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Herr Herbst stellt sich vor

Von ehemaliges Mitglied Samstag 30.10.2021, 09:37


Hallo, ich grüße euch. Mein Name ist Herbst. Ja, ich weiß, klingt ungewöhnlich. Viele denken gleich an die Jahreszeiten. Ich nicht. Ich bin Eine. Leider bei den Vielen unbeliebt.
Dabei versuche ich ständig den Menschen zu gefallen. Schreibe Bittbriefe an die Sonne, um ein paar Sonnenstrahlen mehr für euch aufzufangen. Flehe auch die Vögel an, dass sie ihren Abflug verzögern mögen. Mache die Welt bunt. Versuche alle Farben harmonisch miteinander zu vermischen und bitte meinen alten Freund, den Wind, um Hilfe. Er hat noch sehr stabile Lunge und kommt nie aus der Puste. So wollen wir die Menschen erinnern, dass alles vergänglich ist, in ständiger Bewegung.
Jede Jahreszeit hat andere Bedeutung, andere Merkmale. Zusammen bilden sie eine Einheit, ein Zyklus, eine Periode, ein Jahr.
Alle Jahreszeiten mögen eure Herzen mit Freude erfüllen.
Ich bin immer entzückt zu sehen, wie viel Vergnügen die Erntezeit bei den Kleinen und Großen bereitet.
Auf den Bielefelder Märkten geht es bunt zu. Die Stände sind überfüllt mit der regionalen, frisch geernteten Ware. Es riecht köstlich nach reifem Obst.
Nach neuesten Trend werden die besten Prachtstücke abfotografiert und um die ganze Welt verschickt.
Die duftenden Obstberge locken Unmengen von Wespen. Auch manche Biene verirrt sich noch auf der Suche nach Wintervorräten für ihre Königin und das Bienenvolk.
Dann wird sortiert, gesäubert, eingemacht, eingekocht.
Mancher Weinliebhaber versucht sich selber an der Hauswein Herstellung.
Die Blumenliebhaber kommen auch nicht zu kurz.
Mit Pläsier vorbereiten viele Gemeinden und Städte Erntedankfest. Es wird miteinander geteilt und an die Bedürftigen gespendet. Das gefällt mir sehr.
Ich genieße noch ein Weilchen den Altweibersommer, bevor ich die Herbststürme in die Täler und Dünnen schicke. Bin ich mal schlecht gelaunt, dann jage ich die unschuldigen Wölkchen durch den Äther. Das ist eine Art Fitness für mich. Danach fühle ich mich wohler und ausgeglichener.
Bald werden die Tage deutlich kürzer, die Nächte manchmal fast unerträglich lang. Ich bemühe mich so richtig ungemütlich zu werden. Und was passiert? Die Menschen rücken zusammen, finden mehr Zeit füreinander. Bei manchem Stromausfall werden wieder die alten Geschichten ausgegraben und die Erzählungen belebt.
So passierte mir auch, dass ich die Jahreszeiten mal glatt verwechselt habe.
An einem verregneten Herbstabend erlebte ich meinen zweiten Frühling. Das wünsche euch auch, liebe Leser.
Karola

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