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Der Frosch, der nicht grün sein wollte

Von tastifix Mittwoch 25.08.2021, 10:09

Kaulquappe Quaki ist zum Frosch geworden. Neugierig mustert er seine Geschwister und sich selber.
„Quak, warum sind wir denn so doof grün?? - Ich möchte lieber rot oder blau sein.“
„Aber dann entdeckt Dich der Storch sofort!“
„Pööh! Ich spring schnell weg.“
Die Geschwister mahnen:
„Bleib besser grün wie jetzt.“
„Will ich nicht!!“
Das hört Husch, die Maus. Sie mag den Frosch.
„Quaki, in einer Baumhöhle am Waldrand wohnt die Fee Zauberschön. Sie hilft Dir bestimmt!"
„Husch, die bist die netteste Maus der Welt. Danke!“

Kurz danach quakt Quaki vor der Höhle sein schönstes Quak-Lied. Zauberschön erscheint und fragt:
„Was kann ich für Dich tun?“
„Ich will lieber bunt sein!“
Eine große Träne rollt über das Froschgesicht.
„Nicht weinen. Ich helfe Dir!“
Zauberschön flüstert einen schönen Zauberspruch. Quakis Gesicht wird gelb wie eine Zitrone, der Rücken blau wie das Meer, der Bauch knallrot-grün gestreift und die Beine lila-gelb kariert. Die Fee hält ihm ihren Zauberspiegel vor.
„Ich bin der schönste Frosch der Welt!“, jubelt Quaki.
Sie mahnt:
„Sei bloß vorsichtig! Es ist sehr gefährlich, so bunt zu sein!“
„Mir passiert schon nichts. Danke-Quak!“
Stolz hüpft er über die Wiese davon.
„Die Anderen werden Seerosenblätter staunen!“
Bald trifft er eine Katze.
„Miau, hihi, bist du in ´nen Farbkasten geplumpst?“
„Ich bin jetzt ein Knallbuntfrosch! - Bist bloß neidisch, Du mit Deinem blöden grauen Fell!“
„Phh!“, faucht sie.
Übermütig springt Quaki weiter.
„Keiner ist so hübsch wie ich!“
Nach einer Weile ruht er sich unter einem Baum aus und guckt umher, ob Tiere in der Nähe sind, von denen er sich anstaunen lassen kann. Und schon entdeckt ihn Tiri, das Rotkehlchen. Verblüfft zwitschernd hüpft es herzu:
„Ist das die neueste Froschmode?“
Etwas neidisch ist es schon, denn es selber trägt nur auf der Brust etwas Orange.
Quaki dreht sich nach allen Seiten.
„Toll!“, piept Tiri.
Auch die Spatzen und auch Elster Pfiffikus werden aufmerksam. Die Spatzen zetern:
„Wie läufst du denn rum? - Hihi, so`n Frosch habe ich ja noch nie gesehen!“
„Ruhe, ich will was sagen!“, krächzt Pfiffikus durchdringend.
Sofort ist es still, denn die Elster hat oft tolle Ideen.
„Willst Du zum Froschkarnevalsball??“
„Den hab ich total vergessen!“, tschilpt ein Spatz. „Klar, Quaki möchte Karneval feiern!“
Der denkt:
´Herrlich! Alles dreht sich um mich, den tollsten Frosch der Welt!`
Plötzlich rauscht es gewaltig über ihm. Erschrocken blickt er hoch. Es ist sein Freund, der Uhu Klebsi.
„Wieso bist Du denn tagsüber unterwegs?“
„Letzte Nacht habe ich nichts gefangen und mit knurrendem Magen kann ich nicht schlafen, darum!“
Entsetzt mustert Klebsi ihn:
„Quaki, Du leuchtest ja wie eine Laterne. Allein gehst Du so nicht auf Wanderschaft. Ich komm mit und beschütze Dich. Moment, bin gleich wieder da!“
Ein paar Minuten später ist er zurück.
„Quuak, das ging aber fix.Was hast Du denn gemacht?“
Klebsi grinst:
„Wird nicht verraten!“
Die Zwei brechen auf. Klebsi fliegt ja schneller als Quaki hüpft und verzichtet, damit der auch folgen kann, aufs gemütliche Trudeln im Wind und läuft neben ihm her. Genauso macht Quaki nur winzige Sprünge. Ab und zu fängt er eine Fliege. Klebsi hängt inzwischen der Magen vor Kohldampf unter den Krallen.
„Ich fühl` mich so matt ...“
„Du findest bestimmt gleich etwas!“ - ´Armer Klebsi!`.
In dem Blätterhaufen unter einen dichten Gebüsch raschelt es. Sofort wird Klebsi munterer:
„Eine Maus - endlich!!“
„Bitte, tu mir nichts! Quaki, Hiilfe!!“, fiept diese.
„Klebsi: Die darfst Du nicht fressen. Husch ist meine Freundin!“
Klebsi ist es fast schlecht vor Hunger, aber:
„Ich fresse doch nicht die Freunde meines besten Freundes!“
„Danke!“, fiept Husch.
„Danke!“, quäkelt Quaki.
Froh verrät Husch dem Uhu:
„Am Fluss dahinten wohnen übrigens Ratten ... “
„Husch, lass Dich zwischen die Flügel nehmen!“, jubelt der.
Aber das will sie lieber nicht. Auf einmal drängelt der Uhu:
„Machs gut, Husch!! Komm Quaki, auf geht`s!“
Überglücklich huscht die Maus ins Gebüsch zurück. Quaki und Klebsi haben den Wald bald durchquert.
„Quaki, geh allein weiter. Ich kann nicht mehr!“
„Von wegen! Du kommst mit!“
Quaki stupst ihn mit dem Maul vorwärts.
„Du, dort zwischen den Büschen schimmert Wasser!! Juhuuh, wir sind gleich da!“
Klebsi vergisst alle Mattigkeit, flattert voran und Quaki hopst quakend hinterher. Kurz darauf sind sie am Flussufer.
„Und wo ist hier was zum Futtern?“
Der Uhu schwingt sich in die Luft. Von dort hat er einen besseren Überblick. Bewegt sich unter ihm nicht etwas? Ja, dort hockt eine fette Ratte. Lautlos schießt er auf sie zu, schleift seine Beute ins nächste Gebüsch und frisst sich satt. Als er zurück kommt, guckt der Frosch bedrückt.
„Ich hab nur kurz fest zugehackt. Sie war sofort tot!“
Quaki atmet auf.
„Quahaak, was baumelt denn da an Deiner Schnabelspitze?"
„Ach, bestimmt noch eines ihrer Fellhaare!"
Klebsi wischt flüchtig mit der Kralle darüber. Aber es bleibt hängen.
´Eigenartig, sitzt aber ziemlich fest!`, grübelt Quaki.
Aber, egal! Hauptsache, seinem Freund geht es wieder besser.
„Uhuuh, ich fühl mich soo wohl!“, krächzt der Uhu vergnügt. „Sollen wir uns ein wenig umsehen?“
Übermütig dreht Klebsi Kreise, macht sogar einen Purzelbaum und der Frosch quakt ausgelassen herum.
„Uhuuh! Leise, vergiss nicht, wie auffällig Du jetzt aussiehst!"
„Mich kriegt keiner. Guck mal!"
Und er springt hoch in die Luft.
´Hoffentlich geht das gut. Wenn er so weitermacht ...`, denkt Klebsi.
„Ich bin der schönste Frosch der Welt!“, schmettert Quaki.
„Psst, Quaki, psst!!“
Doch der überhört es.
Klebsi späht besorgt nach allen Seiten.
„Hm, nichts. Oder ist dort hinten etwa ... ?“
Und schreit entsetzt:
„Vorsicht, ein Storch!!“
Quaki drückt sich platt ins Gras. Doch Klapp, der Storch, hat den knallbunten Frosch entdeckt und nähert sich rasch.
„Klebsi! Hilfe!!“
„Bleib liegen. Dem werde ich einheizen!“
Pfeilschnell schießt der Uhu auf den Storch zu und hackt auf ihn ein.
„Aua, klappklapp!“, klappert Klapp und versucht sich zu wehren.
Aber der Uhu weicht geschickt aus und umklammert Klapps Hals mit dem Schnabel.
„Lass mich los oder ... “, krächzt der Storch.
Da kneift Klebsi noch fester zu. Der Storch strampelt verzweifelt. Doch nun schüttelt Klebsi ihn so sehr, dass ihm Hören und Sehen vergeht:
„Ich lass Dich nur los, wenn Du versprichst ...“
„Alles, was Du willst!“, jammert der.
„Du lässt also meinen Freund in Zukunft in Ruhe??“
„Klapp, jaah!“
Kraftlos baumelt der Storch an Klebsis Schnabel.
„Na gut. Aber wehe Dir, wenn ...“
„Nein, bestimmt nicht!“, röchelt Klapp mit letzter Kraft.
Klebsi trägt ihn zum Fluss und badet den Schnabel im warmen Wasser. Wenig später ist der Storch frei und flüchtet auf wackelnden Stelzen.
„Das traut der sich nicht nochmal!“
Zufrieden flattert Klebsi zurück zu Quaki. Der ist erleichtert.
„Klebsi??“
„Uhuuh?“
„War Dein Schnabel mit Kleber eingeschmiert??“
Der Uhu grinst. Quaki aber macht sein grelles Kleid keine Freude mehr.
„Ach Klebsi: Wäre ich doch wieder grün!“
„Steig auf. Ich bring Dich zu Zauberschön!“
Der Frosch kuschelt sich in Klebsis Rückengefieder. Fix fliegen sie zur Feenhöhle und Quaki hüpft zu Boden.
„Danke, Klebsi!“
„Hab ich gern getan! Bis bald! Tschüss!“
Und schon fliegt der Uhu davon. Wieder singt Quaki sein schönstes Lied. Zauberschön wundert sich:
„Nanuu …??“
Verschämt erzählt er, dass er nur knapp dem Tod entkommen ist.
„Wenn nicht Klebsi, der Uhu, mir geholfen hätte … Bitte, liebe Fee, zauberst Du die ollen Farben wieder weg?“
„Siehst Du“, meint sie, „Alles im Leben hat seinen Sinn!“
Sie murmelt einen Zauberspruch und Quaki ist wieder grün.
„Danke, liebe Fee! Endlich bin ich wieder ein ganz normaler Frosch!!!“

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