War mal ein arm alt Kind
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Feierabend-Mitglied
Montag 17.05.2021, 08:58
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War mal ein arm alt Kind.
Saß auf einem kleinen sanften Hügel.
Und schaute hinab ins Leben,
Sah ein kleines Mädchen hinter Büschen stehen.
Mit einem ängstlich kleinen Gesicht.
Hörte Kinder lachend schreien.
Rennen, hopsen, stupsen.
Sah eine junge Frau.
Sitzend am Klavier, ein Sehnsuchtswalzer
aus ihren Fingern.
Einen Traum im Gesicht.
Sah einen jungen Mann, der sich ihr näherte.
Und wieder entfernte.
Sah eine Frau, zweimal ein kleines Kind auf ihrem Arm.
Ihr Gesicht weich und lächelnd.
Neben ihr ein Mann – erstaunt und glücklich.
Sah eine Frau.
Unruhig, unfroh im Hause hetzend.
Ruhig vor vielen jungen Menschen.
Die lachend, interessiert, durch Langeweile verstört
an ihren Lippen hingen.
Sah eine Frau an einer Wegscheide.
Stand da, wusste nicht, welcher Weg der richtige sei.
Entschied sich für einen.
Kam auf Umwegen zurück.
Nahm einen anderen und noch einen anderen.
Der Ausblick von allen auf eine Welt
der Blumen und Bäume, Wiesen und Wolken.
Dahinter eine andere Welt.
Mit müden Bienen und sehnsüchtigen Blumen.
statt Wiesen entleerte Felder und verrußte Wolken.
Sah Zeit.
Die verrann.
Auf den Wegen mit undeutlichem Ziel.
Menschen auf diesem Weg, die stehen blieben.
Sie wiesen in eine Richtung mit Lächeln und Lachen.
Sah eine Frau, gebeugt, erschüttert.
Sich aufrichtend, recken.
Mit müden Blick strahlen.
Auf einer Anhöhe mit weitem Blick.
In einen Himmel aller Färbungen.
Nicht weit von entfernt ein kleines Grüppchen Menschen.
Die ihr zuwinkten und immer wieder mal neben ihr saßen.
War der Himmel sonnig oder düster,
immer war es hell und freundlich.
War ihr Gesicht ratlos, zweifelnd oder traurig,
kam immer einer auf sie zu.
Zeichnete Perspektiven in der Lebenslandschaft der Höhen und Tiefen.
Das alles sah das alte arme Mädchen.
Ließ ihre Beine baumeln ins Tal,
schaute hoch zur Sonnenbärbel, die ihr zuzwinkerte.
Sammelte ihr Gedankenschätze ein und ging damit reich beschenkt nach
Hause.
Und weil sie noch nicht gestorben ist, darf sie mit ihren Schätzen ein
zufriedenes, frohes, nachdenkliches, ruhiges Leben leben.
Mit Menschen der feinen Worte, sanften Gedanken, des wissenden
Lächelns, des herzlichen Lachens und Zuneigen mit leiser Liebe.
Dieser Text ist keine Fiktion…………...