Letztendlich auf Kosten der Tiere ...
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tastifix
Mittwoch 12.10.2022, 20:46
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tastifix
Mittwoch 12.10.2022, 20:46
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1.Wisente:
Als ich es las, wurde ich wütend: Es wird sich darüber beschwert, dass die Wisente, die ja von Aussterben bedroht sind, hier ausgewildert wurden, sich munter vermehrt haben und nun lästig werden, weil sie Baumrinden abknabbern.
Also, manchmal frage ich mich, was solche Aktion soll? Wir wissen doch abzuschätzen, welche Mengen und was an Futter diese riesigen Tiere pro Tag brauchen und welche Angewohnheiten sie haben. Jetzt ist die Herde größer geworden und schon wurde überlegt: Abschießen oder in Zoos oder auf einzäunte Weiden in Wildparks umsiedeln? Das Erste
wäre illegal, denn sie stehen unter Artenschutz. Die anderen Möglichkeiten wären zwar immer noch besser als die erstere, aber ebenfalls nicht optimal. Diese Tiere, um die es geht, sind in Freiheit geboren und Freiheit gewöhnt und nicht etwa welche, die gar nichts anderes als Weiden und Zoos kennen. Zum Glück ist es jetzt beschlossene Sache, dass sie immerhin nicht getötet werden sollen.
2. Wölfe:
Damals war halb Deutschland aufgeregt, dass es hier tatsächlich wieder ein Wolfsrudel gab. Noch dachte keiner daran, dass Mutter Wolf genauso gern wie eine Hundemutter bis zu 6-7 Welpen auf einmal zur Welt bringt. Nein, es schien fast eine Sensation zu sein, dass Wölfe durch Deutschlands Wälder strichen. In Filmen lernte man etwas über das Wolfsleben. Klar wurde auch die Kinderstube gezeigt und dies vermochte manches Herz zu rühren. Junge Wölfe sind genauso putzig anzuschauen wie Hundewelpen und benehmen untereinander wie jene. In solchen Minuten vergisst man, dass die süßen Kleinen sehr rasch erwachsen werden und dann pro Leitweibchen wieder 6-7 Junge bekommen usw. …
Dies machte Einigen später denn doch Sorgen. Weil wir die Lebensbedingungen der Tiere total verändert oder gar vernichtet haben, finden jene nicht unbedingt genügend Beute und nähern sich auf Futtersuche den menschlichen Behausungen. Es kommt zu Überfällen auf Schafweiden, der dann so manches Schaf zum Opfer fällt. Dies bedeutet für die Schäfer großen Schaden und prompt wird die Mär vom bösen Wolf geschürt. Doch jene sind nicht böse, sondern haben dazugelernt! Auch, dass diese Methode viel bequemer ist als lange im Wald - vielleicht dann gar vergeblich - nach Beute zu suchen.
Ich bin der Überzeugung, würde der Mensch nicht alles willkürlich zurecht stutzen, wäre das biologische Gleichgewicht gesichert und die Wolfsübergriffe würden seltener, zumal sie eher scheu sind und den Menschen meiden.
3. Papageien:
Vor etwa 60 Jahren sind entweder Halsbandsittiche ausgesetzt worden oder auch entflogen. Sie kamen mit den anderen heimischen Vogelarten gut zurecht, zumal sie brillante Stimmenimitatoren sind, schauten es sich von jenen ab, wie man in Freiheit überlebt und erwiesen sich darin als exzellente Schüler.
Vor allem um Wiesbaden, Köln und Düsseldorf ließen sie sich nieder. Die Schwärme wurden größer und größer.
In Köln leben an die 2000. Dort gefällt ihnen wohl die Zoo-Umgebung besonders gut. Sie sind geflügelte Stars für die Besucher, werden fleißig gefüttert und mittlerweile halb zahm.
Die Düsseldorfer Papageien (40cm groß in grüngelbem Gefieder und die Männchen mit rosa Nackenkette) bevorzugen als Schlafstatt die Platanen auf der Königsallee und ich bin mir sicher, dass die Jungvögel abends noch ein bisschen von droben Menschen-Tv gucken dürfen. Es wird ja ein sehr abwechslungsreiches Programm geboten und sie können ungestraft dabei nach Herzenslust Lärm veranstalten, denn der, den wir dort unten machen, ist durchdringender.
Tagsüber allerdings verziehen sie sich in den Hofgarten, den schönen Park mitten in der Stadt, toben hoch oben in den Bäumen herum und spielen Blütenstände nach unten werfen. Die Wege dort sehen dann entsprechend aus. Die meisten Leute haben ihre Freude an den drolligen Vögeln, die, pfeift man ihnen entgegen, näher trippeln und Antwort geben.
Düsseldorf ist lange begeistert gewesen und hat sogar mit den Papageien für sich geworben. Auf einer Fotomontage sitzt ein Papageienpärchen auf einem Straßenschild: ´Königsallee` steht darauf.
Aber Papageien machen viel Dreck und so hat man beschlossen, sie zu dezimieren. Wie genau vorgegangen worden ist, weiß ich nicht. Jedenfalls fliegt jetzt nur noch etwa die Hälfte der Vögel hier herum. Es wird behauptet, man habe Raubvögel auf sie angesetzt. Dies wäre dann noch die natürlichste Methode, um deren Schar noch Herr zu werden.
Und immer mehr exotische Tiere siedeln sich bei uns an ...