Schönes Leben oder doch nicht? Wechseljahre!
Von
tastifix
Montag 30.08.2021, 09:26
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tastifix
Montag 30.08.2021, 09:26
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Tja, die gewissen Jahre einer Frau ... Wie gut, dass sie ferne Vergangenheit sind.
Zur Mitte des Lebens hin, in der wir uns eigentlich so rundum wohl fühlen im Vollbesitz unserer geistigen und körperlichen Kräfte, passiert es.
Das Biest ´Wechseljahre` macht uns das Leben zur Hölle. Es zählt zur Gattung der echten Piesacker, ist hartnäckig bis zum Gehtnichtmehr und selbst mit den Errungenschaften der Medizin nur äußerst schwer zu zähmen. Völlig unerwartet startet es gehässige Angriffe und schlägt je nach Widerstandskraft des jeweiligen weiblichen Wesens nur gelinde, etwas fester oder mit echter Brutalität zu.Von einem Tag auf den anderen schwelgen wir Frauen in Selbstmitleid und Weltschmerz, die Fröhlichkeit ist dahin. Dem Schönen können wir kaum mehr etwas abgewinnen. Im stillen Kämmerlein vor uns hin heulend sitzen wir dort, anscheinend unverstanden von Mann und Familie. Bei jeder noch so banalen Bemerkung geliebter Gegenüber machen wir aus einer Mücke einen Elefanten, erinnern uns der Mammuts und lassen die nur zu gerne auferstehen, weil ja noch größer.
Nicht allein die Gefühle tosen. Unser Körper protestiert gegen das verrückte Chaos, was wir dem armen Kerl keinesfalls verübeln dürfen. Er versucht verzweifelt, weiterhin trotz des seelischen Tumultes ungerührt gesund durch die Tage zu gehen. Ohne unsere Hilfe aber schafft er es nicht. Während der Tränensturzbachpausen reißen wir uns am Riemen und unterstützen ihn durch sportliche Aktivitäten, falls wir denn sportlich sind. Falls nicht, gehen wir zumindest spazieren. Einmal ums große Feld oder so. Ist kein Feld zur Stelle, zumindest kurz um den nächsten Häuserblock. Das viele 0-0 hilft dann über die nächsten Stunden hinweg. Gnadenfrist!
Doch ´Wechseljahre` gibt sich nicht mit halbem Erfolg zufrieden. Soo nicht mit ihm! Wir räumen gerade die verschiedenen Lieblingskleidungsstücke der zahlreichen Kinderschar beiseite, um wenigstens noch Zugang zu den noch zahlreicheren Räumen unseres Heimes zu haben, als ...
"Quietsch, was ist denn das?", stöhnen wir und greifen uns an den Rücken.
Als ob das etwas ändern würde! Nein, es ist soweit. Bislang haben wir uns eingebildet, wir blieben davon verschont, denn wir haben uns doch peinlich nach den Ratschlägen der Friseursalonzeitschriften und deren Dr. Sowieso-berät-Sie-gern gerichtet: Gesunde Ernährung, viel Bewegung an der frischen Luft und und und ...
Irgendwie waren es nicht die passenden Tipps gewesen. Uns wird klar:
"Dessen Hinweise galten den Marsweibchen, nicht uns!"
Frustriert ergeben wir uns ins Unvermeidliche, nehmen demütig die Aussicht in Kauf, unter Umständen vielleicht gar bis zu zehn Jahre gebückt durch die Gegend zu laufen und damit der Wunschvorstellung mancher Machos sehr entgegen zu kommen.
´Das Weib sei dem Manne untertan!`
Wie könnten wir dann wir denn überhaupt anders - bei der(!) Körperhaltung?
Unsere Seele ist ja soundso schon so praktisch geknickt.
Um unsere Selbstbestimmung ist es endgültig geschehen. Wir sind zu Chamäleons mutiert, zu Marionetten von ´Wechseljahre` mit all den scheußlichen Stimmungen und Wehwechen, die dieses Biest uns mit hämischer Freude aufdrückt. Und das bleiben wir voraussichtlich noch ganz, ganz lange.
´Wechseljahre`...
Das klingt viel zu harmlos, trifft nicht ins Schwarze dieser gebündelten Gemeinheiten.´Wechseljahre` agiert nämlich wie die bösartige Hexe aus dem Märchenbuch. Deshalb fordere ich: Dieses Untier wird umbenannt in
"Wexeljahre"!!