Das Bienchen
Von
tastifix
Mittwoch 24.11.2021, 14:13 – geändert Donnerstag 25.11.2021, 07:39
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tastifix
Mittwoch 24.11.2021, 14:13 – geändert Donnerstag 25.11.2021, 07:39
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Es war einmal ein Bienchen. Es hieß Maja wie seine berühmte Verwandte aus Film und Fernsehen.
Klein- Maja war noch jung und ziemlich kess. Sie erledigte zwar fleißig ihre Aufgaben, aber gönnte sich öfters mal eine Rast zusätzlich. Dann saß sie irgendwo und grübelte über etwas nach. Nachzudenken dauert ja oft länger und die Pausen deshalb dann auch, was ihr ausagesprochen gut gefiel.
Auch an diesem Tag summte sie emsig hin- und her, flog auch schon weit vom Bienenstock fort und sah sich neugierig die für sie noch fremde Umgebung an. Viele anderen Insekten schwirrten hier herum wie Mücken, Fliegen aber auch größere wie Hummeln und Wespen. Von den Wespen hielt sie sich fern, denn mit denen wollte sie sich nicht streiten. Dagegen hatte sie viel Freude daran, die hübschen Libellen zu bewundern, die rank und schlank und in der Sonne in wunderschönen Farben schillernd, wie kleine Flugzeuge durch die Luft segelten.
´Toll!`, dachte sie. ´Die sehen so elegant aus!`
Betrachtete sie jedoch sich selber in einer Pfütze, seufzte sie manchmal ein wenig.
„Hm, sehe eher um den Bauch herum aus wie die Kuchenrolle aus der Menschenküche, in die ich mal aus Versehen geflogen bin!`
Ja, das hatte Maja gut erkannt. Biene waren eben eher vollschlank. So war es schon immer gewesen.
Um sich abzulenken, startete sie rasch wieder. Genügend Neues zu entdecken und leider auch zu arbeiten gab es allemal. So kam es, dass sie eine Weile später auf einer leuchtenden Blüte neben einem schmucken winzigen Haus landete. Während sie sich ausruhte, musste sie wieder daran denken, wie gern auch sie schlank gewesen wäre.
„Ich werd immer ´nen Pummelchen sein!“, brummte sie. „Schade!“
Es geriet zu einem sehr lauten Brumm - Seufzer. Der war so laut, dass die junge Frau, die gerade das Haus verließ, es mitbekam, sich umschaute und schließlich die kleine, geknickt dreinschauende Biene auf der Blüte entdeckte.
Weil sie Bienen sehr mochte, fragte sie mitleidig:
„Nanu, Du Kleine! Was ist denn? Du guckst so niedergeschlagen und lässt die Fühler hängen?“
Im ersten Moment wollte Maja erschrocken wegfliegen, aber, weil diese Menschenstimme sanft geklungen hatte, blieb sie sitzen. Noch ein wenig ängstlich guckte sie die junge Frau an.
´Sei besser vorsichtig! Denke dran, was Menschen Bienen angetan haben, ihnen ihren Lebensraum genommen und immer mehr nehmen und wie viele Deiner Verwandten schon deswegen gestorben sind! - Schrecklich ists!!`
Aber diese junge Frau schien nicht böse zu sein und lächelte so freundlich. Darum hatte die kleine Biene auf einmal fast keine Angst mehr, stellte die Fühler wieder höher und fragte schüchtern:
„Ich heiße Maja. Und wer bist Du?“
„Ich bin Glitzerle, eine Fee.“
Maja freute sich. Von ihrer Mutter, der Bienenkönigin, wusste sie, dass Feen sehr lieb sind. Ob Glitzerle vielleicht ... ?
„Also, Maja, magst Du mir sagen, weshalb Du da so traurig sitzt?“
„Ach, eigentlich ists ja blöd, aber …“ „
„Was denn, aber?“
„Na ja, die meisten Insekten hier sind ganz toll schlank, aber ich ..."
„Achsoo, und Du möchtest auch gerne schlank sein?“
„Ich weiß ja, dass es ein ziemlich unverschämt ist, wenn eine Biene sich das wünscht!", schämte sich Maja plötzlich ein bisschen. „Aber es wäre soo schön!“
Die Fee lächelte.
„Ich kann Dir helfen! Soll ich??“
Maja glaubte, sich verhört zu haben. Träumte sie nur? Aber die Fee stand immer noch dort und blickte auch weiterhin freundlich.
„Achjaa, bitte!“
Vor Freude hätte Maja beinahe ihre gute Kinderstube vergessen und wäre ihr eng um den Kopf herum geschwirrt. Doch eine liebe Biene macht sowas nicht und so summte sie nur ganz leise.
„Aber, wie denn?“
Jetzt lachte Glitzerle laut.
„Warte ab! - Komm, setz Dich auf meine Hand!“
Maja hatte nun gar keine Angst mehr, gehorchte und wartete gespannt darauf, was wohl geschehen würde.
Die Fee sagte:
„So, kleine Maja, jetzt flieg los, flieg hinein in Deine Traumwelt. Schlank wie eine Libelle sollst Du sein und gleich ihr elegant durch die Luft schwirren. Überall wirst Du riesige Wiesen mit Deinen Lieblingsblumen finden. Nichts soll Dir fehlen. Keine Feinde sollen Dich jagen und Du sollst fröhlich Dein Leben genießen!“
Immer froher hatte Maja zugehört:
„Und zudem hab ich noch eine kleine Überraschung für Dich!“, murmelte die Fee.
„Glitzerle, n..noch mehr??“
„Ja, Maja! An jedem Baum wirst Du ein Bienenhotel finden. Die werden Dir bestimmt gefallen!“
„Mit einem richtigen Esszimmer?“
„Jahaah!“
Die kleine Biene war begeistert und fragte keck:
„Du, vielleicht auch mit ´ner hübschen Terrasse mit Liegestühlen zum Ausruhen?“
„Wenn Du es möchtest, dann gern! Aber nun mach Dich auf die Reise. Alles Gute für Dich!“
Nach einem lieben Dankesummen erhob sich Maja in die Luft. Sie fühlte sich leichter und leichter. Froh guckte sie an sich herunter. Glitzerle hatte ihr Versprechen gehalten. Als eine superschlanke Bienenlibelle sauste sie über die Landschaft, die nicht wiederzuerkennen war. Alles hatte sich verändert. Maja flog durch eine wunderschön blühende Bienenwelt, ihre Traumwelt, in der sie unverfolgt glücklich sein durfte.