Griechenland Erste Reise ( auf dem Fischerboot)
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Feierabend-Mitglied
Samstag 28.08.2021, 14:57
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Die drei Fischer halfen uns auf ihr Boot, es war ein kleines Boot, hatte eine Kajüte und am Bug, sowie am Heck Platz, um den Fang aus dem Netz zu befreien. Uns dreien wurde ein Platz auf der Bank im Heck zugedacht, direkt in Sichtweite des Käptens, der die Ruderpinne fest in der Hand hatte.
hingen da und verkündeten ein regenreiches Unwetter…!
So um die 18:00 Uhr tuckerten wir aus dem Hafen Antikythiras raus aufs offene Meer, in Richtung des ersten Netzes. Das Netz wurde schnell gefunden, denn es war mit gelben Plastik- Tonnen bestückt gut sichtbar. Es war ein außerordentlich umfangreicher Fang und wir wollten dabei helfen, ihn aus dem Netz zu fummeln, aber die Fischer gaben uns zu verstehen, dass das viel zu gefährlich wäre, denn es gab Fische, die giftige Rückenflossen hätten und das sei nichts für uns…okay, wir sahen also nur dabei zu, wie die Jungs arbeiteten…!
Nachdem dieser Fang sicher unter Deck verstaut war, machten sich die Fischer zum zweiten Netz auf den Weg und auch dieses Netz war zum Bersten voll! Sie arbeiteten schnell, denn es wurde schon dunkel und der Käpten wurde immer unruhiger…was, um Himmels Willen machte ihn so unruhig?
Der Fang war sehr reichhaltig und wir mussten nur noch Richtung Kreta…
Dann wurden auch die beiden anderen Fischer nervös, sie schauten immer wieder in den Himmel und schüttelten ihre Köpfe!
Als wir dann auch den Himmel begutachteten, wurde uns auch flau: dicke, graue Wolken
Der Käpten zeigte auf Taue, die am Boden zu unseren Füßen lagen, wir sollten uns die Taue um den Leib schlingen und an der Bank befestigen! Okay, das machten wir und dann ging’s los: das Boot schlingerte nach rechts und links, dann kam eine riesengroße Welle auf uns zu, wir fuhren mitten hinein und die Welle überspülte uns mit ihrem ganzen Wasser und wir waren klitschnass, alle! Dieses Schlingern und enorme Auf und Ab des Bootes erreichte irgendwann unseren Magen und der gab dann alles von sich, was er so hatte… dabei konnten wir noch gerade so abschätzen, in welche Richtung wir den Mageninhalt abgeben könnten, ohne die Anderen zu bespucken…!
Kurz nach der befreienden Magenentleerung fühlten wir, dass die Blase drückte und ich dachte, geh‘ doch mal in die Kajüte, da gibt’s vielleicht ein Örtchen… nee, nee, es gab keines, die Fischer erleichterten sich immer über Bord und so blieb ich in der Kajüte, ohne zu pullern, sank ermattet auf die dort befindliche Lagerstatt und wälzte mich von links nach rechts, ohne Schlaf zu finden.
Ziemlich bald ging es mir besser und ich ging nach draußen, fand alle angespannt festgezurrt mit Tauen vor. Der Käpten hielt eisern die Ruderpinne fest und schaute grimmig drein, meine Freundinnen saßen auf der Bank und auf meine Frage, wo man denn jetzt pullern könnte, grinsten sie und zeigten auf ihre Jeans…Aha, ja, das war wohl die einzige Möglichkeit…!
Kurz und gut, wir machten alle in die Hosen…!
Dieses Auf und Ab, dieser Sturm ging die ganze Nacht und hörte erst im Morgengrauen auf… als wir Chania, die westlichste Stadt Kretas erreichten.
Wir wurden jubelnd im Hafen empfangen, alle gratulierten uns und den Fischern zur glücklichen Heimfahrt!
Wir hörten erst später, dass wir uns in einem Sturm mit Windstärke Acht befanden und dass es ebensogut unser Ende hätte bedeuten können!
Die Nachricht unserer glücklichen Heimkehr verbreitete sich in Windeseile in Chania und wir wurden auf offener Straße daraufhin angesprochen und gefeiert, auch mit Ouzo…!
Einige meinten, dass uns wohl der gute Fang das Leben gerettet hätte, denn dadurch lag das Boot sehr tief im Wasser und hätte wohl eine gewisse Stabilität gehabt!