Hm, sehr eigenartig!
Von
tastifix
07.08.2022, 17:57 – geändert Montag 08.08.2022, 16:28
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tastifix
07.08.2022, 17:57 – geändert Montag 08.08.2022, 16:28
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Das Leben ist immer wieder für Überraschungen gut. Die heißen so, weil man überrascht wird. Es geschieht ganz plötzlich und man ist platt. Der Betroffene selber allerdings ist ab und an total von den Socken.
Gestern hielt also das Leben es für angebracht, unserer fröhlichen Gartenfeierrunde noch zusätzliche Fröhlichkeit zu bescheren. Dort hockten eng wie die Hühner auf der Stange nebeneinander platziert 13 Erwachsene, Weiblein und Männlein willkürlich gemixt und behaupteten sich tapfer darin, den ihnen gegönnten Sitzplatz ja nicht zu verlieren. Nur ab und zu wechselte im Anblick eines aus sicherlich unaufschiebbaren Gründen vereinsamten Sessels jemand blitzschnell auf den selbigen, um sich mal mit einem anderen Gesprächspartner auszutauschen.
Tja, der Gartentisch war auf volle Länge, fast 3m, ausgezogen, hat aber auch eine etwas ungewöhnliche Breite=Tiefe, was zirka die Hälfte der Anwesenden beinahe in die hinter ihnen wachsende Bambushecke beförderte. Nur fast, denn man hatte ja dazugelernt, rückte den Stuhl nur äußerst vorsichtig diagonal zurück und vermied so Beulen oder blaue Flecken. Immerhin blieb zwischen Sesselreihe und Bambus ein etwa 40cm breiter Gang, durch den man sich entlang der Hecke von Lehne zu Lehne weiter angeln konnte.
Pfiffig, wie Kinder sind, nutzte auch Enkel M. diese Möglichkeit, sich zu einem bestimmten Stuhl durch zu quetschen, ganz langsam, ganz vorsichtig, aber konsequent. Es waren nur 1,5m gewesen, als er den anvisierten Sessel erreichte, aber er atmete hörbar auf. Geschafft! Denn er wollte unbedingt seinem Opi etwas sagen. Es war wohl von entscheidender Bedeutung, denn seine Miene wechselte von gelassen zu denn ausgesprochen ernst.
„Du, Opi, usw. ...“
Eigenartig! Opi reagierte so anders als sonst, weniger engagiert. M. verunsicherte es merklich und denn immer merklicher. Sicherheitshalber kontrollierte er, hinter Opi stehend, ständig angespannter jedes einzelne Haar, beginnend an der linken Seite über hinten bis zur rechten.
´Doch, die sind alle weiß und dicht sind die auch!`
Trotzdem kam es ihm spanisch vor. Irgendwie ... Mit halb geschlossenen Augen - vielleicht fiel das Nachdenken so leichter - arbeitete er sich zur Gesichtsprüfung ein wenig näher vor.
´Ist ja gar nicht Opi!!`
Ob dieser Erkenntnis verharrte der Arme total perplex neben dem Pseudo-Opi, der, wie M. dann wohl einfiel, statt A. denn K. hieß. Er schien in einem Schock befangen zu sein und stand eindeutig völlig neben sich. K., der gar nicht registriert hatte, dass er soeben zum Opi befördert worden war, wurde von uns vier ihm gegenüber hockenden Weiblichkeiten sowie genauso von der neben ihm sitzenden fix über diese wichtige Neuigkeit aufgeklärt. Er grinste sehr, wir allerdings mussten laut lachen.
M. gewann allmählich wieder an normaler Gesichtsfarbe und kämpfte sich dann zum echten Opi durch. Der saß am Kopfende der Tafel und amüsierte sich königlich.