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Das Elfengeschenk

Von tastifix Samstag 11.11.2023, 09:51

Ihr kennt sie bestimmt aus Märchen und Sagen, jene reizenden zierlichen Naturgeister mit den wunderschön Flügeln, deren Ränder mit zarten Farben geschmückt sind und erinnert Euch an den lieblichen Gesang und die anmutigen Tänze, in deren sie in charmantem Reigen über kunterbunte Blumenwiesen schweben. Diese Elfen sind guten Menschen sehr zugetan ...

Auch im Winter sind einige von ihnen unterwegs, anstatt sich in ihrem gemütlich warmen Elfenschloss tief im Berg aufzuhalten und dort dann sehnsüchtig auf den Frühling zu warten. Jene Elfen, es sind Schnee-Elfen, mögen Kälte und schwärmen für Schnee. In winzigen Schneeflockenanoraks und mit weißen Stiefeln an den Füßen tanzen sie schwebend durch die verzauberte Landschaft und erfreuen sich genauso wie wir Menschen an dem schönen Anblick. Ab und an aber erheben sich hoch in die Luft bis zu den Wipfeln der Bäume, ruhen sich dort auf der glitzernden weißen Decke eines Astes aus und schauen derweil von dort oben den Menschen zu.

So auch an jenem Tag, von dem ich Euch nun erzählen möchte: Überall tollten Kinder übermütig im Schnee, rodelten die Anhöhen hinunter, veranstalteten Schneeballschlachten oder bauten fantasievolle Figuren. Manchmal entstanden ganze Schneefamilien: Mütter mit breiten Strohhüten auf dem Kopf, einem weiten Kleid und ab und an sogar ein buntes Perlenarmband um den Arm. Väter mit schwarzen Zylindern und Krawatten aus Stöcken, dazu noch einen langen Wanderstab in der einen Armbeuge. Dem Schneenachwuchs modellierten die Kinder entweder Kleidchen für die Mädchen und Hosen für die Buben. Auch die Erwachsenen freuten sich an dem lustigen Treiben. Der Alltag war vergessen.

In einem Haus am Fuße einer solchen Anhöhe ging es dagegen eher traurig zu. Die Tochter jener amilie lag seit Wochen krank danieder und war gar zu schwach, um an das breite Fenster treten und sich die weiße Pracht etwas näher annsehen zu können. Geknickt lauschte Elli dem fröhlichen Lachen der anderen Kinder draußen.
´Ach, wäre es schön, wenn …`
Aber, woran sie dabei dachte, behielt sie für sich.

Gegen Nachmittag schlief die Kleine erschöpft ein. Inzwischen hatten sich die Schnee-Elfen genügend lange ausgeruht und setzten ihren wirbelnden Ausflug über die Wiesen fort. Dabei kamen sie auch an jenem Haus vorbei.
„Schaut mal!“, lugte eine durch Ellis Fenster. „Dort, die Kleine! Wie süß sie ausschaut. - Aber sie ist bestimmt sehr krank, dass sie bei diesem tollen Wetter im Bett bleiben muss!“
„Die Arme!“, seufzte ihre Schwester.
„Ich kenne sie. Sie ist ein ganz besonders liebes Kind!“, erzählte eine andere. „Wenn ich daran denke, wie gehorsam sie stets ist und wie fürsorglich sie mit allen Tieren und Pflanzen umgeht … Also, ich meine, wir sollten ihr eine Freude machen!“

Die Schneeelfen steckten flüsternd die Köpfe zusammen und überlegten. Dann ließ sich eine Elfe auf dem schmalen Sims vor dem Fenster nieder und klopfte an die Scheibe. Zunächst nur ganz leise, aber, weil das Kind im Bett sich nicht rührte, dann lauter und lauter. Schließlich erwachte Elli, guckte umher und rieb sich, noch halb benommen, verblüfft die Augen. Vor dem Fenster tanzten tatsächlich niedliche Elfen, das lockige Haar unter schneeweißen Kapuzen versteckt und in den süßesten Anoraks, die die Kleine je gesehen hatte.
´Oh, sieht das schön aus!`
Sich umschlungen haltend, sangen die Elfen mit glockenreinen Stimmen ein fröhliches Lied über die leise rieselnden Schneeflocken und tanzten so anmutig wie nur selten zuvor.

Als das Lied geendet hatte, schauten sie das kleine Mädchen liebevoll an. Im nächsten Moment öffnete sich wie von Zauberhand das Fenster. Die Elfen schwebten herein und stellten sich vor das Bett.
„Komm mit uns!“
Elli fasste sofort Zutrauen zu ihnen, versuchte unsicher, auf die schwachen Beine zu kommen und die Elfen halfen ihr dabei. Obwohl doch das breite Fenster weit geöffnet stand und die Kälte ins Zimmer drang, begann Elli in ihrem Nachthemd nicht zu frieren. Doch die Elfen waren bei dem, was sie vor hatten, sehr besorgt um sie. Fürsorglich lreichten sie ihr solch einen Schneeflockenanzug, wie sie ihn selber trugen und noch die passenden Handschuhe und Stiefel dazu.

Sie nahmen sie beschütze.nd in ihre Mitte und führten sie ans Fenster. Elli fühlte sich plötzlich leichter und leichter. Ihre Füße berührten nicht mehr den Boden. Gemeinsam mit den Elfen schwebte sie nach draußen und begann wie sie zu tanzen. Je schneller sie sich im Kreis drehten, umso mehr gefiel es der Kleinen. Jedoch achteten die Elfen darauf, dass sie Elli ja nicht büberanstrengte wollten die Elfen nicht, dass Elli sich das Kind nicht etwa überanstrengte und geleiteten sie nach diesem Tanz bald zurück bis vor das Fenster. Elli zog den hübschen Anorak, die Handschuhe und auch die sStiefel wieder aus, bedankte sich mit einem Knicks und kletterte zurück ins Zimmer. Derweil stützten die Elfen sie, damit sie nicht hinfallen sollte. Als Elli wieder ins Bett stieg, schloss sich das Fenster genauso leise, wie es sich vordem geöffnet hatte. Draußen standen noch immer die Elfen, schauten sie zum Abschied strahlend an und Elli lächelte froh zurück.

Am nächsten Morgen, als das Kind aufwachte, war ihm so ganz anders als in den vergagenen Wochen - so obeschwingt. zuvor. Munter setzte Elli sich auf, sah zum Fenster, freute sich über den immer noch in der Sonne glitzernden Schnee und sprang flink aus dem Bett.
Ja, dies war das Geschenk der Elfen an sie: Sie war wieder gesund!
„Danke!! Ich werde Euch nie vergessen!“, murmelte Elli glücklich.

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