Der Traum vom Frühling
Von
tastifix
Freitag 23.04.2021, 15:13 – geändert Freitag 27.05.2022, 17:03
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tastifix
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Eigentlich sollte es den ganzen Tag regnen. Stattdessen brannte die Sonne vom blauen Himmel, an dem sich nur wenige Schäfchenwolken ein Stelldichein gaben.
Sie nahm sich vor, diesen Tag auf eine ganz besonders intensive Weise zu genießen, den Alltag hinter sich zu lassen und ihrer Seele die Freiheit zu gönnen, sich von der überall um sie her sprießenden Natur verzaubern zu lassen. Einzutauchen in die Welt der Vorstellungen und Träume, die dem Herzen dann Wohlbefinden und Frieden bescheren.
Ihr Wanderrucksack war schnell gepackt. Vor allem vergaß sie nicht, eine große Flasche Wasser mitzunehmen, denn es konnte ja sein, dass der Ausflug weitaus weiter führen würde als sie es jetzt vor hatte. Fröhlich marschierte sie drauflos.Ziel war ein ausgedehntes Naturschutzgebiet mit seinen vielen Teichen und kleinen Seen und der dort ansässigen Tierwelt.
Sie stieg eine kleine Anhöhe hinauf, die den Ausblick über weite Felder, Wiesen und auch Baumgruppen erlaubte. Aufatmend nahm sie auf der kleinen Holzbank Platz, ließ sich von der Sonne wärmen und schaute über die wilde Natur. Dies war eine andere Welt. Hier herrschte Frieden und Ruhe. Bewegt lauschte sie dem vielfachen Vogelkonzert von allen Seiten und schloss die Augen.
Nichts sollte sie ablenken von den Arien, die von überschwänglicher Lebensfreude erzählten. Als Vogelfreundin waren ihr viele Stimmen bekannt und sie wusste sie sehr gut zu unterscheiden. Ja, hier erlebte man noch Eichelhäher, Kuckuck und Specht. Dazwischen tönten die Rufe der Reiher und auch mal der eines Schwanes. Am Himmel kreiste ab und an ein Raubvogel auf der Suche nach Beute. Wunderbar anzusehen war es, wie elegant er seiner Bahnen zog, wie anmutig der Flügelschlag wirkte.
Ihre Seele jubilierte mit den Singvögeln, flog mit dem großen Vogel dort oben am Himmel ins Reich der augenscheinlichen Freiheit, fühlte sich gleich ihm los gelöst von allem. Sie wusste, dass die Erinnerung an all dies in ihr noch den ganzen Tag lang nachklingen und sie Freude empfinden lassen würde.
Es war wohl eine halbe Stunde gewesen, bis sie sich los riss von all den Träumereien, den Rucksack griff, sich erhob und leichten Schrittes zurückwanderte in ihre eigene Welt, die Welt der Menschen. Zwar herrschte in ihr viel Hektik, aber auch sie hielt immer wieder Schönes und Erlebenswertes bereit.
Ja, sie mochte diese Verschiedenartigkeit, diese Vielfalt und war dankbar für alles, was ihr das Leben bot.