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Das Heinzelkind Miranda

Von Feierabend-Mitglied Freitag 22.07.2022, 21:00

Ich bin das Heinzelkind Miranda, ich lerne bei der alten Heinzelfrau Lilith, wie man den Zauber in den Heinzelträumen macht. Das ist sehr anstrengend und manchmal klappt es und manchmal nicht.
Ich muss Gräser und Blüten sammeln und kochen, dann kommen noch besondere Dinge in den Topf, z.B.Glitzerstaub aus dem Heinzelmännchen - Bergwerk, 3 Sonnenstrahlen, einen Glockenblumenhut voller Milch aus der Milchstraße am Himmel und etwas schwarzen Schatten vom Kleid der Nachtfee. Manchmal kann ich einen Blitz fangen, der macht dann die schaurig schönen Gruselgeschichten. Es dauert viele Wochen bis ich alles für meine Zaubersuppe gesammelt habe und ich brauche viel Geduld und die habe ich selten. Es ist eine komplizierte Arbeit, aber ich bin stolz, dass ich das lernen darf.
Ich koche die Suppe in einem Topf mit Regenwasser und gesammelten Tautropfen, aber vorher muss ich den Topf ganz blank putzen, damit sich das Mondlicht darin spiegeln kann.

Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie aufregend das immer für mich ist, ich habe jedesmal ganz schreckliches Herzklopfen und manchmal ganz zittrige Hände, aber dann redet mir mein Freund, der Angsthase, gut zu.
Jede gut gelungene Zaubersuppe gibt den Heinzeln für viele Wochen Träume mit aufregenden, spannenden Geschichten und die erzählen sie sich dann gegenseitig und mir natürlich auch.
Ich wünsche mir immer, nichts falsch zu machen, weil ich so vergesslich und schusselig bin.
Wenn die Zaubersuppe fertig ist, dann setzen sich alle in einen Kreis, Kinder Frauen und Männer aus dem Heinzelland, die ganz Alten und die Kranken werden auf Moosbettchen in die Mitte gelegt. Alle sind ganz still und andächtig, nur mein Herz macht laut bum bum bum.
Die Tiere kommen aus dem Wald, der Oberheinzelmann schlägt die Trommel ganz dumpf und leise und die Oberheinzelfrau, dreht sich dazu im Kreis, hebt die Hände zum Himmel und singt dazu eine wunderschöne Melodie. Alle atmen den Duft der Zaubersuppe und es ist ganz feierlich und so schön, dass es in meinem Bauch ganz warme Wellen macht und dann muss ich vor Freude weinen.

Wenn die Heinzel müde werden und die Trommel ganz still ist und die Heinzelfrau nicht mehr tanzt, dann essen alle die Suppe, kuscheln sich aneinander und schlafen ein und ich auch.
Am nächsten Abend, wenn alle wach werden, weil wir immer erst am Abend wach werden, dann sehe ich gleich, ob mein Zauber geglückt ist.
Wenn ja, dann strahlen alle und haben ein Leuchten in ihrem Augen, und sind ganz aufgeregt und reden wild durcheinander, weil sie nun viele neue Geschichten wissen. Und selbst die,die vorher ein bisschen krank waren sind wieder gesund. Alle sind ganz schmusig und die alten Heinzel lächeln, loben mich und nehmen mich manchmal auch in den Arm, Das tut mir dann soooo gut.
Wenn es nicht geklappt hat, dann trösten mich alle und sagen, macht doch nichts, nächstes Mal wird es besser. Aber mir macht es was, denn ich möchte doch die beste Heinzelzauberfrau aller Zeiten sein.

Dann kommt die alte Heinzelfrau und kocht in 3 Tagen eine neue Suppe. Sie ist so schnell und immer klappt es, ich bin soooo neidisch. Aber meine Freundin, die Watschelente tröstet mich und sagt: Sei nicht traurig, du lernst doch noch.
Und dann ist alles gut und ich spiele vergnügt mit allen anderen Heinzeln und da will ich auch gar nichts Besonderes mehr sein.

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