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Erntedank

Von tastifix Montag 11.10.2021, 16:36 – geändert Mittwoch 20.10.2021, 10:38

Das Getreide auf den weiten Feldern streckt sich dem vom Abendrot flammend gefärbten Himmel entgegen. Die Ähren sind in einen zart rosa Schein gehüllt. Der Wind streicht über sie hinweg und das sich sanft wiegende Getreide verneigt sich vor ihm.

Der Sommer geht sich dem Ende zu. Bald werden dieFelder kahl liegen und die Landschaft in trübem Licht erscheinen. Aber zuvor noch ist Erntezeit. Die Bauern werden von früh bis spät auf den Äckern sein und hasten, das Getreide noch rechtzeitig vor Beginn des ungemütlichen Herbstes einfahren und so die wertvolle Ernte vor Schäden durch zu große Kälte bewahren.

Die Hektik des städtischen Alltags ist vergessen. Ich lausche den trillernden Singvögeln und dem pfeifenden Ruf eines Falken, der hoch am Himmel rüttelnd nach Beute Ausschau hält. Aber mich beschäftigen nicht nur romantische Gedanken. Nein, ich empfinde Achtung für Mutter Natur, die alles auf wunderbare Weise wachsen lässt und Hochachtung vor den Menschen, die tagein, tagaus schwere körperliche Arbeit verrichten und so dazu beitragen, die Ernährung Aller zu sichern.

Welch ein Wunder ist es doch, dass sich aus winzigen Samenkörnern eine solche Pracht entfaltet. Ja, mein Heimatland ist reich an herrlichen Feldern und dementsprechend guten Ernten. Hier gibt es Lebensmittel in solchem Überfluss, dass sie leider oftmals missachtet und gewissenlos weggeworfen werden. Die Meisten kennen keinen Mangel. Sie leiden nicht unter Hungersnöten, denen in anderen Teilen der Welt Millionen Menschen zum Opfer fallen.

Noch immer stehe ich wie gebannt an meiner Aussichtstelle auf der kleinen Anhöhe. Nach wie vor genieße ich es, auf die Felder zu sehen. Es sind die selben Felder, die die selben Wiesen. Doch die Wirkung ihres Anblicks auf mich hat sich intensiviert. Sie erscheinen mir trotz allmählich einbrechender Dunkelheit in einem außergewöhnlich strahlenden Licht. Mich bewegt außer der Freude über dieser mannigfaltigen natürlichen Schönheit Dankbarkeit dafür, dass die Menschen mit ihrem Wissen und Fleiß dermaßen gut zusammenarbeiten und dadurch dies alles ermöglichen.
Das kräftige Getreide verspricht wieder eine üppige Ernte. Auch in diesem Jahre werde ich keinen Hunger leiden.
„Dank an Euch, die ihr die Felder bestellt!", murmele ich. „Und auch Dank an Dich, Mutter Erde!"

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