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KNEVELLÜTT UN SÖTJEMAID Teil 6

Von egalis Donnerstag 28.05.2020, 21:23

As de Harvststörm as mall mit de rood un geel Bladen to kehr gung, klopp daags een lüttjen Haselmuuske an sien Dör. Holtarbeiders harrn de Boom plattmaakt, wor he wahnen dee. Nu froog he Knevellütt, of he bi hum de kolle Tied verslapen dürs. Knevellütt harr d’r nix tegen.
Dat Muuske rull sük achter de Ovend in un sleep ok bold.
Winterdag kweem mit ’n bietje Fröst un ’n bietje Snee. Bi all sien alleen- un trurig wesen wull Knevellütt to Wiehnachten doch keen Wiehnachtsboom missen. He nohm sien Saag un gung in de Wald. Wor heel lüttje Dannenboomkes stunnen, söch he de moiste ut.
In een dicken Kestanje bohr he een Lock. Dor kweem dat Boomke in to stahn. Ut Talg van Sniggen dreih he sük Keersen. Van Bottervögelflögels krabb he Flittergold. Wattekugeltjes mook he van Spinnweev, dat he van d’ Oldwievensömmer upspaart harr.
Wiehnachten ohn Kook – denn fehlt dor wat. Knevellütt kreeg d'r düchdig Sinn an. Kunn ok ja wesen un he kreeg Visit! He wull backen. Um dat de Kook good worden kunn, böt he dat Für in, dat ’t man so knappen dee.
Van de Hitt wurr dat Haselmuuske waker. He freev sük de Slaap ut de swarte Knoopsogen un streek sien Baart glatt. Denn putz he sien Ohrkes un sä an Knevellütt:
„Knevellütt, wees eevkes still, wiel ik di wat vertellen will.
Ik hebb drömt verleden Nacht, Wiehnachtsmann hett di wat brocht.
Wenn ik mi so recht besinn, denn is dat inmiddent dünn,
de Ogen blau un geelkruusd Haar lett di dat heel wunnerbar.
Bi de Flumm, an d’ tweede Dreih, hollt hum fast ’n ollen Kraih.“
Knevellütt harr groot Ogen kregen, as he dat hören dee. Denn reet he sien Mütz van d’ Kopp of un danz dör de Köken:
„Jippi, Muuske, wat bün ik blied, Bold hebb ik de Leevste an mien Sied!
Bi de Dreih, dor will ik söken. Haal gau mien Reev noch ut de Öken!“
Un Muuske leep un broch hum Piek, Flitzboog un Pielen. In sien Spiekermuusfelltaske pack Knevellütt wat to Eten un Drinken.

Wieldes sineer Knevellütt d’r över na, wo he an de Kraih vörbi kunn. Dat wurr seggt, wenn de Kraih mit hör Flögels sloog un keek een stiev an, denn kunn de sük nich mehr rögen. Un mit sien starke un spitze Snabel pick he rund um sük to. Knevellütt wurr d’r rein benaut bi. Man, he wull d’r up an!
He doch an sien Speer, de Flitzboog un de Pielen, truck sük de Mütz fast over de Ohren, fleitjede na sien Hundje un nohm de Padd na de Flumm sien tweede Dreih unner de Foten. Dat was een wieden Weg. ’n good Sett hett ’t anhollen, bit dat he anlangt weer. Achter een Flint schuul he. Leet sük smecken, wat he inpackt harr un dee een Duuske.
He föhl sük frisk un stark, as he weer munter weer. Nu kunn he ‘t nich langer ofwachten. He wull weten, of de Kraih fasthull, wat för hum docht was.
Knevellütt luur um ’t Eck to. Dor satt de oll Kraih up een Tack dicht över de Grund un harr sük dick upplüstert. Leet haast so, as wenn he sleep. Man de Kopp gung hen un her un sien Knoopsogen sachen ’t all.
So kreeg he ok Knevellütt in ’t Vermick un fung an to schackern:

Übersetzung:
Als der Herbststurm wie verrückt mit den roten und gelben Blättern zu kehr ging, klopfte eines Tages ein kleines Haselmäuschen an seine Tür. Waldarbeiter hatten den Baum umgehauen, wo es gewohnt hatte. Nun fragte es Knevellütt, ob es bei ihm die kalte Zeit verschlafen dürfte. Knevellütt hatte nichts dagegen. Das Mäuschen rollte sich hinter dem Ofen ein und schlief auch bald.
Die Wintertage kamen mit etwas Frost und ein bisschen Schnee. Bei all seinem Allein- und Traurig-sein wollte Knevellütt zu Weihnachten doch keinen Weihnachtsbaum missen. Er nahm seine Säge und ging in den Wald. Wo ganz kleine Tannenbäumchen standen, suchte er den schönsten aus. In eine dicke Kastanie bohrte er ein Loch. Da hinein kam das Bäumchen zu stehen. Aus Talg von Schnecken drehte er sich Kerzen.
Von Schmetterlingsflügeln kratzte er Flittergold. Wattekügelchen machte er von Spinnweben, die er sich vom Altweibersommer aufgespart hatte.
Weihnachten ohne Kuchen – dann fehlte da was. Knevellütt bekam da tüchtig Lust drauf. Es konnte ja auch sein und er bekam Besuch! Er wollte backen. Damit der Kuchen gut werden konnte, heizte er das Feuer ein, dass es man so knackte. Von der Hitze wurde das Haselmäuschen wach. Es rieb sich den Schlaf aus den schwarzen Knopfaugen und strich seinen Bart glatt. Dann putzte es seine Öhrchen und sagte zu Knevellütt:
„Knevellütt, sei eben still, weil ich dir was erzählen will.
Ich habe geträumt vergangene Nacht, Weihnachtsmann hat dir was gebracht.
Wenn ich mich so richtig besinn', denn ist das in der Mitte dünn,
die Augen blau und gelbkrauses Haar, sieht das aus - ganz wunderbar.
Bei dem Bach, an der zweiten Kehre, hält es fest eine alte Krähe."
Knevellütt bekam große Augen, als er das hörte. Dann riss er seine Mütze vom Kopf ab und tanzte durch die Küche.
"Jippi, Mäuschen, was bin ich froh, bald hab ich die Liebste an meiner Seite!
Bei der Kurve, da will ich suchen. Hol schnell meine Sachen noch aus der Ecke!"
Und Mäuschen lief und brachte ihm Speer, Flitzbogen und Pfeile. Und Knevellütt packte etwas Essen und Trinken in seine Spitzmausfelltasche.
Währenddessen dachte Knevellütt darüber nach, wie er an der Krähe vorbeikommen könnte. Es wurde nämlich gesagt: Wenn die Krähe mit ihren Flügeln schlug und guckte einen starr an, dann konnte sich derjenige nicht mehr rühren. Und mit ihrem starken Schnabel picke sie rund um sich zu. Knevellütt wurde direkt unwohl bei dem Gedanken. Aber er wollte darauf los!
Er dachte an seinen Speer, den Flitzbogen und die Pfeile, zog sich die Mütze fest über die Ohren, pfiff nach Blitzeblank und nahm den Weg zur zweiten Kehre vom Bach unter die Füße.
Das war ein weiter Weg. Eine gute Weile hat das angehalten, bis dass er angelangt war. Hinter einem Findling suchte er Schutz. Ließ sich schmecken, was er eingepackt hatte und tat einen Schlummer. Er fühlte sich frisch und stark, als er wieder munter war. Nun konnte er es nicht länger abwarten.
Er wollte wissen, ob die Krähe festhielt, was für ihn gedacht war.
Knevellütt lauerte um die Ecke. Da saß die alte Krähe auf einem Ast nah über dem Boden und hatte sich dick aufgeplustert. Es schien fast so, als wenn sie schlief. Aber der Kopf ging hin und her und ihre Knopfaugen sahen alles.

So bekam sie auch Knevellütt zu sehen und fing an zu lachen:

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