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Damals....

Von Feierabend-Mitglied Mittwoch 02.11.2022, 10:26 – geändert Mittwoch 02.11.2022, 15:19


Der 1. November…..

Allerheiligen, der Tag an dem nicht nur die sichtbaren Heiligen verehrt werden, sondern auch die, die nur der liebe Gott sieht. Auftakt für den stillen Monat, den Totenmonat November.

Aber auch der Tag, an dem wir Kinder mit den Erwachsenen gemeinsam den Friedhof und anschließend die Kirche, um Ablässe zu beten, besuchen durften.

Meist war es frostig und bitterkalt. Wir wurden warm angezogen, denn der Weg war lang, und wurde zu Fuß gegangen. Ausgestattet mit Ohrenmütze, Handschuhen und dicken Socken, die wir Kinder über den „langen“ Strümpfen die ans Leibchen geknöpft waren trugen, machte sich die Familie in den frühen Morgenstunden auf den Weg. In einem großen Korb befanden sich Tannengrün, Zapfen und Kerzen, die zum Schmuck des großen Familiengrabes verwendet wurden.

Auf dem Friedhof war besonders viel los, alle Nachbarn besuchten und schmückten die Gräber ihrer Mütter, Väter, Angehörigen, Omas, Opas, die schon im Himmel sind. Viele Kerzen, die wir auch Seelenlichter nannten, wurden angezündet, leuchteten in den Tag.

Und oh, Wunder, unter den Tannen fand sich eine Thermoskanne und ein Becher. Jeder bekam einen Schluck heißen Tee. Dann ging es in die Kirche um Ablässe zu beten.

Ein Ablass, das waren 6 Vater unser, 6 gegrüßet seist du Maria, 6 Ehre sei dem Vater. Nach jedem Ablass verließen wir die Kirche und traten wieder neu ein für einen neuen Ablass. Für uns Kinder war das ein bisschen wie ein Wettbewerb, denn vor der Kirche wurde dann natürlich verglichen: „Wie viele hast du denn?“ „Neun“ „Ich erst sieben“ – also wieder rein und weiter.

Für jeden gebeteten Ablass ging man eine Reihe weiter nach hingen und so erreichte man, wenn man lang genug betete auch die letzte Bankreihe.
Das war prima, denn es gab uns die Möglichkeit, auch mal die uns sonst nicht erlaubten Bänke auszuprobieren, denn in unserer Kirche gab es eine feste Sitzordnung, vorne die Kinder, dahinter die Jugendlichen, dann Frauen und Männer, aufgeteilt nach Geschlecht.
Allerheiligen zeigt uns – auch heute noch – wie wir mit den Verstorbenen, Notleidenden, Bedürftigen, verbunden sind und waren.

Und das ist doch schön, oder ??

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