Die Festung über Koblenz
Von
tastifix
Montag 18.10.2021, 10:40 – geändert Mittwoch 20.10.2021, 10:34
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Am letzten Freitag war ich in Koblenz, dem von Hunsrück, Westerwald, Eifel und Taunus umgebenen gemütlichen Rhein-Mosel-Städtchen (knapp über 100000 Einwohner). Beim Spaziergang durch die Straßen habe ich mich an den hübschen Fassaden über den kleinen Läden erfreut, war aber besonders gespannt dann auf den Besuch der hoch über der Stadt thronenden zweitgrößten erhaltenen Festung Europas, die zunächst kurtrierische, dann später preußische Befestigungsanlage war, die Festung Ehrenbreitstein.
Mit der Seilbahn ging es in angenehmer Fahrt 118m hoch zur Festung. Dort angekommen, erwartete mich ein weit ausgedehntes Areal mit mächtigen Gebäuden. So riesig hatte ich mir diese ehemalige Raubritterfestung, deren Aufbau vor 5000 Jahren begann und im Laufe der Jahrhunderte ständig betrieben wurde, nicht vorgestellt und dermaßen imposant ebenfalls nicht. Die Wege führten zum Teil durch lange Tunnel.Trat ich aus deren Dämmerlicht wieder ins Freie, sah ich auf einige vergitterte Fenster und auf Schießscharten, stand aber auch gleichzeitig wieder vor einer fast herrschaftlich wirkenden Fassade.
Während ich dort entlang schlenderte, stellte ich mir das damalige alltägliche Leben vor. Sich zurückzudenken in jene ferne Vergangenheit erleichtern die verschiedenen Ausstellungen. Zunächst verfolgte ich also an Hand von Modellen die geschichtliche Entwicklung der Burg und stellte überrascht fest, wie schnell dies doch vonstatten ging. Bereits um 1400 herum war es eine große Anlage, die ständig erweitert wurde, bis sie dann 1800 schon die heutige enorme Größe aufwies.
Die zweite Ausstellung zeigte Uniformen, zudem zwei alte, mit prächtigen Einbänden verzierte Bücher und Waffen wie Kanonen und Armbrust. Die dritte dann die Einrichtung aus jener Zeit. Ich staunte, denn sie kannten bereits einfache Hochbetten. Davon abgesehen waren die Räume der Soldaten sehr karg ausgestattet. Dagegen waren in einer Vitrine ein hübsch gearbeiteter Schrank mit Delfter Puppenservice und daneben noch in Schaukästen zierliche Porzellanfiguren zu bewundern.
Aber auch die dunkle Seite des Festungslebens blieb nicht verborgen: Winzige Arrestzellen- und Verließe, gerade mal groß genug, dass ein Mensch darin Platz fand. Mich schauderte es und ich war froh, mich erneut auf Anderes konzentrieren zu dürfen. Denn auch die kleinen Besucher wurden nicht vergessen und mit einer Räuber Hotzenplotz - Ausstellung, in der sie selber aktiv das Geschehen nachspielen konnten.
Der Besuch dieser Festung hat mich trotz des regnerischen trüben Wetters sehr fasziniert und er wird noch lange in Erinnerung bleiben.