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Auf diesen Nachmittag freute ich mich schon lange

Von tastifix Samstag 10.07.2021, 08:23

Wir Stammmitglieder des Katzenclubs bei Opinio würden in dem verwunschenen Garten meiner Freundin R. sitzen und uns mal wieder alles von der Seele quasseln. Wie sich heraus stellte, war dies nicht eben wenig.

N.`s Mann stellte sich als Chauffeur zur Verfügung, lud auch noch S. und mich ins Auto und ertrug für den Rest der Fahrt heldenhaft die angeregte Unterhaltung der dreifachen Weiblichkeit. R. erwartete uns in der Nachbarstadt um 14.00 Uhr. Die obligatorische akademische Viertelstunde Verspätung wurde leider zu einer 30minütigen Vorspätung. Wir mussten aber noch einen kleinen Schlenker einlegen, weil wir uns verfahren hatten und parkten dann nur noch 24 Minuten zu früh gegenüber des Hauses.

„Wir sind fast ´ne halbe Stunde zu früh dran ... ,“ kamen uns leichte Bedenken.
„Na ja, wir könnten ja noch ein bisschen spazieren gehen!“
Das kam uns dann aber zu albern vor:
„Sie stört es bestimmt nicht, wenn wir schon jetzt auftauchen!“
Außer uns käme noch J. und auch C. hatte fest zugesagt. Also stürmten wir, bewaffnet mit selbstgemachtem Kartoffelsalat und kleinen Mitbringseln R.`s Heim. Eigentlich hätte ich ja erwartet, dass uns Kater M. selber an der Tür empfangen würde. Aber nein, er war arg beschäftigt mit Mäuse jagen oder Kanichen verscheuchen und hatte als Empfangskommitee sein Frauchen abgestellt. Sie führte ihren Auftrag mit sichtlichem Vergnügen aus und lotste uns direkt in den Garten.

Hach, der war so richtig etwas für mich. Riesige, fast zwei Meter hohe Sonnenblumen zierten die gemütliche untere Terrasse, auf der wir einen kleinen Umtrunk einnahmen. Bei mir Antialkoholikerin wirkte dann der winzige Tropfen, den ich aus Höflichkeit nippte, rasant schnell. Freundin S., die direkt neben mir saß, blieb dies nicht verborgen. Den Anderen fiel nichts auf. S. aber konnte sich das Lachen nicht verkneifen, denn ich hielt die fest zugeschraubte Flasche über mein Glas, um den zweiten Tropfen nachzuschenken und guckte ziemlich verdutzt, weil es nicht klappte. Oh oh!!

Bald traf auch J. ein. Es wurde sehr lustig, wir lachten oft, aber diskutierten auch ernste Themen. Derweil schielten wir immer wieder auf die Uhr und warteten auf C. . Es wurde halb Drei, es wurde Drei, wer nicht kam, war sie. Wir rätselten:
„Wo bist du geblieben? Wann werden wir wissen, warum? Wann wird es sich klären??“
Leider klärte sich nichts. Es kam auch kein Anruf.

Ziemlich enttäuscht wechselten wir zum Essen auf die obere große Terrasse, auf der uns schon ein nett gedeckter Tisch samt Beistellwagen erwartete mit allem, was liebevoll für uns gekocht und ansonsten an Salaten vorbereitet war wie auch der mitgebrachte Kartoffelsalat. Es schmeckte toll und ich düste von den Frikadellen zum Tomatensalat, vom Gurkensalat zurück zu den Frikadellen und vergaß selbstverständlich auch nicht den Kartoffelsalat.

Gastgeber Kater Mikosz hatte wohl doch mitbekommen, was sich dort auf seiner(!) Terrasse tat. Anregende Gerüche waren ihm in die süße Nase gestiegen und er beschloss, diesen nachzugehen, was sich ja am unauffälligsten bewerkstelligen ließ, wenn er uns zur Anstandsbegrüßung schnurrend um die Beine strich. Dabei schätzte er die Chance ab, sich vielleicht einige der Leckereien schnappen zu können. Und richtig: Kurz darauf stand er mit den Vorderpfoten auf der unteren Ablage des Beistelltisches und streckte das Schnütchen genüsslich dem Kartoffelsalat entgegen. Ich verstand den kleinen Kerl ja so gut!

Im Laufe des amüsanten Nachmittags sollte es noch höchst amüsant werden, so dass wir gewisse Überlegungen deswegen nicht mehr verdrängen konnten:
„So viel hatten wir doch gar nicht getrunken, soo viel nicht!`
Wir beredeten ja alles Mögliche und kamen auch auf den Computer zu sprechen, ohne den wir uns nie kennen gelernt hätten. Ach, ging es um diesen Kasten, gab es ja dermaßen viel zu meckern und zu stöhnen. Wir seufzten und grinsten ab und zu gleichzeitig, so wie dann R. ...
„Also, mit meinem stimmt etwas nicht ...“
Wir:
„Warum, was ist denn los?“
Sie:
„Seit ich ein Spiel runter geladen habe, sitz` ich immer so davor ...“
Um uns einleuchtend zu verdeutlichen, wie sie davor säße, legte sie den Kopf schief bis fast in die Waagerechte und erntete von uns - noch - unverständige Blicke.
„Ja, da ist die Taskleiste jetzt an der Seite.“
„Wiiee?“, tönte es ringsum.
„Das Ganze ist um neunzig Grad gedreht. Schreib` ich ´ne Email, verlaufen die Wörter von oben nach unten.“
Pruust!!

Neugierig nahmen wir ihren Vorschlag an, uns das mal live anzusehen. Im Gänsemarsch marschierten wir in ihr Arbeitszimmer. Von dem großen Schreibtisch sah uns - noch harmlos - der Monitor entgegen. Das ´harmlos` änderte sich innerhalb von Sekunden und es bot sich uns ein im wahrsten Sinne des Wortes fast umwerfendes Bild. Nein, so etwas hatte noch keine von uns je gesehen. Einfach irre.
„Könnt Ihr Euch vorstellen, wie toll das ist? Mir tut vom ewigen Schiefhalten der Nacken schon weh!“
„Vielleicht solltest Du Dich einfach davor legen?“, schlug ich vor.
„Oder stell` doch den Monitor um 90 Grad verkehrt auf!“, kam ein Vorschlag.

Wir lachten uns halb kringelig. Schließlich griff J. zum Telefon, rief ihren Sohn an, schilderte kurz das Problem und bekam sofort den richtigen Tipp. R. und sie drückten ein paar Tasten und alles war wieder normal.









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