Eine Autobahnfahrt, die ich nie vergessen habe
Von
tastifix
Mittwoch 18.05.2022, 08:23 – geändert Freitag 27.05.2022, 08:53
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tastifix
Mittwoch 18.05.2022, 08:23 – geändert Freitag 27.05.2022, 08:53
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Der 60. Geburtstag eines Vetters soll groß gefeiert werden, mit Sektempfang und allem Drum und Dran. Die 500 km bis Rottweil hin und zurück … Kein Problem!
Voller Vorfreude und einer Fülle von Erinnerungen an frühere Treffen treten wir die Reise an. Anscheinend zählen wir zu den Autobahnglückskindern und dürfen ungestört den Blick auf schöne Gegenden genießen. Einfach herrlich!
Und doch befragen wir, deshalb etwas verunsichert, nach einer weiteren Stunde ungetrübter Fahrfreude die Verkehrsnachrichten. Tjaa ...
Wenige Minuten später ists dann soweit und der Frieden dahin:
1. „Achtung! Auf A Sowieso in Richtung X werfen Personen Steine auf die Fahrbahn!“
Richtung x ist eindeutig unsere.
„So eine Frechheit! Entweder sind die betrunken oder ticken nicht mehr richtig! Denen gehört eine deftige Strafe aufgebrummt!“
Viel Zeit, uns die Wut von der Seele zu meckern, ist uns nicht vergönnt. Bereits eine Viertelstunde später kommt die nächste Hiobsbotschaft:
2. „Fahren Sie bitte vorsichtig. Es sind Gegenstände auf der Fahrbahn!“
„Achherrjee! Hm, sie hätten doch wenigstens verraten können, welche!“
Doch darüber zu grübeln, bringt nichts. Der Möglichkeiten sind zu viele.
Eine halbe Stunde später die nächste Warnung:
3. „Achtung! Auf der Strecke liegt eine Stoßstange quer auf der Straße!“
„Na, dann lässt die zweite bestimmt nicht lange auf sich warten!"
Aber, weil mittlerweile schon Hiobsbotschaften gewöhnt,regt es uns fast nicht mehr auf.
„Bin mal aufs Nächste gespannt!“
Doch eine Stunde später erreicht uns eine Durchsage ganz anderer Art:
4. „Meine Damen und Herren: Bitte drosseln Sie die Geschwindigkeit. Auf der A X spaziert eine Entenfamilie über die Fahrbahn!“
„Ach, wie niedlich!! Ob die wohl auch eingeladen sind? - Aber, und dann der Sektempfang? Die watscheln doch ohnehin schon so sehr ...?!“
Aber Sorgen mache ich mir deswegen nicht. Ich werde es ja bald wissen.
Stattdessen male ich mir aus, wie ich all jenes für meinen Garten nutzen würde. Die geheimnisvollen Gegenstände würde ich malerisch zwischen Büschen, unter der hohen Weide und mitten auf dem Rasen verteilen.
Der Stoßstange würde ich einen sonnigen Platz gönnen und blühenden Pflanzen schmücken.
Die Steine würden als Umrandung für einen Teich dienen. Mit Seerosen verziert, würde ich ihn der Entenfamilie als ein Mini-Eigentumsmeer anbieten und selbstverständlich noch eine schicke Flattervilla mit sechs bis acht Kinderzimmern spendieren. Denn ich bin Tierfreundin.
Rottweil haben wir übrigens tatsächlich unbehelligt von weiteren Steinen, Stoßstangen oder gar Entenfamilien auf der Autobahn erreicht.