Sind Männer nicht wunderbar?
Von
tastifix
Freitag 09.07.2021, 08:42
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tastifix
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Weil der liebe Gott ja ein Mann ist, verwundert es nicht, dass sein Lieblingsgeschöpf ebenfalls dieser Gattung angehört.
Nein, ich würde es niemals wagen, mich über die andere Hälfte der Menschheit zu amüsieren. Das hat die wirklich nicht verdient. Dagegen bestehe ich darauf:
Der Mann... ein wunderbare Wesen!
Schon als Baby demonstriert er seine Überlegenheit. Des Minis Gebrüll übertönt wirklich alles. Klar, dass er ausgesprochen fordernd das Fläschchen an sich reißt. Das kleine Mädchen dagegen nimmt jenes eher zaghaft entgegen. Auch zeigt sich in diesem zarten Alter schon der Hang dazu, erobern zu wollen. Begeistert flirtet er von Kinderwagen zu Kinderwagen. Da ja (noch!) nichts anderes geht, bleibt es beim charmanten Lächeln zum rosa Strampelanzug gegenüber. Er selbst kleidet sich auch heute noch bevorzugt in Blau.
Im Kindergarten dann gibt es keine Zweifel mehr: Es wächst der Führer der Welt heran, der sich per bereits nicht mehr so ganz reiner Wortwahl mit den Altersgenossen misst. Ab und zu rangelt er auch handfester mit ihnen. Denn die Rangfolge muss gewahrt bleiben. Für den Dreikäsehoch gilt: Wer am lautesten kräht, wer die tollsten Schimpfwörter kennt und wer sich in Prügeleien am besten behauptet, hat die süßesten der kleinen Mädchen für sich gewonnen und damit infolge allerdings auch die Qual der Wahl.
Welche wird er an seiner Seite dulden, mit welcher Hand in Hand durch die Kinderverwahranstalt tigern, für welche sich dann zunehmend energischer mit den Konkurrenten zanken? (Wehe, sollte es einer wagen, der Auserwählten etwa die Zunge herauszustrecken. Dann hagelt es - auch oft blaue Flecken!). Ein winziger blutender Kratzer macht den Kleinen zum Helden, der sich allerdings hinterher zuhause bei Mama heimlich so ganz unheldenhaft wegen dieses Schmisses die Augen aus dem Kopf heult.
Dort darf er das ruhig. Die Angebetete mit dem blonden Pferdeschwanz und dem Rüschenkleid sitzt derweil bei ihrer Mutti und prahlt der die Ohren voll:
„Er ist ja soo lieb. Er hat den Jens ganz feste verhauen, weil der mir das Spiel einfach weggenommen hat. Er hat dann sogar Blut am Knie gehabt!"
Dabei strahlt die kleine Schönheit, denn der Freund hat all das ja ihretwegen auf sich genommen.
Später - solch ein Mini-Held wird rasch älter- sind die Wortgefechte zwischen den Streithähnen denn nicht mehr jugendfrei. Das macht aber nichts, denn darin beweist sich Stärke. Der halberwachsene Mann hat wachen Auges registriert, dass der Pferdeschwanz von ehedem einer zotteligen Gardinenfrisur gewichen und deren Trägerin tatsächlich auch(!) an Reife zugenommen hat. Zur Freude des Twens nicht nur an Verstand, sondern auch deutlich sichtbar äußerlich.
Der Mann wird zum Kavalier, schenkt Blumen, reißt Türen auf, öffnet den Wagenschlag, schleppt Einkaufstüten hinterher und bringt sogar den Müll runter. Letzteres legt sich aber relativ schnell wieder ob der Erkenntnis, er dürfte das sonst eventuell sein ganzes restliches Leben lang tun. Eine grauenhafte Vorstellung, denn Müll stinkt.
Die Freundin, Geliebte oder auch Ehefrau bewundert ihn für all diese Aktivitäten, genießt diese allerdings zeitlich recht knapp beschränkten überschwänglichen Zeichen tiefer Zuneigung genau deshalb sicherheitshalber von ganzem Herzen, prahlt damit vor ihrer Mama, Schwiegermama und erst recht vor Freundinnen. Deren Männer, die sich anscheinend ihres Status als Krönung der Schöpfung bewusster sind als der eigene Schatz, begehen nämlich all diese Fehler nicht. Deshalb lächeln die Freundinnen auch nur süßsauer und ärgern sich innerlich schwarz. Wie macht die das bloß??
Mann kutschiert das weibliche Gegenstück zum Friseur, latscht stundenlang hinter ihr her durch Karstadt, Kaufhof, C&A und sagt des lieben Friedens wegen sogar zu den unsinnigsten Bemerkungen seiner Herzensdame "Ja und Amen". Natürlich nur aus reiner Liebe, oder?? Na ja, Widerspruch würde ihm ja noch wochenlang vorgeworfen und darauf hat er wahrlich keinen Bock. Wegen der dann unausbleiblichen heftigen Diskussionen geht ja Zeit verloren, die er lieber vorm Fernseher beim Fußball oder mit Michael Schumacher verbringt. Der kluge Mann(gibt es überhaupt unkluge Männer?) schweigt also lieber und stellt seine Ohren zur Nervenschonung auf Durchzug. Hoffentlich nur merkt sie das nicht!
Mann spielt Beschützer und Retter aus der Not, wann immer sich die Gelegenheit dazu bietet. Nur zu gerne stellt er seine breite Schulter zur Verfügung, hat die Angetraute Weltschmerz oder, was noch viel schlimmer ist, feststellen müssen, dass die Freundin sich nur einen einzigen Tag später das gleiche Kleid gekauft hat, das doch so einmalig war. Mann rührt dieser entsetzliche Kummer und trocknet zärtlich Tränen. Er ist es, der tröstet, Halt gibt und innerlich deswegen ganz beachtlich wächst. Was ist er doch für ein toller Kerl!
Was macht es da schon aus, dass der Freund, Geliebte, Ehemann beim Anblick einer Spritze die Waagerechte sucht und gar bei Anwesenheit im Kreißsaal zwecks seelischer Unterstützung der werdenden Mama nach spätestens zwei Minuten umnachtet danieder líegt??
Das verzeiht Frau ihm voller Mitleid.
Denn er ist ja trotz allem nur ein Mann.