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Liebe zu versteigern

Von ehemaliges Mitglied Dienstag 14.12.2021, 14:26


Ehrlich, ich habe sie nicht gesucht, aber innig gehofft, die Gelegenheit zu haben, mehr von ihr zu erfahren.
Ja, gehört habe ich schon, dass sie oft grade im Frühling zu finden ist. Manche haben das Glück sie kennengelernt zu haben.
Glück, oder Unglück? Frag mich nicht. Diese Frage bleibt meistens unbeantwortet. Antworte ich mit „ja“, kann ich sie verscheuchen, erschrecken. Die ist zart, ängstlich, duftet romantisch nach den schönsten Rosen und Flieder, nach Sternen, nach Sonne und Mond, Strand und Meer...Vernebelt unsere Sinne. Schenkt uns die Sehnsucht in den Herzen, die Melancholie in den Augen und das Kribbeln im Bauch.
Antworte ich mit „nein“, wäre es schon fast beleidigend. Es hieße, ich lehne sie innerlich ab, noch, bevor ich sie ausfindig gemacht habe, bevor ich ihr begegnete.
Was hat man schon über sie geschrieben? Unzählige Werke sind entstanden. Die schönste, sinnlichste Musik wurde nur für die Liebe komponiert, Untaten verübt und gelitten.
Manche blühen auf, andere gehen zugrunde.
Ich hörte viele Klagen. Viele Leidtragenden habe ich schon getröstet, den Verzweifelten Mut zugesprochen. Bis heutigen Tag habe ich nichts rausfinden können, was das ist, was wir LIEBE nennen.
Ist das eine Illusion? Oder, etwas, was man verschenken kann, oder schön eingepackt für spätere Zeiten aufbewahren, vielleicht lässt sie sich vermehren? Ist das etwas nur für mutige, jüngere Zeitgenossen oder nur für die Wohlhabenden? Kann sie auch die Älteren „befahlen“? Ist sie nur für „höhere“ Wesen zugänglich?
Ist das nur eine von den fünf Trieben. Der Sexualtrieb? Ein Spiel der Hormone, also angeboren, das uns über Höhen und Tiefen der Gefühle verführt? Selbsterhaltungstrieb?
Triebe - ist das unsere Antwort auf die Reize? Der Triebdrang - wie der Durst in der Wüste - der nach der Befriedigung wieder vorhanden ist? Ist stets also in uns, über uns herrscht und uns, Menschen, beherrscht?
Wie der elektrische Strom fließt durch uns, bis wir ein „Stromschlag“ bekommen. Manchmal so heftig, dass wir uns nur schwer erholen können. Viele zerbrechen daran und gehen zugrunde. Man sagt nur lapidar, das Herz wurde gebrochen. Haben die Herzmuskeln die Stärke des heftigen Schlages nicht abwenden können? Kein Abwehrmechanismus in uns, Menschen, vorhanden?
Wird unser Durst nach Liebe nie gestillt? Ist das gut, ist das schlecht? Unser Kopf sagt nein, unser Herz sagt ja. Die Vernunft sagt nein, aber meistens nur für eine kurze Zeit.
Jetzt, im Frühling, die Tage werden länger, wärmer, die Sehnsüchte stärker, habe ich mir vorgenommen die Liebe zu erkunden, besser kennenzulernen. Ganz vorsichtig wollte ich mich dran tasten, um sie nicht zu verschrecken.
Ich konnte nichts Neues rausfinden, was wir schon eh nicht gewusst hätten.
Es gibt viele Arten der Liebe. Es ist ein Zustand des Gemüts, das uns zu besseren Menschen macht, oder auch zu einem Schwerverbrecher.
Wo fängt die Liebe an?
Manchmal übersiehst man sie, obwohl zum Greifen nah in magischer Stille wartet, bist sie entdeckt wird.
Die ist geduldig, filigran, ungeschminkt, unmodern. Zu oft ausgenutzt, ausgelacht. Sinnlich gewünscht und doch manchmal nicht erkannt.
Die ist so, wie wir uns sie wünschen. Passt sich jedem an. Will jeden zufriedenstellen. Ist gut zu uns, zu gut. Wir gewöhnen uns an ihre ständige, leise und uns jeden Wunsch erfüllende Begleitung und sie wird schleichend zur Gewohnheit.
Sie wird nicht mehr gepflegt, liebkost. So wird ihr die tägliche Nahrung - das Schmusen, Küssen, lieb und nett sein, in Freiheit gedeihen - einfach entzogen. Ohne tägliche Pflege geht sie ein. Gedeihen kann sie nur in der Wärme eines Herzens, beschenkt mit großzügiger Freiheit.
Dann, meistens für uns überrascht, plötzlich, die letzte Alarmstufe. Die liegt im Sterben. Manchmal hilft noch „Intensivstation“, aber selten. Erst, wenn wir sie verloren haben und wieder von den Trauenden zu den Suchenden werden, vermissen wir sie schmerzlich.
Oft lehnen wir sie ab, aus Angst, dass wir mit ihrer Pflege überfordert werden.
Karola

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