaren Becher. Ganz unten in der Truhe lag ein altes, verstaubtes Tuch. „Potztausend“ staunte der Zauberer, „hier ist ja ein Zauberquadrat aufgeklebt, das muss der Schatz sein, den wir suchen“. „wie interessant, wie geheimnisvoll....."
Da erwachte das kleine Quadrat und rieb sich die Augen. „Wach ich oder träum ich? Sollte das alles, was ich geträumt habe aus einem einzigen Quadrat sein? Dann steckt das alles ja auch in mir – das Kopftuch – der Brief – das Taschentuch – der Schrank – der Umhang – der Spiegel – der Fisch – und sogar die Schokolade, und dann noch das Fenster – das Haus – das Segelboot - das Rennboot – die Mühle - die Truhe - der Kelch – der Becher – und das geheimnisvolle Tuch mit dem Zauberquadrat……

Nun werde ich sicher Kinder finden, die mit mir spielen und vor Aufregung wurde es ganz rot."

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