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Der liebe Gott

Von Feierabend-Mitglied Mittwoch 28.09.2022, 11:28 – geändert Mittwoch 28.09.2022, 11:31

Vom lieben Gott weiß ich, dass er sich immer wieder gerne auf der Erde tummelt, sich manchmal mit seinem Fahrschullehrer trifft und mit ihm einen Kaffee trinken geht. Manchmal, so heißt es, tut er das sogar auf einer Raststätte an der Autobahn.
So bin ich nun schon gut 4 Stunden mit dem Wohnmobil auf der Autobahn unterwegs, dort fuhren sie, als sei ihnen der Teufel im Nacken, da wird eine Pause fällig. Also den nächsten Rastplatz erobert, er liegt mitten in einem Wäldchen, schön schattig und ruhig, die Liege rausgeholt und gechillt.
Tatsächlich bin ich eingeschlafen und werde vom hüsteln eines älteren, in ein wenig abgerissenen Kleidern , älteren Herrn geweckt.
Auf einer Bank in der Nähe sitzend, einen kleinen grauen Rucksack neben sich, fragt er mich lächelnd, ob ich ihn ein Stück des Weges mitnehmen würde. Skeptisch mustere ich ihn, überlege, ob ich es wagen kann, ihn mitzunehmen. Ich kann jedoch seinem Lächeln nicht widerstehen, und so machen wir uns gemeinsam auf den weiteren Weg.
Doch schon nach wenigen Kilometern wird er unruhig und bittet mich mit treuen Augen, doch den nächsten Rastplatz anzufahren er müsse dringend zur Toilette und hätte Lust auf eine Tasse Kaffee. Auf meine ein wenig ungeduldige Frage, warum er das auf dem Rastplatz, auf dem ich ihn aufgabelt habe, nicht erledigt hätte, meinte er verschmitzt, mit kleinen Lichtpünktchen in den Augen, die mich an einer Sommerhimmel erinnern, schließlich hätte er auf dem letzten Rastplatz keine Toilette vorgefunden und Kaffee hätte es dort wohl auch nicht gegeben. So beschloss ich, dass er eigentlich Recht hatte, denn auch ich verspürte plötzlich einen gewissen Drang, so dass ich schon freiwillig den nächsten Rastplatz ansteuerte.
Es dauert ziemlich lange, bis der „Herr“ sein Geschäft erledigt hat und sich frohen Mutes, mir gut aufgelegt zuwinkend, sich auf das Restaurant zubewegt. Das macht mich schon ein wenig ärgerlich, da ich zügig weiterfahren möchte. Da ich seinen Rucksack noch im Auto habe, eile ich hinterher, um ihn zur Weiterfahrt zu bewegen.
Er lässt sich jedoch nicht beirren, bestellt zwei Kaffee und eine Currywurst für jeden. Was mich ein wenig verblüfft, denn kaum jemand weiß, dass Currywurst meine heimliche Liebe ist.
Kaum sind wir beim letzten Bissen angekommen, wird es auf der Autobahn laut und lebhaft, Polizeiautos, Feuerwehr- und Krankenwagen rasen mit Blaulicht in ungeheurem Tempo an der Raststätte vorbei.
Scheinbar hat es einen Unfall gegeben, wenige Kilometer voraus.
Neugierig wie ich bin, gehe ich zum Fenster und betrachte das hektische Treiben. Als ich mich zu meinem Begleiter umdrehe, um ihm für die eigentlich unfreiwillige Pause zu danken, sehe ihn gerade noch gemessenen Schrittes zur Türe gehen…
dort er dreht sich um, lächelt, winkt mir zu und verschwindet mitsamt seinem kleinen Rucksack…..
Später hörte ich, dass sich ein schwerer Unfall zugetragen hat. Etliche Autos Auto waren darin verwickelt, mehrere Menschen schwer verletzt. Es hat auch einen Toten gegeben.
Ein Augenblick der Geduld kann viel Unheil verhüten…..

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