Es war einmal ...
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speedygonzalez
Montag 12.04.2021, 11:47
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speedygonzalez
Montag 12.04.2021, 11:47
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"Gestatten, meine Name ist Maus, von Maus. Wir dürfen uns also zu einem vornehmen Geschlecht zählen.
Ich bin hier in dieses Etablissement neu eingezogen. Naja, nach menschlichen Ansichten sind Häuser etwas größer, aber ich habe durch müseliges Nagen eine Fußleiste geöffnet, denn ich konnte dahinter einen vernünftigen Hohlraum riechen.
Mit dem Riechen haben wir es besonders gut, wir Mäuse, sonst gäbe es uns schon lange nicht mehr. Und mit meinen stattlichen Schnurrhaaren auf meiner Nase sehe ich nicht nur vedammt gut aus, ich rieche auch gut.
So stecke ich beim Verlassen meines Etablissements erst mal ganz vorsichtig die Nasenspitze aus der Tür. Man kann ja nie wissen. Sie können sich denken, warum.
Richtig, hier lebt auch eine Katze. Wäre auch zuviel des Guten gewesen. Seufz. Aber mit der komme ich schon klar. Nur einmal hatte sie es drauf angelegt, aber ich habe es geschafft. Sie saß mitten im Wohnzimmer und ich unter einem Buffet. Das war mir nicht sicher genug und ich musste das Knäuel Kabel hinter dem Fernseher erreichen. Die Leute lassen das Zeugs alles einfach hinter dem Fernseher am Boden liegen: Netzkabel, Antenne, Lautsprecher - ein wirrer Haufen.
Also: ich allen Mut zusammen genommen und losgefegt. Diese ekelhafte Mieze auch. Kurz bevor sie da war, schlug sie mit der Pfote und ausgefahrenen Krallen, schärfer noch, als Angelhaken zu. Die Krallen kamen direkt von vorn und ich machte einen Riesensatz nach oben in die Luft. Der Schwung trug mich über diese Säbel hinweg und ich landete in dem Kabelsalat.
Puuhhh, das war knapp. Aber kriegen konnte sie nicht nicht. Mei, was schlug mir das Herz.
Sie wartete eine ganze Stunde, aber ich war schlauer. "Dämliche Mieze.", sagte ich immer wieder. "Wohl noch nicht ganz ausgeschlafen, faules Stück Mäuseköttel."
Auch mit Mausefallen versuchten die Leute es, aber wie gesagt, ich bin ja nicht auf den Kopf gefallen. Bei genauem Hinsehen, habe ich erkannt, dass man mit der Pfötchenspitze ganz leicht an die Taste kommen muss, um sie auszulösen. Belohnung war immer eine Free Cheese Party. Das wurmte die Katze, aber überall kann sie nicht sein.
Weil sie mich dauernd ärgert, habe ich ihr Rache geschworen. Eimal sah ich die Mieze und die gespannte Mausefalle dicht bei einander liegen. Soll eher heißen, die Leute hatten die Falle schon gespannt und auf einen niedrigen Sockel gelegt. Die Katze schlief und schlug sanft mit der Schwanzspitze. Vielleicht träumte sie von einem netten Kater. Dabei lag sie so, dass der Schwanz sehr gut in der Richtung lag, wo die Falle aufschlagen würde, wenn sie fallen würde. Ich musste mich schon anstrengen, um die Mausefalle so weit an die Kante zu bugsieren, ohne gehört zu werden, bis sie fallen könnte. Noch ein Stups und sie fiel. Beim Auftreffen auf dem Boden hinter der dämlichen Mieze löste sie aus und wirbelte durch die Luft. Bei Zuschnappen erwischte sie die Schwanzspitze diese eingebildeten Kreatur.
War das ein Geschrei, war das ein Festtag!!! Sie sauste los und wollte zur Tür hinaus. Mit der Mausefalle am Schwanz war sie breiter als sonst und zog so auch noch die Türe zu. A U T S C H !!! Welch ein Festtag!
Vor der hatte ich in der nächsten Zeit etwas mehr Ruhe!
Ein neuer Duft! Sag bloß? Nee - doch, das muss ein Fräulein sein.
AUF GEHTS, die will ich haben!
Eben noch mal die Schnurrhaare fein säuberlich geputzt und los. Vor mir kann man sich mit einem solch verführerischen Duft nicht lange verbergen.
Sie saß auch noch in meiner Vorratskammer. Bei jedem anderen hätte das eine echte Kampfansage gegeben. Mein Futter - hier wohne ich! Aber ...
Welch ein Duft, welch eine zarte Gestalt. Hier durfte ich keine Zeit verlieren.
"Hallo, mein Goldkörnchen, wie heisst Du denn?" "Ach, wie schön, und so groß, das hätte ich nicht erwartet, ich bin die Mia. Und Du?" "Nun, meine Freunde nennen mich Fips und da Du schon von meinen Vorräten naschst, wäre es mir eine Freude, wir könnten die in Zukunft zusammen nagen."
"Oh, fein, richtig stattlich siehst Du aus, bist Du von hier?" "Könnte man so sagen, liebste Mia. Sag, wollen wir nicht etwas mausen?"
Ich schenkte ihr mein schmelzendstes Lächeln und sie schien nicht abgeneigt zu sein. "Mausen? Wie geht das?" "Ach, kennst Du noch nicht? Komm ich zeig es Dir, sehr gern sogar."
Sehr froh und mit stolzgeschwellter Brust zeigte ich ihr, wie das mit dem "Mäuse machen" geht.
Dann in meinem Etablissement richteten wir eine süße Kinderstube ein. Fortan brauchten wir nur noch der verfressenen Mieze aus dem Weg gehen, futtern und Mäuse machen, damit unser Stamm groß und stark wird.
Und wenn sie nicht gestorben sind, was tun sie wohl ...