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Ja, der Blaue Elephant ist für Überraschungen gut!

Von tastifix 17.07.2022, 18:38 – geändert Montag 18.07.2022, 14:11

Nur fix zur Information: Bei dem handelt sich nicht etwa um eine verrückte Neuzüchtung. Da war auch kein Elefant total beschwipst oder soo, sondern es handelt sich um ein berühmtes Prestigehotel in Weimar. In dem wurde das Prestige-Denken der sehr gut zahlenden Gäste dermaßen beflissen bedient, dass dies zu allerlei „bekloppten“ Zirkuseinlagen führte.

Die, die uns selber trafen, hatten wir inzwischen seelisch verarbeitet.
„Weßt Du, besser als so manche Komödie im Theater!“
Tja, aber dem Erfindungsgeist, wenn es darum geht, Gästehoheiten aus dem Vielleicht-nur-Landadel“ innerlich zu Mitgliedern des Hochadels zu befördern, schienen hier keine Grenze gesetzt worden zu sein. Zumindest hatten wir staunende Normalbürger diesen Eindruck.

Beinahe wäre ich neidisch auf deren Fantasie geworden, aber auch nur beinahe. Nein, mir so etwas auszudenken, wäre mir mehr als peinlich gewesen.
Nun, es nahte der Tag der Abreise, es war heiß und wir nahmen uns vor, die ummauerte, mit strahlend weißen Tischreihen bestückte Terrasse zu nutzen, zwischen denen längs des Hauses ein breiter Mittelgang verlief. Klar waren auch die Sonnenschirme strahlend weiß. Weshalb aber dieser besagte Gang dermaßen breit ausgefallen war, sollten wir, gerade dabei, uns im Schatten von dem ganzen Quatsch drinnen zu erholen, sehr bald erfahren.

Auf der anderen Seite des Mittelganges saß ein offensichtlich sehr verliebtes turtelndes Pärchen, vor sich auf dem Tisch eine Bodenvase mit leuchtend roten Rosen. Sie schmachtete ihn an, er schmachtete zurück. Achjaa, war des schön! Aber dem Herrn Kavalier schien dies nach einer Weile nicht mehr ausreichend zu sein, um sie vom siebenten vielleicht sogar in den achten Himmel zu befördern.
„Der Arme ist anscheinend so durcheinander, dass er die Tatsache, dass es den gar nicht gibt, total vergessen hat!“, meinte ich mitleidig.

Der Arme entschuldigte sich kurz darauf bei seiner Liebsten, stand auf und verschwand im Haus. Sie schaute ihm sehnsüchtig und auch verunsichert nach und fühlte sich dort auf dem Präsentierteller eindeutig zunehmend unwohler, denn es dauerte relativ lange, ehe er zurückkehrte. Dann allerdings strahlte sie wieder übers ganze Gesicht.

Die Zwei turtelten noch ein bisschen weiter. Als ersichtlich wurde, dass sie vor hatten, die so anheimelnde Terrasse zu verlassen, winkte der Herr Kavalier einen Pagen herbei. Jener, gekleidet in einer Uniform wie anlässlich eines Balles, schritt in soldatischer Haltung angemessenen Schrittes langsam herzu.
„Klar langsam! Sollen ja alle mitbekommen! Was jetzt wohl folgt?“
Selbstverständlich hatten nicht allein wir, sondern sämtliche anderen Gäste aufgemerkt und warteten gespannt, was denn nun ...

Im nächsten Moment erreichte der dienstbare Geist des Hauses den betreffenden Tisch, machte eine tiefe Verbeugung vor der Dame, hob die Bodenvase mit dem riesigen Rosenstrauß vom Tisch, bewerkstelligte trotz deren Gewichtes noch ein korrektes ´Kehrtum` und wartete, bis der Herr sich erhoben und seiner Dame beim Aufstehen geholfen hatte. Offensichtlich klebte sie wegen der Hitze der fast auf dem Stuhl fest.

Es wurd überaus peinlich: Der Page mit der Vase voran mit erneut feierlicher Miene und militärisch zackigem Schritt, dann der Herr Kavalier und dann mit deutlichem Abstand dessen Angebetete hinterdrein. Sie wirkte urplötzlich gar nicht mehr angetan, sondern schaute zunehmend finsterer, krampfhaft bemüht, noch die Continance zu bewahren.
„Ist ja unmöglich, was der da abzieht! Wenn schon, hätte er die Vase wenigstens selber tragen müssen!! - So, wie sie guckt, kriegt der noch gewaltigen Ärger!“

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