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Das Geheimnis des gestohlenen Ostereies

Von tastifix Dienstag 15.03.2022, 12:06 – geändert Samstag 02.04.2022, 15:36

In der Hasenstadt Mümmelhausen herrschte schlimme Aufregung ...

Zunächst verdächtigten alle die Osterhasenschulkinder.
„Wir machen so etwas Böses nicht!“, protestierten die Kleinen.
„Genau, unsere Kinder würden nie klauen!“, klang es empört von allen Seiten.
Bürgermeister Hopps musterte die Kinder, die ganz traurig guckten:
„Ich glaube Euch! Aber wir müssen unbedingt heraus finden, wer ...“
Die Erwachsenen musterten sich prüfend:
„Nein, von uns war es keiner. Doch wer dann?“

Zum Nachdenken brauchen Hasen viel länger als wir. Doch danach waren sie sich einig:
„Lauscher soll den Fall übernehmen!“
Lauscher, ihr sehr tüchtiger Hasenpolizist, hatte schon viele Verbrechen aufgeklärt. Deshalb schickte Bürgermeister Hopps Flitzi, eines der schnellsten Hasenkinder, zu dessen Haus.
„Mümmel, Flitzi!“, staunte der. „Ist etwas passiert?“
„J..Ja!“, stotterte Flitzi. „Jemand hat ein Ei geklaut!“
„Waaaas??? - Warte, ich komm mit!“
Lauscher rückte seine Brille zurecht und griff sich Block und Bleistift. Denn, würde er etwas Ungewöhnliches bemerken, könnte er es sofort notieren.

Flitzi rannte voran und Lauscher folgte ihm in hastigen Sprüngen. In der Stadt angekommen, befragte der Polizist die Hasen, ob sie Fremde im Ort gesehen hätten.
„Nein, oder ist Euch etwas aufgefallen?“, wandte sich einer der Hasen an die Anderen.
Aber die schüttelten nur ratlos den Kopf. Dieser Diebstahl war so gemein. Auch, wenn es sich nur um ein kleines Ei handelte.
„Hm!“, machte Lauscher. „Wir brauchen einen Plan. Sonst finden wir den Dieb nie!“
„Wir müssen hinter jedem Baum und Strauch suchen!“, meinten die Osterhasenkinder mit vor Aufregung roten Ohren.
„Vielleicht hat der Täter es ja unterwegs abgelegt, weil ihm das Tragen zu lästig wurde!“
„Nehmt sicherheitshalber Eure Möhrenknüppel mit, damit Ihr Euch verteidigen könnt, falls der irgendwo lauert und Euch angreifen will!“

In den nächsten Stunden durchsuchten sie die ganze Stadt und auch die angrenzenden Feldern, fanden aber weder das Ei und schon gar nicht den Dieb.
„Wir müssen jetzt den Wald drüben auf Spuren kontrollieren,“ , bestimmte Lauscher und Bürgermeister Hopps befahl:
„Also los! Besser für uns, wir erwischen den, bevor es dunkel wird.“
„Moment, bin gleich wieder da!!“
Ehe die Anderen fragen konnten, was er denn vor habe, war der Polizist verschwunden und kehrte mit einem kleinen Rucksack zurück.
„Da sind auch die Hand-/Pfotenschellen drin, wenn ich ihn dann verhafte!“
“Prima überlegt!“, lobte der Bürgermeister.
„Dürfen wir mit?“, bettelten die Kleinen.
„Nein, Ihr bleibt hier. Ist viel zu gefährlich!“
Enttäuscht guckten sie den Polizisten an und einem der jüngsten Häschen kullerte gar eine Träne übers Gesicht. Lauscher mochte keinen kleinen Hasen weinen sehen:
„Du, Deine Mama hat doch ein Telefon. Wenn wir den Dieb gefunden haben, ruf ich Dich an. Du erfährst es dann als Erster!!“
Prompt hörte der Kleine auf zu weinen und strahlte stolz.
„Nu aber fix!“, kommandierte Lauscher.

Der Bürgermeister und er hoppelten eilig voran und alle Hasenmänner hinterdrein. Sie scharrten in allen Laubbüscheln, umkreisten jeden Baum und suchten sogar entlang des Baches Mümmel, nach dem Mümmelhausen seinen Namen trug. Nichts! Das Ei blieb verschwunden.
Sehr bald wurde es dämmerig. Die erschöpften Hasen wollten schon aufgeben, als Bürgermeister Hopps plötzlich stehen blieb:
„Pssst! Leise!“
Erschrocken und ängstlich lugten die Hasen umher.
„Dort drüben, da bewegt sich etwas!“, flüsterte Lauscher. „O je! Ein Fuchs!“ - ´Wie gut nur, dass ich mein Fernrohr mit habe!!`
Ganz leise öffnete er den Rucksack, holte ein winziges Fernrohr heraus und … :
„Hört mal: Der trägt etwas. Achnee, der hat ja das Ei!!“
„Aber weshalb klaut er denn ausgerechnet solch ein kleines?“
„Weil es kein gewöhnliches Ei ist ...“, erklärte der Bürgermeister.
„Wiiiee???“
„Ja, es birgt ein Geheimnis. Bestimmt ist der Fuchs im Hühnerstall gewesen und das Huhn hat ihm dessen Geheimnis verraten und es ihm überlassen, damit er es am Leben lässt!!“
„Ein Geheimnis? Und warum weißt Du davon?“
„Als das Huhn es gelegt hatte, war es sehr stolz, denn keine andere Henne hatte solch ein besonderes Ei gelegt. Und weil sie so stolz war, hat sie mir es anvertraut.“
„Und, was ist mit dem Ei?“, fragten die Anderen.

„Wenn ein braver Hase mit der Pfote auf das Ei klopft, dann wird ihm geholfen, wann immer er Hilfe braucht!“
„Wie denn das?“
„Das werdet Ihr gleich sehen! - Los, wir rennen jetzt von vorne, von den Seiten und auch von hinten alle gleichzeitig auf den Fuchs zu und schlagen Haken kreuz und quer durcheinander. Keine Bange. Den kriegen wir!!“

Die Hasen gehorchten und überrumpelten den Fuchs. Der war viel zu überrascht, um etwa noch zu versuchen, sie anzugreifen. Verzweifelt bäumte er sich auf, um sich noch irgendwie zu wehren. Aber einer der Hasen schnappte sich das Ei und klopfte vorsichtig mit der Pfote auf die Schale. Mit klopfendem Herzen wartete er, was wohl geschehen würde. Auf einmal leuchtete das Ei flammend rot auf, sein grelles Licht traf den laut jammernden Fuchs. Urplötzlich vermochte der sich nicht mehr zu bewegen und verstummte entsetzt. Bürgermeister Hopps, die Möhrenhasenarmee und besonders Polizist Lauscher jubelten. In aller Ruhe legte Lauscher dem gemeinen Dieb die Pfotenschellen an.
„So, Du bleibt jetzt den ganzen schönen Sommer lang im Gefängnis! Du klaut keinem mehr etwas!!“

Lauscher erinnerte sich daran, was er dem Osterhasenkind versprochen hatte, kramte sein Telefon aus dem Rucksack und rief es an:
„Du, wir haben den Dieb!!°“
Und dann erzählte er ihm noch, dass das Ei ein Zauberei war und wie sie den Fuchs gefangen hatten.

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