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Zwar keine Eiergaben, aber ...

Von tastifix Freitag 01.04.2022, 15:21 – geändert Freitag 01.04.2022, 18:43

„Herr Lehrer, schnell!“, ruft eine aufgeregte Schülerschar in der Grünen Schule. „Die kleine Emma sitzt schon die ganze Zeit hinten in der Ecke und rührt sich nicht."
Oberhase Langlöffel lauscht aufmerksam. Aus dem Gebüsch weint es laut. Besorgt hopst er zu dem Hasenkind. Tieftraurig guckend hockt es dort.
„Was hast Du denn?"
Emma schnieft erst einmal, dann ein zweites Mal.
„Ich möchte so gerne Eier bemalen. Aber die Menschen haben jetzt viele Sorgen, besuchen sich nicht mal mehr und haben keine Lust darauf, Eier zu suchen!"
Erneut schluchzt sie:
„Ich möchte ihnen aber doch so gern etwas schenken ...?", guckt sie geknickt den Lehrer an.

Langlöffel seufzt. Die Kleine hat recht. In der Hasenstadt erzählt man sich, dass die Menschen nun ganz andere Dinge in Mengen kaufen. Der Lehrer will die Kleine trösten:den kleinen Hasen trösten:
„Emma, Du bist und bleibst ein Osterhase. Was meinst Du: Sollen wir ihnen stattdessen besser selber gebastelte Körbe bringen mit bunten Blumenbildchen bringen? Viele Menschen sind augenblicklich so traurig und bunte Blumen stimmen fröhlich. Darüber freuen sie sich garantiert genauso!"
„Wirklich? ", leuchten Emmas dunkle Kulleraugen auf.
„Na klar! Außerdem verschwindet diese Krankheit bald wieder. Dessen bin ich mir sicher!"
„Und dann bemalen wir wieder Eier mit doll leuchtenden Farben, ja!?", wird Emma sofort viel munterer.
„Genau!", lacht ihr Lehrer.

Die anderen Hasenkinder haben sich zu den Beiden gesetzt. Ein paar schauen zwar noch ein wenig geknickt, aber Oberhase Langlöffel ist ja fröhlich und das steckt dann doch an. Begeistert überlegen die Kleinen, wie die Körbe aussehen sollen und welche Blumen sie malen wollen. Gänseblümchen, Tulpen und auch Osterglocken gehören dazu. Vor allem die Osterglocken sollen nicht fehlen.
Sofort machen sie sich an die Arbeit. Lehrer Langlöffel zeigt ihnen, wie man Körbe flicht. Fröhlich machen die Häschen es ihm nach und malen so eifrig, dass es eine Freude ist, ihnen dabei zuzusehen.

Am Ostersamstag tragen sie die Kiepen mit den lustigen Körbchen und den süßen Osterbildern wie die Menschenkinder ihre Schultaschen auf dem Rücken in die Gärten der Menschen und legen ihre Gaben auf den Terrassen hinter die Pflanzenkübel. Klein-Emma dagegen stellt den Korb mit dem selber gemalten wunderschönen Blumenbild aus lila Blümchen direkt vor die Terrassentür und legt noch eine Osterglocke daneben.

Am Ostersonntag hopst sie aufgeregt nochmals in eben jenen Garten, huscht in eines der dichten Gebüsche vor dem Zaun und wartet gespannt. Ob die Menschenkinder sich freuen werden? Lange muss sie nicht warten. Schon ein paar Minuten später hört sie eine helle Stimme:
„Mami, Papi! Guckt mal! Vom 0sterhäschen!! Ist das aber niedlich!"
Emma freut sich wie doll. Neugierig und auch stolz guckt sie zur Terrasse. Dort steht ein kleines Mädchen, hält glückstrahlend den Korb hoch in die Luft und betrachtet ihn von allen Seiten. Dann entdeckt es das Bild.
„Mami, das schick ich Oma als Geschenk vom Osterhasen!"
Ganz leise huscht Klein-Emma fort. Ihr kleines Herz klopft laut. Auch sie ist glücklich. Sie hat etwas gelernt: Es kommt gar nicht darauf an, was man schenkt, sondern, dass man es wirklich gerne macht!

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