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Novemberblues ade!

Von tastifix Freitag 29.10.2021, 12:06 – geändert Freitag 29.10.2021, 14:15

Schon im Oktober sank Steffis Laune zunehmend auf den Nullpunkt zu. Obwohl noch Spätsommerwetter herrschte, vermochte dies sie nicht mehr munter zu stimmen. Die Tage dehnten sich für sie fast bis Unendliche. Steffi saß daheim und ihr fiel so gar nichts ein, womit sie diese dunkle Zeit ausfüllen konnte. Selbst die Gespräche mit Freundinnen halfen nicht mehr.
´Ach, ich mag gar nicht mehr nach draußen schauen. Alles ist so düster! Und dann noch die Stürme und die heftigen Regenfälle ...`
Sie versuchte, sich mit Lesen und mit Chatten abzulenken. Aber selbst dort fand sie augenblicklich auffällig viele ernste und auch traurige Artikel.

Steffi seufzte unglücklich.
´Wenn mir doch endlich etwas einfallen würde! Aber, was dann nur?`
Im Stillen zählte sie auf, woran sie Spaß hatte. Eigentlich kam recht viel dabei zusammen, aber sie konnte sich nicht aufraffen, etwas davon in Angriff zu nehmen. Wieder einmal fiel ihr unzufriedener Blick durchs Fenster und streifte die kunterbunt blühenden Blumen in den Balkonkästen. Noch behaupteten sie sich gegen die nächtliche einsetzende Kälte und zeigten sich in ihrer vollen Pracht. Auf einmal hatte Steffi das Gefühl, als ob die Pflanzen sie ansprechen würden:
´Sei nicht so traurig. Schau uns an und freue Dich an unseren Farben. Wir genießen unser kleines Leben bis zum letzten Tag! Wenn wir Dir irgendwie helfen können, dass Du endlich wieder mehr lachst, dann sag es uns!!“

Nachsinnend blickte Steffi sie an, die ihr all die wärmeren Monate viel Freude gemacht hatten, Jeden Morgen war sie nach dem Aufstehen auf den Balkon getreten und hatte ihre hübschen Lieblinge begrüßt.
„Guten Morgen! Braucht Ihr Wasser oder vielleicht mal wieder etwas Dünger?“
„Unsere Erde ist ja eigentlich noch feucht genug, aber ein leckeres Dünger- Dessert wäre nicht zu verachten!“, hatte eine geantwortet, Steffi ihnen lachend den Gefallen getan und sich dann gerne eingebildet, dass die vielen Blüten ihr dankbar zugenickt hätten.

´Und jetzt?? Bald wird die Kälte sie besiegen und ich dann nur den trostlosen Anblick der leeren Kästen vor Augen haben!`
Aber es war eigenartig: Steffi empfand, dass es so nicht weitergehen sollte. Und auf einmal hatte sie eine Idee:
´Nein, ein paar dieser Blumen werden nicht vergehen. Dafür mag ich sie viel zu sehr.`
Ganz plötzlich glitt ein Lächeln über ihr Gesicht. Sie griff zum Telefon und rief eine Freundin an.
„Steffi, was ist los? Du klingst ja ganz anders als in den letzten Wochen? - Hast Du vielleicht im Lotto gewonnen??“, lachte jene.
Steffi lachte auch:
„Karin, ich war ja so blöd, hab mir die Tage selber schwer gemacht. Stell Dir vor: Ich hab ein neues Hobby!“
„Welches denn?“
„Ich schwärme ja für Blumen, werde Blüten und Blätter pressen, zu Bildern zusammenstellen, mir passende Rahmen dafür kaufen und sie mir als Blumengalerie aufhängen.“
„Wow, Steffi, tolle Idee! Du, würdest Du mir dann auch ein solches Bild machen?“
„Klar doch!“, strahlte Steffi ins Telefon.
Ja, sie würde sich dieser Beschäftigung mit Begeisterung widmen. Allein die Vorstellung, wie schön diese Galerie aussehen würde …

Der Novemberblues hatte keine Macht mehr über sie. Dagegen fühlte sie sich fröhlich wie schon lange nicht mehr und tänzelte trällernd durchs Haus.

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