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Hennen und 1 Hahn

Von Feierabend-Mitglied Donnerstag 13.10.2022, 10:30 – geändert Donnerstag 13.10.2022, 10:35

Meine Tochter, dat Evken, ist im Besitz eines schönen großen Gartens.

So kam ihr die Idee, man könne in diesem wunderschönen Garten eine Eier legende Hühnerzucht betreiben:
Man lässt die Hühner im Garten laufen, öffnet ein Fensterchen zu einem unbenutzten Kellerraum, stellt ein Leiterchen fürs Hühnervolk davor und schon hat man eine Hühnerzucht. Drinnen im Keller ein bisken Heu und Stroh und fertig ist die Laube.

Die ganze Familie war anwesend, als auf dem Hühnermarkt in Kaunitz etliche adäquate Hühner erstanden wurden. Die Wahl fiel schwer, denn eines war schöner als das andere. Und legen sollten sie ja auch noch, denn wenn sie das nicht tun, hilft die ganze Schönheit nix.

Schließlich, nach langem hin und her, wurde sich für zwei Brabanter Bauernhühner, einige Brügger Kämpfer und ein paar zähe Niederrheiner entschieden. Omma hätte gerne noch ein hübsches kleines Seiden-Perlhuhn gehabt, aber dafür war angeblich kein Geld im Etat vorgesehen. Was die Omma sehr traurig machte und sie das dem Rest der Familie auch mitteilte.
Für einen stolzen Hahn vom Stamm der Westfälischen Totleger reichte die Kohle allerdings noch, und so wurde er ebenfalls eine Kiste gesetzt und abtransportiert.

Zu Hause kam die große Stunde des Einzugs in „ihren Garten“. Etliche Nachbarn, Freunde, hatten das Ereignis mitbekommen und versammelten sich auf Evkens Terrasse, natürlich bei nem Käffken und Likörchen, um dem großen Moment beizuwohnen.

Da wir ja alle ziemlich unerfahren in Hühnerhaltung waren, hat keiner damit gerechnet, dass Hühner weder Demokratie kennen, noch alle Hennen gleich sind. Kaum den Kartons entkommen, schickten sie sich an, unter zwicken, pieksen, triezen, die Hackordnung festzulegen. So stellten wir mit einigem Erstaunen fest, Hennen können so was von brutal, eigensinnig und gierig sein.
Jedoch sie hatten nicht mit dem Westfälischen Totleger gerechnet, der als er erschien, die Führung übernahm und sehr deutlich machte:
Unter ihm, als stolzem Hahn, sind alle Hennen gleich, sie kriegen von ihm ihren Platz zugewiesen und haben sich zu unterwerfen. Sonderbehandlung gibt es nicht, jede kommt mal dran.

Mittlerweile ist die Rangordnung festgelegt, der Hahn hält sich aus Zwistigkeiten weitgehend raus und die Hennen legen munter gerne dahin, wo man die Eier nicht vermutet.

Nun spielt dat Evken mit dem Gedanken, ein Gehege für die Hühnerschar einzuzäunen, damit die Eier zu finden sind, denn an die Regel, in ihren Nestern zu legen, halten sich diese eingebildeten Hennen nicht.

Ich finde für ein Gehege wird es höchste Zeit, schließlich hat sie der ganzen Nachbarschaft frische Eier versprochen, wenn sie dem Hahn das morgendlichen Begrüßungsgeschrei nicht übel nehmen….

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